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Seemännische Handarbeiten — Tauwerk, Knoten und Takelage
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Tauwerk
Geschichte, Arten und Herstellung von Tauwerk — von Hanf und Manila bis zum modernen Yachttauwerk.

Handwerkszeuge
Werkzeuge der Seeleute, Segelmacher und Takler — vom Marlspiker bis zum Kreefbüdel.

Handarbeiten
Spleißarbeiten, Tauwerksbehandlung, Matten und Fender — traditionelle seemännische Techniken.

Knoten
Geschichte der Knoten, Seemannsknoten, Zierknoten und Anleitungen mit Animationen.

SSS Gorch Fock
Takelage, Segel und Arbeitsvorgänge des Segelschulschiffs Gorch Fock.
Ausstellung
Die Wanderausstellung der Sammlung Karl Bareuther — heute auf der Rickmer Rickmers.
Betrachten Sie Seemannsarbeiten aus Tauwerk, traditionell nach alter Seemannsweise ausgeführt. Sie finden auf dieser Seite auch Beispiele seemännischer Handwerkzeuge, die bei der „Zubereitung des Tauwerks zur Taakelasche" an Bord, wie auch in den Segelmachereien und Taklereien an Land benutzt wurden. Natürlich erfahren Sie auch, wie und wo seemännisches Handwerkszeug gebraucht wurde.
Möchten Sie wissen was ein „Flämisches Auge", ein „Hundepint", oder ein „Schweinsrücken" ist und wozu man diese brauchte?
Wollen Sie sehen, wie kunstvoll „Hein Seemann" einst aus dünnem Garn das Glockenbändsel für die Schiffsglocke oder die Tragegriffe für seine Seekiste knüpfte; wie fein und mühevoll er die Lederscheide seines „Löwen-Messers" verzierte?
Dann kommen Sie an Bord!
Schauen Sie, was Segelschiffsmänner aus Tauwerk so alles machen konnten. Lernen Sie die ganz speziellen Handwerkszeuge der Seeleute, Segelmacher und Takler kennen. Den Fid (Fitt), die Kleedkeule, den Marlspiker, das Fetthorn und den Segelmacherhandschuh, um nur einige zu nennen.
Über den Verfasser
Doch, vor dem Ablegen, zunächst einige Worte zu mir:
Karl Bareuther, Jahrg. 1939
Bergmannslehre, 1955/58
Marineeintritt, 04/1960
MarineOffz. Crew VII/73
Nachdem ich Ende der fünfziger Jahre meine Bergmannslehre abgeschlossen hatte, unsere Marine wieder „Arbeitsplätze" anbot, und ich zudem in einem Manesse-Büchlein gelesen hatte:
„Die Marine ist der Zufluchtsort der Querköpfe, die Heimstätte der Pechvögel. Hier begegnen die Söhne des Mißgeschicks den Kindern der Trübsal und hier treffen die Kinder der Trübsal die Sprößlinge der Sünde. Bankerotte Börsenmakler, Schuhputzer, Hochstabler und Grobschmiede rotten sich da zusammen; und gestrandete Kesselflicker, Uhrmacher, Schriftsteller, Schuhflicker, Ärzte, Landwirte und Juristen tauschen ihre Erfahrungen aus und plaudern von alten Zeiten."
Herman Melville, Weißjacke
Abenteuerlich las sich das, und sprach mich irgendwie an.
So lernte ich bei der Marine meine ersten seemännischen Gebrauchsknoten, das Spleißen von Tauwerk und einige Zierknoten, die man beherrschen mußte, wollte man das „Bändsel" für seine Bootsmannsmaatenpfeife selbst knüpfen.
Nicht nur das Knoten, Spleißen und Takeln, wie man diese Arbeiten nannte, faszinierte mich, auch die schlichte Schönheit seemännischer Handwerkszeuge hatte mich bald in ihren Bann gezogen.
MarineOffz. Crew VII/73
Wo immer ich auf einen alten Seemann oder Takler traf, ließ ich mir Knoten zeigen, die mir noch fremd waren. Seemannsarbeiten aus Tauwerk, wie sie mir in Museen des In- und Auslandes begegneten, versuchte ich mit zunehmendem Erfolg nachzuarbeiten.
Zu jener Zeit, vor mehr als vierzig Jahren, hatte ich begonnen seemännisches Handwerkzeug zu sammeln. Genauer gesagt, Werkzeuge der Seeleute, Segelmacher und Takler.
Irgendwie wurde ich in jedem Hafen fündig, erwarb Werkzeuge und Tauwerksarbeiten in Taklereien, Segelmachereien und in Antik-Geschäften. Was war in all den Jahren aus aller Welt zusammengetragen worden?
Eine Sammlung maritimer Werkzeuge, wie sie kein mir bekanntes Museum in dieser Vielfalt und Qualität besitzt.
Bald, nachdem mein Schiff, das ich fünf Jahre als Kommandant führen durfte, außer Dienst gestellt worden war, endete meine Marinezeit nach fünfunddreißig Dienstjahren. In den Ruhestand versetzt, nahm ich ein wenig von dem, was die Seefahrt mich einst lehrte und ich begeistert weiterentwickelt hatte, als eine schöne Freizeitbeschäftigung mit mir: „Knoten, Spleißen, Takeln" und, eine schöne Sammlung maritimen Handwerkzeugs, die später in mehreren Seefahrts- und Heimatmuseen ausgestellt werden sollte (s. unter „Ausstellungen").
Ja, und schließlich fand die Sammlung einen „festen Liegeplatz" auf dem Museumsschiff „Rickmer Rickmers", Heimathafen Hamburg.
Der Stiftung „Rickmer Rickmers", in deren Besitz die Sammlung sich nun befindet, sage ich herzlichen Dank, daß sie das, was mich so viele Jahre begleitete, im Ausstellungsdeck des schon lange zur Ruhe gekommenen Squareriggers so liebevoll zur Schau stellt.
Danke, sage ich auch für die freundliche Erlaubnis, Bildmaterial der Exponate im Internet veröffentlichen zu dürfen.
„Vom Tauwerk und seiner Zubereitung zur Taakelasche"
Für die Arbeit auf Segelschiffen besaßen Tauwerk und dessen Verarbeitung sowie die Kenntnis seemännischer Gebrauchsknoten große Bedeutung, denn nirgendwo anders fanden sie breitere Verwendung als dort.
War das Tauwerk an Bord geliefert, wurde es zur Takelage verarbeitet und auch Pflege und Reparatur lagen in den Händen der Matrosen. Ständige Kontrolle und Instandhaltung des Stehenden und Laufenden Gutes waren gewissenhaft durchzuführen, um die Sicherheit von Schiff und Mannschaft zu gewährleisten.
Um die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten ausführen zu können, war es Voraussetzung, daß die Matrosen mit den verschiedenen Spleißen (Kurzspleiß, Langspleiß, Augspleiß usw.) vertraut waren.
Auch die vielfältigen Methoden der Tauwerksbehandlung, wie das „Bekleeden" des Stehenden Gutes als Schutz gegen Witterungseinflüsse, das Flechten von „Tauwerksmatten" und des Tausendbeins, die als „Schamfilungsschutz" überall dort dienten, wo Abnutzung durch Reibung an Segeln und Tauwerk entstehen konnte, mußten sie sicher beherrschen.
Die Arbeit an Deck und in der Takelage, das Segelsetzen und -bergen, wie auch die Lade- und Löscharbeiten in den Häfen setzten Kenntnis und sichere Ausführung einer Anzahl von seemännischen Gebrauchsknoten voraus. Seemännische Knoten mußten folgende Eigenschaften besitzen: Zweckmäßig mußten sie sein, gut halten sollten sie und sich leicht und schnell wieder lösen lassen — bei trockenem, wie auch bei nassem Wetter!
Allgemein betrachtet gilt der Begriff „Knoten" für jede mit einem Seil oder Tau ausgeführte Befestigungsart an beliebigen Objekten. In der Seemannssprache gibt es allerdings gewisse Unterscheidungen:
„Stiche. Hierunter verstehen wir, im Gegensatze zu den eigentlichen Knoten, alle jene schleifenartigen Verschlingungen eines Taues oder auch zweier, bei denen das Tau nicht in seine einzelnen Kardeele oder Stränge aufgedreht zu werden braucht. Es giebt sehr viele Stiche und ihre Erlernung gehört zu den ersten Dingen, mit denen sich der junge Seemann zu befassen hat." Albrecht Mühleisen, Seemannschaft, Bremen 1893
Werden beispielsweise zwei Leinen oder Trossen miteinander verbunden, so spricht der Seemann von einem „Verbindungsstek" (z.B. Schotstek/stich, Trossenstek/stich usw.). Wird eine Leine auf einem „Dalben", einem „Poller" oder in einem Ring belegt, so geschieht dies mit einem „Festmacherstek/stich" (z.B. Palstek/stich, Webeleinstek/stich, Roringstek/stich usw.).
Das Wort „Knoten" hingegen gebraucht der Seemann für Knoten, die aus den Kardeelen von Leinen oder Trossen gelegt sind wie Fallreepsknoten, Taljereepsknoten, Diamantknoten usw.
Wie viele Steke und Knoten der Seemann für seine Arbeit an Deck und in der Takelage tatsächlich beherrschen mußte, ist in keinem Handbuch der Seemannschaft genau vermerkt. Albrecht Mühleisen zählt in seinem Handbuch etwa dreißig, Stiche/Steke und Knoten zusammen, auf. Allerdings werden auch die Tau-Spleiße zu den Knoten gerechnet. Dann wären es einige mehr.
Zählt man die reinen Gebrauchsknoten, so mögen es demnach um die dreißig gewesen sein. Ausgehend von den wenigen Gebrauchsknoten erfanden Seeleute im Laufe der Zeit viele Zierknoten, die nicht unbedingt an Bord gebraucht wurden, sich aber in der kargen Freizeit großer Beliebtheit erfreuten und zu dekorativen Seemannsarbeiten (Fancy Work) zusammengefügt wurden.
Knoten gibt es seit Menschengedenken. Seemannsknoten offenbar, seit der Mensch es wagte, mit einem schiffbaren „Untersatz" die Welt hinter dem Horizont zu erkunden.
Der Höhepunkt seemännischer Knotenkunst, also einschließlich der oft kunstvoll gearbeiteten Zierknoten, war in der Zeit der großen Segelschiffe, von etwa Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts.
Als die großen Segelschiffe durch maschinengetriebene Fahrzeuge zunehmend von den Weltmeeren verdrängt wurden, schwand insbesondere die Kenntnis von den Zierknoten dahin.
Die moderne Schiffahrt, mit immer schnelleren Antrieben, ließ die Reisen kürzer und den Rahmen für Selbstbeschäftigung in der Freizeit kleiner werden. Freizeitangebote wie Bücherkisten an Bord, Radio, Film, TV usw. führten zu einem anderen Freizeitverhalten der Seeleute und verbannten nach und nach die einst so beschauliche Seemanns-Volkskunst aus Tauwerk aus dem „Logis".
Unsere Zeit brachte es mit sich, daß heute wieder einige Großsegler die Meere befahren und Liebhaber alter Segler sich in Museumshäfen finden, um mit oft großem Aufwand ihre Schiffe zu restaurieren und nach gutem Seemannsbrauch aufzutakeln.
Dies mag dazu beitragen, daß Seemannschaft, wie sie in der Zeit der Segelschiffe verstanden wurde, ein wenig erhalten bleibt. Und dazu gehören ganz besonders der Umgang mit Tauwerk, dessen Behandlung sowie die Handhabung des seemännischen Handwerkszeugs.
Anmerkung: Ein „Verzeichnis Seemännischer Wörter", basierend auf ursprünglicher deutscher Seemannssprache, finden Sie im Glossar; ein Literaturverzeichnis im Impressum.
Tauwerk — Geschichte
Das erste von den Urmenschen verwendete Bindematerial dürften dünne, elastische Zweige, Rankgewächse und Gräser gewesen sein. Bindematerialien waren lebensnotwendig. Wie sonst hätte der frühe Mensch seine Kleidung binden, seine einfachen Behausungen und seine primitiven Waffen befestigen sollen? Ohne eine Art „Seil" hätte der Mensch nicht überleben können, es war eines der wichtigsten Werkzeuge am Anfang seiner Entwicklungsgeschichte.
Irgendwann wird der Mensch Bedeutung und Vorteile tierischer Produkte wie Haare, Streifen von Häuten und Därmen erkannt und zu seinem Nutzen eingesetzt haben. Seile waren dies natürlich nicht, doch mag das erste Seil in grauer Vorzeit vielleicht entstanden sein, als Menschen auf die Idee kamen, zwei etwa gleichlange Enden ihres Bindematerials in die Hand zu nehmen, diese mit der einen Hand festzuhalten und sie mit der Handfläche der anderen Hand auf dem Oberschenkel nach vorn zu rollen (drillen).
Das Ergebnis wäre ein zweikardeeliges, linksgeschlagenes Ende eines Seiles gewesen und: eine Weise, dünnes Tauwerk (Bändselgut) herzustellen, das unter Seeleuten bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts als „Knittels" oder „Fuchsjes" bekannt war.
Höhlenfunde aus der Mittleren Altsteinzeit (ca. 200.000 bis 28.000 v.Chr.), ein durchbohrter Wolfszahn und eine ebenfalls durchbohrte Speerspitze, die in der Repolusthöhle in Peggau/Steiermark gefunden wurden, lassen vermuten, dass seilartiges Bindematerial zu jener Zeit bereits bekannt war.
Erste Seilfunde stammen aus der Zeit der Badari-Kultur Oberägyptens (4500 bis 4000 v.Chr.). Dabei handelt es sich um dreikardeelige, rechtsgeschlagene Halfagras-Seile von etwa 30 m Länge und Durchmessern von 24 bis 40 mm. Die Seilherstellung im alten Ägypten erfolgte offenbar durch zwei Personen, wobei die eine Person die linksgedrehten Kardeele konstant festhielt, während die andere den Schwungkörper rechtsgerichtet rotieren ließ.
Obwohl diese Methode lediglich das Drehen relativ kurzer Seile erlaubte, stellt sie bis heute unverändert das Grundprinzip der Herstellung gedrehten und geschlagenen Tauwerks dar. Über Jahrtausende änderte sich am Prinzip der Seilherstellung kaum etwas.
Das Aufkommen größerer Schiffe und der sich stärker entwickelnde Seehandel des Mittelalters erforderte jedoch mehr, besseres und längeres Tauwerk. In westeuropäischen Küstenländern entstanden Reeperbahnen (reep = Seil, Tau) und das Handwerk des Reepschlägers. Reeperbahnen waren zwischen 80 und 300 Meter lang, so dass mit Hilfe spezieller Werkzeuge und Geräte Tauwerk bis zu 220 Meter Länge geschlagen werden konnte.
Im Zeitalter der Entdeckungen und der Zeit der großen Segelschiffe wurde ausschließlich Tauwerk aus Pflanzenfasern (Kokos, Hanf, Manila) als stehendes und laufendes Gut verwendet. Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem der Oberbergrat Albert von Clausthal im Jahre 1834 das Drahtseil für die Bergbauförderung erfunden hatte, setzte man auf Segelschiffen Drahttauwerk zunächst als stehendes Gut, später auch für bestimmte Zwecke als laufendes Gut ein.
Auf deutschen Segelschiffen bezeichnete man das gesamte, für den Betrieb des Schiffes erforderliche Tauwerk allgemein als „Gut" — vom dünnen Bindegarn bis hin zur starken Trosse.
„Russischer Hanf" und „Schwedischer Teer" (auch als „Stockholm Teer" bezeichnet) erlangten aufgrund hoher Qualität in der Segelschiffszeit eine Berühmtheit, die bis in unsere Zeit hineinreicht.
Als Material für die Herstellung von Tauwerk kommt hauptsächlich gewöhnlicher Hanf, Sisalhanf und für bessere Sorten Manilahanf in Frage. Für die Herstellung von Kokos- oder Grastauwerk gebraucht man die Faser der Kokosnuss, für Drahttauwerk Stahl, Eisen oder Kupfer. Der ursprüngliche Name für Manilahanf ist Abaca — es liefert die beste Tauwerkfaser der Welt.
Aus: Hans Fehre, Seemännische Handarbeiten, Eckart & Meßtorff, Hamburg, 1942
Hanftauwerk
Der Hanf war eine einjährige Pflanze, die im Frühjahr ausgesät und nach vier bis fünf Monaten geerntet wurde. Die Pflanze wuchs bis zu drei Meter und mehr und lieferte Fasern von hervorragender Qualität.
Die Verarbeitung folgte einem bestimmten Ablauf: Ernte ähnlich wie Getreide, Feldtrocknung, Brechen und Hecheln, um die harte Außenrinde zu entfernen und die verwendbaren Fasern für die Seilherstellung zu gewinnen.
Verwendung an Bord
Hanftauwerk diente an Bord in zweierlei Form:
- Geteerte Hanfleinen: Wurden bei wetterexponierten Anwendungen verwendet, widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Seewasser, aber weniger geschmeidig als ungeteertes
- Ungeteertes Hanftauwerk: Kam als laufendes Gut, Signalleinen, Lotleinen und Hängemattenzeug zum Einsatz
Dehnungseigenschaften
Ungeteert: 15–20% Dehnung
Geteert: 10–15% Dehnung
Anbaugebiete
Jugoslawien, Ungarn, Italien, Russland und China waren die Hauptanbaugebiete. Besonders der russische Hanf genoss unter den Seenationen hohes Ansehen. Er wurde unter Peter dem Großen kultiviert und zur Verarbeitung exportiert.
Manilatauwerk
Die Manilafaser wurde aus einer nicht fruchttragenden Bananenpflanze gewonnen. Das Hauptanbaugebiet waren die Philippinen. In den nördlichen Regionen, wo die Faser seit Urzeiten geerntet wurde, nannte man sie „Abaca." Die Faser und das daraus hergestellte Tauwerk erhielten den Namen „Manila" vom Exporthafen Manila.
An Bord der Schiffe wurde Manilatauwerk ungeteert als laufendes Gut und für Festmacherleinen verwendet. Die Dehnung (Reck) betrug 20–25%.
„Manilatauwerk zeichnet sich durch größere Geschmeidigkeit und Dehnbarkeit aus und ist unempfindlich gegen Schamfielen. Der Seemann sagt auch: ‚Manila zieht besser durch die Blöcke.'" — Hans Fehre, Seemännische Handarbeiten, 1942
Weitere Anbaugebiete bestanden in Mittelamerika: Guatemala, Honduras und Venezuela.
Sisaltauwerk
Die Sisalfaser wurde aus den Blättern einer Agave, die besonders auf den Böden tropischer Länder gedeiht, gewonnen.
Im Vergleich zur Manilafaser, die eine mehr bräunliche Farbe besitzt, ist die Sisalfaser hell, von weiß über elfenbein bis hin zu gelblich.
Sisaltauwerk besitzt ähnliche Eigenschaften wie Manila, ist aber weniger haltbar und nicht sehr lehnig. Manche Tauwerkshersteller mischten Sisalfasern mit Abacafasern und boten dieses dem Manilatauwerk gegenüber minderwertigere Tauwerk als Manila an.
Anbaugebiete
Ostafrika, Mexico, Sumatra, Brasilien, Israel.
Verwendung
An Bord der großen Segelschiffe fand es Verwendung als Fender- und Mattengut.
Kokostauwerk
Kokos wurde aus der Umhüllung der Kokosnüsse, der Frucht der Kokospalme, gewonnen. Die Fasern waren zwischen 20 und 30 cm lang und besaßen eine gelblichbraune bis rotbraune Farbe mit mattem Aussehen.
Bemerkenswerte Eigenschaften waren die erhebliche Dehnbarkeit im Vergleich zu anderen Pflanzenfasern, die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und das geringe spezifische Gewicht. Die Herstellung erfolgte in tropischen Küstenregionen weltweit.
Kokostauwerk diente an Bord besonders als Fender- und Mattenmaterial. Aufgrund seiner Schwimmfähigkeit und Dehnungseigenschaften wurde es auch als Schleppleine verwendet. In bestimmten tropischen Ländern wurde Kokosfasertauwerk in den Bau kleiner Fischereifahrzeuge einbezogen.
Stahldrahttauwerk
Wilhelm August Julius Albert erfand 1831 das Drahtseil für den Bergbaubetrieb im Oberharz. Diese Innovation ersetzte die zuvor verwendeten Hanfseile und Ketten für die Kohleförderung, die einer schnellen Verschlechterung unterlagen.
Die erste Anwendung erfolgte 1834 am Schacht Caroline bei Clausthal und erreichte eine Tiefe von 480 Metern. Bis 1838 waren siebzehn weitere Schächte mit dem neuen Eisendrahtseil ausgestattet. Die Technologie verbreitete sich anschließend weltweit.
Das ursprüngliche „Albertseil" bestand aus drei Litzen mit jeweils vier Drähten. Es bot überlegene Bruchfestigkeit und Haltbarkeit im Vergleich zu teuren Hanfalternativen.
Einführung in der Seefahrt
Britische Tests begannen 1837, mit offizieller Bestätigung der Eignung 1838. Bis 1840 erhielten die Royal Yacht Victoria and Albert sowie verschiedene Schiffe der Royal Navy (Penelope, Virago, Hermes) stehendes Gut aus Drahtseil, ebenso wie Handelsschiffe.
Theodor Guilleaume führte den Kreuzschlag ein, bei dem Drähte und Litzen gegenläufig gewickelt waren, mit Hanfseelen für Geschmeidigkeit.
1883 ordnete die Kaiserliche Marine offiziell verzinktes Stahldrahttauwerk für das stehende Gut an, nach Empfehlungen von Felten & Guilleaume.
Aufbau
Standardkonstruktion: sechs Litzen um Hanfseelen gewickelt, mit zusätzlichen Hanfseelen innerhalb einzelner Litzen — insgesamt sieben Hanfseelen pro Seil. Hergestellt aus Stahl-, Eisen- oder Kupferdrähten, mit Fett behandelt für Schutz und Geschmeidigkeit.
Vor- und Nachteile
Vorteile: Größere Festigkeit bei geringerem Durchmesser, minimale Dehnung, erhöhte Haltbarkeit
Nachteile: Anfälligkeit für Kinkbildung, erhöhtes Gewicht, eingeschränkte Handhabung
Verwendung: Stehendes Gut (dicklitzige Sorten), Laufendes Gut (dünnlitzige Sorten), Festmacher- und Schlepptrossen
Baumwoll-Tauwerk
Baumwolltauwerk hatte in der Seefahrtsgeschichte nur eine geringe Bedeutung. Es wurde, wenn überhaupt, als Bindematerial verwendet.
Das Material fand größere Verwendung bei Zierarbeiten. Baumwolle eignete sich „gut für die Herstellung von Zierknoten, den sogenannten Fancywork" — darunter aufwendige Glockenbändsel, Türkische Bunde und Matten.
Feines Baumwollgarn (ca. 1–2 mm Stärke) war in der Marine das bevorzugte Material zum Knüpfen von Pfeifenbändseln. Dünneres Baumwollgarn hatte größere Bedeutung für die Fischerei, da es für die Herstellung von Netzen gebraucht wurde.
Moderne Verwendung
Dickeres Baumwolltauwerk gewann im Segelsport vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre an Bedeutung. Diese Leinen wurden zunächst drei- oder vierschäftig gedreht, dann später „geflochten, also ‚patentgedreht'." Die gleiche Flechtmethode wurde auch auf Hanffaser-Seile angewendet.
Modernes Yacht-Tauwerk
Produkte, Werkzeuge, Spleiße
Chemiefaser — Neues Tauwerk für Berufs- und Sportschiffahrt
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Tauwerk aus hochwertigen Naturfasern hergestellt. Eingeführt aus Übersee und einigen europäischen Ländern, gelangten Hanf, Manila, Sisal und Kokos in Ballen nach Deutschland. Reepschlägereien an Nord- und Ostsee verarbeiteten die Fasern zunächst zu Kabelgarnen, drehten diese zu Kardeelen und schlugen daraus Seile. Auf bis zu 360 Meter langen Bahnen, den Reeperbahnen, wurden schließlich von den Reepschlägern bis zu 300 mm starke, in der Regel 220 Meter (Standardlänge) lange Trossen, geschlagen. Die alte Tauwerkherstellung hat sich bis heute bewährt, doch bei den Rohstoffen hat sich vieles getan: Die Naturfasern wurden weitgehend von technisch hochüberlegenen Chemiefasern abgelöst. Berufs- und Sportschiffahrt benutzen in unserer Zeit Tauwerk, dessen Festigkeit, Lebensdauer und Abriebbeständigkeit dem Naturfasertauwerk um ein Vielfaches überlegen ist.
„Hightech-Produkt" — Tauwerk
Folgende Tauwerks-Konstruktionen werden von den Herstellern angeboten:
- Hohlgeflechte
- Hochmodulare Hohlgeflechte
- Hochfeste Kern-Mantelgeflechte
- Hochmodulare Kernmantelgeflechte
- Parallelkerngeflechte
- Zwirnkerngeflechte u.a.
- Quadratgeflechte
- Gedrehte 3-schäftige Seile
Neben der Anwendung der richtigen Spleißmethode für ein bestimmtes Geflecht, sind beim Legen eines Spleißes die vom Hersteller vorgegebenen Abmessungen unbedingt einzuhalten.
Das Spleißen von geflochtenem Yachttauwerk
Wird geschlagenes (gedrehtes) Chemiefasertauwerk benutzt, so spleißt man dieses, wie zuvor, das Naturfasertauwerk: Mit dem Schlag (Segelmacherspleiß), oder gegen den Schlag (normaler Augspleiß), über ein Kardeel, unter das nächstliegende Kardeel. Die Festigkeit dieser Spleißverbindung beruht auf dem „Gegeneinanderverspleißen" der einzelnen Kardeele und der bei Belastung entstehenden Zug- und Druckwirkungen. Für die Festigkeit eines Spleißes in heute im Segelsport üblichen, nach unterschiedlichen Methoden konstruiertem Chemiefasertauwerk, gilt als Grundprinzip: Bei Belastung ziehen sich verspleißtes Ende und Tau zusammen und die nun vorhandene Reibung trägt die Verbindung.
Fachgerechte Ausführung jeder Spleißarbeit ist allerdings Voraussetzung, denn:
„Ein Seil ist nur so gut, wie seine Endverbindung. Für jede Konstruktion, jedes Material und jede Nutzung gibt es eine optimale Lösung. Endverbindungen sind bis heute Handarbeit." Gleistein Ropes, Bremen
Vor dem Legen eines Spleißes in „Kern-Mantelgeflechten" (engl. Double Braid), ist grundsätzlich ca. drei Meter vom Tauwerksende entfernt, ein Slip-Knoten in die Leine zu setzen.
Da Kern und Mantel sich während der Spleißarbeiten gegeneinander verschieben, begrenzt der Slip-Knoten diese Verschiebung auf das für die korrekte Ausführung der Spleißarbeit erforderliche Maß. Der hier gezeigte Lineman's-Knoten ist kein typischer Seemannsknoten, er kommt aus dem Bereich der Bergsteigerei und läßt sich mühelos auch an jedem Punkt einer Leine schlagen, ohne das Ende benutzen zu müssen. Der Lineman's-Knoten läßt sich leicht wieder öffnen, selbst nachdem er zuvor starker Zugbelastung ausgesetzt worden war. Die fachgerechte Ausführung einer Spleißarbeit in modernem Yachttauwerk setzt natürlich die Kenntnis der richtigen Spleißmethode für das bestimmte „Geflecht" und, was allgemein gilt, die Verwendung des geeigneten Handwerkszeugs voraus.
Das Handwerkszeug
Der internationale Markt bietet unterschiedliche Spleißwerkzeuge an, die entweder auf „Schub" (z.B. Hohlfid/Pusher) oder auf „Zug" (z.B. Spleißnadel) arbeiten. Um einen Spleiß in modernem Yacht-Tauwerk zu legen braucht man neben geeignetem Spleißwerkzeug zusätzlich:
- Scharfes Messer, Schere
- Maßband
- Tape/Tesafilm, Marker
- Segelnadel, kleiner Pricker
Während geschlagenes Tauwerk mit dem Fid (Fitt), oder wenn es sich um Drahttauwerk handelte, mit dem Marlspiker gespleißt wurde, erforderten die neuen Tauwerks-Konstruktionen, Hohlgeflechte und Kernmantelgeflechte, besondere Spleißwerkzeuge:
- Hohlfids mit Pusher
- Hohlfids mit Widerhaken
- Jim McGrew's „Super Snake"
- Spleißnadeln
- Splicing Wand (Brion Toss, USA)
Um für einen Spleiß in Chemiefasertauwerk die optimale Belastbarkeit zu erzielen, sind, beispielsweise bei einem Augspleiß in einem Kernmantelgeflecht, bestimmte Längen von Kern- und Mantelende ineinander zu verspleißen.
Hohlfid mit Pusher / mit Widerhaken
Benutzt man einen Hohlfid, so sind die vorgegebenen Abmessungen auf Mantel und Kern, mit Hilfe von „Fidlängen" vorzunehmen; denn die Größe/Länge des Fids ist in Bezug zum Durchmesser des Tauwerks berechnet. Die Hohlfids mit Pusher, bzw. mit Widerhaken, werden in der Regel als Sets angeboten, die es erlauben, Tauwerksstärken von etwa 6 bis 20mm zu spleißen.
Bevor nun ein Set von Hohlfids unterschiedlicher Größen/Längen (bezogen auf den Tauwerksdurchmesser, dTau) angeboten werden konnte, hatten die Tauwerkshersteller natürlich durch Tests festgestellt, welche Maße an Länge des abzumessenden Mantelendes und welche Länge des zu verspleißenden Kernendes für einen sicheren Augspleiß erforderlich waren und dies entsprechend in „Fidlängen" umgesetzt. Geht man die Spleißarbeit mit der „Super Snake", der „Spleißnadel" oder einer „Splicing Wand" an, so ist es von Vorteil, alle für einen sicheren Spleiß erforderlichen Abmessungen selbst zu berechnen. Die Erstellung einer Tabelle für die handelsüblichen Tauwerkdurchmesser bietet sich an.
Für einen Augspleiß in einem doppelt geflochtenem Kern-Mantelgeflecht (Polyester), gelten folgende Multiplikatoren:
- 24 × dTau bezeichnet die Länge des abzumessenden Kern/Mantelendes (cover tail).
- 14 × dTau bezeichnet die Länge des Kernendes, das, nach Passieren des Augenbereichs, in den Spleiß (verläuft zwischen Mantel und Kern) eingearbeitet wird (core bury).
- 8 × dTau ist die vorzunehmende Markierung auf dem Kern, an der das Mantelende in den Kern geführt wird (Kernmarkierung für Polyester). Der Zweck der Abmessung 8 × dTau ist, den Kern zu kürzen und damit gleichzeitig dem Mantel entsprechend Lose zu geben, damit der Spleiß sich letztendlich in das Geflecht „melken" läßt.
- 2 × dTau ist die Markierung, auf dem Mantelende, an welcher der Kern in den Mantel tritt, und gibt an, wie viele Zentimeter des Kreuzungspunktes im Spleiß „verschluckt" wird.
Andere Tauwerk-Konstruktionen und Materialien wie Hohlgeflechte, Hochfeste Geflechte usw. erfordern andere Abmessungen (z.B. 48 × dTau bei Dyneema Doppelgeflechten), die von den Herstellern/Händlern zu erfragen, oder speziellen Spleißanleitungen zu entnehmen sind.
Augspleiß in einem Kern-/Mantelgeflecht
Die folgende Spleißmethode basiert auf den „RULE OF THUMB SPLICING TIPS" von Jim McGrew, USA, und ist patentiert. Nimmt man bei Festlegung der Abmessungen, wie unten beschrieben, den „Daumen" zur Hilfe, so kann man, bei etwas Übung, auf einige Markierungen verzichten. Die entsprechenden Markierungen sind ebenfalls vorgenommen worden.
Beispiel: Doppelt geflochtenes Fall, 12mm, Material Polyester
Messe vom Tauende die Strecke 24 × dTau ab und ziehe mit dem Pricker zwei Mantelgarne aus dem Mantel.
Diese Mantelgarne haben zwei Funktionen: 1. Vereinfachung der vorzunehmenden Abmessungen. 2. Sie dienen im weiteren Verlauf der Arbeit, dem Vernähen von „Kreuzungspunkt" und gespleißtem Auge.
Es empfiehlt sich, die beiden Mantelfäden mit einem Stück Bienenwachs zu wachsen.
Dort, wo die zwei Garne herausgezogen wurden, wird später der Kern in den Mantel (durch den hohlen Mantel (Augenbereich) und 14 × dTau über die Kernaustrittstelle hinaus und oberhalb des Kerns) gezogen. Messe, von den herausgezogenen Mantelgarnen ausgehend, eine „Daumenbreite" in Richtung „langes Ende" ab und setze eine Markierung (Filzer) auf dem Mantel, (Pkt. 1). Bestimme, von (Pkt. 1) ausgehend, die Größe des gewünschten Auges und setze eine weitere Markierung, (Pkt. 2). Die Markierungen (Pkt. 1) und (Pkt. 2) liegen sich nun genau gegenüber. Die Distanz zwischen ihnen entspricht der gewählten Augengröße.
Knicke bei (Pkt. 2) das Tau scharf um, öffne mit dem Pricker oder einer Ahle vorsichtig das Mantelgeflecht und ziehe den Kern aus dem Mantel. Um die optimale Belastbarkeit einer Schot oder eines Falls zu erzielen, ist es wichtig, daß Mantel und Kern nach Fertigstellung des Spleißes gleichmäßige Belastung tragen. Daher sind an dieser Stelle der Arbeit, Kern und Mantel wie folgt zu recken:
Halte den Mantel mit der einen und ziehe mit der anderen Hand den Kern kräftig gegen den „Lineman's-Knoten", bis keine Lose mehr vorhanden ist. Beginne nun, vom „Lineman's-Knoten" ausgehend, den aufgebauschten Mantel gleichmäßig Richtung Kernende zurückzustreifen.
Kern und Mantel sind nun ausbalanciert und unterliegen gleicher Belastung.
Setze auf den freigelegten Kern eine Strichmarkierung (auf diese Markierung kann man verzichten, sofern man den Pricker im Geflecht stecken läßt und die folgende Markierung direkt von der Position des Prickers vornimmt).
Ziehe mehr Kern aus dem Mantel und setze 8 × dTau von der zuletzt vorgenommenen Strichmarkierung ausgehend, in Richtung „langes Ende", einen Punkt. An dieser Stelle wird später der Mantel in den Kern gezogen.
Die Abmessungen sind vorgenommen. Der Spleiß kann gelegt werden.
Beachte: Soll ein Wirbelschäkel o.ä. eingespleißt werden, so ist dieser jetzt auf den Kern zu ziehen. Der Wirbelschäkel bewegt sich zwischen den Markierungen (Pkt. 1) und (Pkt. 2).
Verbinde das Spleißwerkzeug (Hohlfid, Super Snake, Spleißnadel) mit dem Kernende.
Der mit dem Spleißwerkzeug verbundene Kern tritt nun bei den zwei herausgezogenen Garnen ein, wird durch den hohlen Mantel geführt und verlässt, 14 × dTau hinter der Kernaustrittstelle und oberhalb des Kerns, das Geflecht. Dieser Vorgang kann anfangs Schwierigkeiten verursachen. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass das Spleißwerkzeug auf seinem Weg durch das Geflecht Fasern des Mantels oder Kerns „mitnimmt".
Kontrolle: Ziehe leicht am „langen Ende" des Kerns, sobald das Spleißwerkzeug und der mit ihm verbundene Kern den Mantel verlassen haben. Lassen Kern und Mantel sich gegeneinander verschieben, so ist alles O.K. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist der vorherige Schritt zu wiederholen.
Etwa 10 cm unterhalb der beiden Mantelfäden, ist das Mantelende zu „verjüngen" (ausdünnen). Dies geschieht durch Herausschneiden einzelner Mantelfäden in gleichen Abständen von einigen Zentimetern. Die einzelnen Fäden sind jeweils links/rechts, in der Verlaufsrichtung des Geflechts herauszuschneiden. Das ausgedünnte Mantelende ist nun mit Hilfe des Spleißwerkzeugs, an der Punktmarkierung auf dem Kern beginnend, soweit in diesem zu vergraben, bis es vollständig „geschluckt" werden kann. Bevor jedoch das Mantelende vom Kern „geschluckt" wird, sind Mantelende und Kernende abwechselnd kräftig gegeneinander zu ziehen. Es entsteht der „Kreuzungspunkt" (Crossover), der Punkt, an dem Kern und Mantel sich auf Höhe der beiden herausgezogenen Fäden kreuzen. Da beide, Mantel und Kern, sich durch das straffe Anziehen stark aufgebauscht haben, sind sie nun nach beiden Seiten glattzustreifen.
Der „verjüngte" Mantel verschwindet nun endgültig im Kern und auch das noch herausragende Kernende wird kürzer.
Wichtig! Der „Crossover" ist mit einer Hand (Daumen und Zeigefinger) kräftig festzuhalten, so fest, daß Mantel und Kern nacheinander nach der jeweiligen Seite glatt gestrichen werden können, ohne eine Verschiebung des „Crossover" hervorzurufen. Ist dies sauber geschehen, so wird der „Crossover" mit einem der herausgezogenen Mantelfäden mit ca. 8 Nadelstichen in Zickzackform, über eine Strecke von 3–4 cm, vernäht.
Das Kernende wird nach dem Glattstreichen, exakt an seiner Austrittstelle, markiert, und ca. 6 cm herausgezogen. An der Markierung wird das Kernende abgeschnitten, aufgedröselt und in einem spitzen Winkel abgeschnitten. Durch erneutes Glattstreichen des Mantels, vom Auge weg, verschwindet das Kernende vollständig im Mantel. Der Spleiß ist gelegt und kann nun in das Geflecht gezogen werden. Der „Lineman's-Knoten" wird auf einen starken, verankerten Haken gehängt, das Auge am „Crossover" mit einer Hand fest auf Spannung gehalten und der Mantel vom Knoten her, in Richtung Auge über den fertigen Spleiß „gemolken". Dies sollte so geschehen, dass zunächst nicht zu viel des aufgebauschten Mantels zum Auge hin gemolken wird. Immer etwas ranholen und unter ständigem Straffhalten des Auges die Lose im Mantel über den Spleiß melken. Der Augspleiß ist fertig, sobald der „Kreuzungspunkt" komplett im Geflecht verschwunden ist, d.h., wenn der noch vorhandene Mantelfaden exakt an der Meßstelle (Pkt. 2) steht. Mit dem Mantelfaden wird der Spleiß direkt unterhalb des Auges mit 8 bis 10 Nadelstichen im Zickzack-Verfahren vernäht. Diese Maßnahme unterbindet ein mögliches Herausrutschen des Spleißes, bei geringer Belastung.
Achtung!: Dieser Augspleiß ist nur anzuwenden für das Spleißen von Nylon, Dacron (Polyester) und Polypropylene-Tauwerk. Man benutze ihn niemals in Verbindung mit Hochfesten Kernmantelgeflechten (Dyneema). Hochfeste Kern-Mantelgeflechte sind grundsätzlich nach der „Kern zu Kern-Methode" zu spleißen.
Einfacher Rückspleiß in geflochtenem Tauwerk
Die Idee des einfachen Rückspleißes (simple backsplice) stammt von Mr. Jim McGrew, Elverta, California, USA. Die Wiedergabe auf dieser Seite erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Patentinhabers, Mr. McGrew. Publiziert auch im Segelmagazin „Yacht" Nr. 4/2008 (Skippers Magazin).
Dieser Rückspleiß ist leicht und schnell zu fertigen und ersetzt einen Takling auf Schoten, Fallen und Festmachern. Das erforderliche Spleißwerkzeug läßt sich einfach aus einem 1 mm starken VA Schweißdraht herstellen, indem dieser gefaltet wird und die beiden Enden in einem kurzen Rundholz oder einer Holzkugel verankert werden.
Ausführung des Spleißes:
- Lege ca. einen Meter vom Tauende einen Slipknoten in die Leine.
- Entferne abgeschweißte Enden, ziehe ca. 20 bis 25 cm Kern aus dem Mantel und schneide das Kernende ab.
- Streiche, vom Slipknoten ausgehend, den Mantel zum Ende hin glatt aus.
- Das nun kernfreie (hohle) Mantelende wird zur Hälfte in sich selbst zurück gespleißt. Ertaste das Kernende im Mantel, führe genau an der Schnittstelle (Kernende) das Spleißwerkzeug in den hohlen Mantel und führe es genau in der Mitte des hohlen Mantelendes heraus. Hierbei ist stets darauf zu achten, daß das Spleißwerkzeug keine Garne des Mantelendes aufnimmt.
- Drösele das Mantelende 5–6 cm auf und stecke etwa die Hälfte der Garne in das Spleißwerkzeug. Halte mit der einen Hand locker (leichtes Kneten und Massieren erleichtert die Arbeit) das Mantelende und ziehe es mit dem Spleißwerkzeug soweit in den Mantel bis sich am Ende eine kleine, kreisrunde Öffnung zeigt. Streiche nun, zunächst vom Slipknoten, dann von der Austrittstelle des Mantelendes ausgehend, die Lose aus der Leine und schneide das herausragende Restende kurz ab. Das Reiben der Spleißzone zwischen den Handflächen läßt mögliche, noch herausstehende kurze Faserenden verschwinden. Der einfache Rückspleiß sollte mit einigen Nadelstichen vernäht werden.
Der Vorteil des einfachen Rückspleißes liegt darin, daß abgeschweißte Enden und Taklings entfallen und dieser, da das Tauende keine Verdickung aufweist, problemlos durch Blöcke und Augen geführt werden kann.
Dieser Rückspleiß gilt natürlich auch für kernloses Tauwerk (Hohlgeflechte, z.B. Gleistein, Dyna One).
Tau-Schäkel (Dyneema-Schäkel)
Ein Schäkel aus Tauwerk ist nichts Neues — Seeleute in der Segelschiffszeit stellten Befestigungselemente aus gedrehtem Tauwerk her, wenn Metallschäkel brachen und kein Ersatz verfügbar war. Sie waren wirtschaftlich, schnell hergestellt und vielseitig einsetzbar, hatten aber eine geringere Bruchfestigkeit und kürzere Haltbarkeit als Metallschäkel.
Moderne Alternative: Dyneema
Hochmoduliges Hohlgeflecht wie Dyneema bietet erhebliche Vorteile: extrem hohe Bruchfestigkeit nahe Drahtseil gleicher Stärke, wesentlich geringeres Gewicht und die Möglichkeit, Schäkel beliebigen Durchmessers zu formen.
Herstellung
Man nehme 1 Meter 6–8 mm mantelloses Dyneema-Seil, falte es zu einem kleinen Auge und spleißt die Enden zusammen. Ein Ende wird durch eine Hohlnadel hinter dem geformten Auge eingezogen und nach ca. 20 cm ausgeleitet (je nach gewünschter Schäkelgröße anpassbar).
Aus den zwei verbleibenden Leinenabschnitten wird ein Diamant-Knoten geformt. Der Mantel kann auf dem Kern gleiten, was eine Augengrößenverstellung ermöglicht — Vergrößern durch Schieben des Mantels zum Knoten hin, Schließen durch Durchziehen des Knotens durch das Auge.
Herstellung von Tauwerk
„Die Betriebe, in denen Tauwerk hergestellt wird, heißen Reepschlägereien. In Hamburg erinnert noch die Bezeichnung ‚Reeperbahn' an solche Betriebe, die dort früher, außerhalb der Stadt vor dem Millerntor, ihre Reepschlägerbahnen aufgeschlagen hatten. Die Reepschlägerbahnen sind 180 Faden oder 325 Meter lang. Aus dem Hanf werden Kabelgarne gesponnen, die die Länge der Reepschlägerbahn haben und hieraus stellt man Trossen von 120 Faden Länge her.
Die Herstellung des Tauwerks, heute nur noch maschinenmäßig betrieben, geschieht in folgender Weise: Man dreht mehrere Kabelgarne rechts herum und schlägt sie linksherum zu Kardeelen. Je nachdem, wie es verlangt wird, nimmt man nun 3 oder 4 Kardeelen und schlägt sie unter gleichzeitiger Linksdrehung rechts herum zu Trossen.
Man hat so rechtsgeschlagenes Tauwerk erhalten. Bei linksgeschlagenem Tauwerk verfährt man entgegengesetzt.
Bei vierschäftigem Tauwerk werden die vier Kardeelen, auch Schäfte genannt, um eine Seele herumgeschlagen.
Anfangs reckt sich das neue Tauwerk mehr oder weniger, je nachdem, ob man es vorher stark oder weniger stark gedreht hat, durchschnittlich um 10–20%. Manilatauwerk reckt sich stärker als Hanftauwerk.
Die Haltbarkeit des Tauwerks ist abhängig von der Art des verwendeten Materials. Gutes Tauwerk ist zwar teurer, hat dafür aber auch größere Lebensdauer.
In den einschlägigen Geschäften werden gewöhnlich folgende Sorten von Tauwerk vorrätig gehalten:
Segelgarn, Takelgarn, Schiemannsgarn, Hüsing, Marlleine, Steckleine, 6 Garnleine (1/2 Zoll), 9 Garne (3/4 Zoll) usw. Heute ist es gebräuchlich, das Tauwerk nur nach seinem Umfang in Zollen zu bezeichnen, wobei noch gleichzeitig angegeben wird, ob es sich um Trossen-, Want- oder Kabelschlag handeln soll. Unter einem dreizölligem Tau versteht man demnach ein Tau von 3 Zoll Umfang. Trossenschlag ist dreischäftiges, Wantschlag vierschäftiges und Kabelschlag doppeltgeschlagenes Tauwerk."
Hans Fehre, Seemännische Handarbeiten, Eckardt & Meßtorff, Hamburg 1942
Rechts- und linksgeschlagenes Tauwerk
An Bord wurde überwiegend rechtsgeschlagenes Tauwerk verwendet. Linksgeschlagenes Tauwerk benutzte man lediglich für bestimmte Zwecke:
„Die Marine verwendete früher für artilleristische Zwecke auch linksgeschlagene Trossen zu Taljeläufern. Dieses Tauwerk ist ebenfalls lose geschlagen, damit die Taljen leicht überholt und durchgeholt werden können." Albrecht Mühleisen, Handbuch der Seemannschaft, Bremen 1893
Linksgeschlagenes Tauwerk fand weitere Verwendung als Lot- und Logleinen, die zudem durchweg aus Hanffasern geschlagen waren.
Drahttauwerk
Die Herstellung von Drahttauwerk ist ähnlich wie bei Fasertauwerk.
Das in der Seefahrt übliche Drahttauwerk war sechskardeeliges Stahldrahttauwerk, das ab ca. 1840 auf Segelschiffen, vor allem als Stehendes Gut, verwendet wurde.
Stehendes und Laufendes Gut
Leinen und Trossen, später aus Stahldraht, fanden an Bord Verwendung als Stehendes und Laufendes Gut. Stehendes Gut ist in der Takelage oder an Deck ständig fest angebrachtes (unbewegliches) Tauwerk, das der Abstützung von Masten und Stengen (Stagen, Wanten, Pardunen) dient. Auch Fußpferde, Hanger und Strecktaue zählen zu Stehendem Gut.
Laufendes Gut ist alles Tauwerk, das durch Blöcke und Klotjes (Klotchen) geschoren ist, z.B. Fallen, Schoten, Brassen, Geitaue, Gordings, Flaggleinen u.a. Das Laufende Gut ist demzufolge an einem Punkt fest und steht entweder mit den Rundhölzern (Rahen, Bäumen) oder direkt mit den Segeln in Verbindung. Es dient insbesondere dem Setzen, Bergen und Bewegen der Segel.
Tauwerksstärken und Bändselgut
Dem Verwendungszweck entsprechend benötigte man an Bord unterschiedliche Tauwerksstärken. So nannte man Fasertauwerk mit einem Umfang bis zu zwei Zentimeter „Bändselgut" (auch „Bändselwerk"). Von zwei bis sieben Zentimeter „Leinen" und über sieben Zentimeter „Trossen". Bändselgut wiederum wurde unterteilt in Marleinen, Schiemannsgarn, Hüsing, sowie Netz-, Takel- und Segelgarn.
„Zum Bändselwerk gehören: Log, Lot-, Flaggleinen, Schiemannsgarn, Hüsing, Marlleinen, Steckleinen, Fischerleinen, Netzgarn, Bindfaden, Takelgarn und Segelgarn." Castagne, Fritz, Unterrichtsheft für die Segelschulschiffe der Kriegsmarine, Kiel 1935
Bändselgut brauchte man für alle täglich anfallenden Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten wie Betakeln von Tauenden, Aufsetzen von „Schweinsrücken" und „Hundepints", Bekleeden von Drahttauwerk und vieles andere mehr. Tauwerk, das zum Schutz vor „Schamfilungen" verarbeitet wurde, bezeichnete man als Fender- und Mattengut.
Wiederverwertung — Fuchsjes
Tauwerk war teuer und man benötigte viel davon, gebrochenes oder abgenutztes wurde nicht einfach fortgeworfen. So drehte man z.B. das Stück einer beschädigten Trosse auf in deren Kardeele. Aus einem Kardeel dröselte man dann bis zu vier Kabelgarne heraus, aus welchen wiederum sogenannte „Fuchsjes" gedreht wurden.
Füchse, Fuchsjes: Das war aus einzelnen Kabelgarnen alten Tauwerks handgearbeitetes Bändselgut, für alle möglichen Takelarbeiten; besonders aber genutzt zum Bekleeden des stehenden Guts, zur Fertigung von Matten und zum Flechten von Seisings (Zeisings).
Eine Arbeit für den „Moses", wie der Jüngste unter den Schiffsjungen genannt wurde. Die einfachste Methode, Fuchsjes zu drehen, ging so: Moses nahm ein Kabelgarn von etwa 10 Meter Länge, doppelte dieses und legte die Bucht über einen Nagel. Beide Enden hielt er gleich lang in einer Hand, setzte sich bequem auf einen Poller und begann, etwa einen Meter vom Nagel entfernt, mit flacher Hand die beiden Kabelgarn-Enden auf seinem Oberschenkel, vom Körper weg, kräftig zu rollen. Moses rollte und rollte; entfernte sich weiter und weiter vom Belegnagel und dürfte nach einiger Zeit ein „Zweigarn-Ende" von etwa acht Metern gehabt haben. Bevor er das Ende vom Nagel nahm, „labsalbte" er es kräftig mit einem teergetränktem Stück alten Segeltuchs und fertig war ein „Fuchsje"!
Segelschiffsleute verwendeten Fuchsjes aber auch gern für die Herstellung ihrer Freizeitarbeiten; für Plattings, Seekistengriffe, Glockenbändsel u.a. Alte Seemannsarbeiten in manchem Schiffahrtsmuseum weisen eindrucksvoll darauf hin.
Seisings (Zeisings)
„Seisings zum Beschlagen und sonstigem Befestigen der Segel werden je nach Größe aus drei oder vier Fuchsjes gemacht, welche man mit ihrer Mittelbucht über einen Pumpenbolzen oder dergleichen aufhängt, und flicht die drei oder vier Parten nach der Länge des Auges zusammen. Die Flechtung geschieht ganz einfach, indem man die äußeren Fuchsjes auf jeder Seite abwechselnd über die inneren bringt.
Darauf fügt man noch ein Fuchsje hinzu, und flicht es bis zu einer passenden Länge hinein. Je weiter man alsdann kommt, desto mehr Fuchsjes läßt man nach und nach fort, so daß sich der Seising gegen das Ende zu allmählich zuspitzt."
Bobrik, Eduard: Handbuch der Praktischen Seefahrtskunde, Leipzig 1848
Takelage
Der Begriff „Takelage" umfasst Masten, Rahen, Segel sowie stehendes und laufendes Gut von Segelschiffen. Eine ausgewogene Takelage bietet Seetüchtigkeit, Sicherheit und Geschwindigkeit — sie funktioniert als „Antriebsmechanismus" eines Segelschiffs.
Takelagetypen und -anordnungen bestimmen die Schiffsklassifikation (Vollschiff, Bark, Brigg, Brigantine usw.). Die Erstbetakelung erfolgte auf der Werft durch professionelle Takler, das Segelmachen in nahegelegenen Segelmachereien.
Wartung und Handwerkskunst
Erfahrene Seeleute führten kritische Wartungsarbeiten unter strenger Aufsicht durch. Offiziere wählten erfahrene Mannschaft für Takelagearbeiten aus, da unsachgemäße Knoten, schlechte Spleiße oder abgenutztes Tauwerk Leben gefährden konnten.
Blockwerk
Blöcke bestanden aus Gehäuse, Scheiben, Bolzen und Beschlägen. Holzblöcke verwendeten üblicherweise Eschen- oder Ulmenholz, während Metallblöcke größere Haltbarkeit für schwere Einsätze boten.
Blockarten
- Fußblöcke (schwenkbar)
- Herzblöcke (doppelscheibig)
- Lotblöcke (spezialisiert)
- Violinblöcke (Kraftverteilung)
Kraftsysteme (Jollen und Taljen)
Blockkombinationen boten mechanischen Vorteil beim Hieven und Heben — unverzichtbar vor der Motorisierung. Konfigurationen reichten von einfachen Umlenkblöcken bis zu komplexen Mehrscheiben-Systemen mit Kraftverhältnissen von 1:5 oder größer.
Notmast (Jury Mast)
Temporäre Masten, die eingesetzt wurden, wenn Hauptmasten brachen oder Gefechtsschäden erlitten hatten. Der „Jury Mast Knot" bot eine praktische Methode zur Stabilisierung von Ersatzmasten mittels Taljen in mehrere Richtungen.
Seemännische Handwerkszeuge
Die drei primären maritimen Berufe — Seemann, Takler und Segelmacher — verwendeten weitgehend identische funktionale Werkzeuge. Bemerkenswerterweise haben sich die Werkzeuge der Seeleute in Form und Funktion bis heute nahezu unverändert erhalten.
Eine Grundausstattung bestand aus einem scharfen Schneidmesser, einem Fid zum Spleißen, einem Marlspiker und einem Pricker.
Werkzeugorganisation
Takler auf Werften trugen mehrere Werkzeuge an einem „Taklerriemen" — einem schweren Ledergürtel von etwa 15 cm Breite mit genähten Schlaufen und Taschen, die Marlspiker verschiedener Größen, Pricker, Fids, Messer, Zangen und Drehwerkzeuge enthielten.
Der Segelmacher
Große Segelschiffe hatten Segelmacher als feste Besatzungsmitglieder. Ihre Werkstätten, Segelkojen genannt, enthielten Vorräte wie Tauwerk, Verstärkungsleder, verschiedene Metallbeschläge, polierte Holzwerkzeuge, Stahl-Marlspiker und Zangen.
Zur wesentlichen Ausrüstung gehörten zwei Arten von Segelmacherhandschuhen und Nadeln — vorzugsweise englischer Herkunft mit dreieckigen, langen Spitzen. Die Segelmacherzange diente doppeltem Zweck: dem Herausziehen von Nadeln aus schwerer Arbeit und dem Anziehen von Nähten durch Hebelwirkung.
Werkzeuge wie der Fid, die Kleedkeule und Drehwerkzeuge sind seit dem 15. Jahrhundert durch Schiffswrackfunde belegt.
Hein Seemanns Handwerkskasten
Seeleute stellten ihre eigenen Werkzeuge her, unter Verwendung von Materialien, die sie auf Reisen in ferne Länder erwarben — darunter tropische Harthölzer wie Pockholz und Ebenholz, Walknochen und Elfenbein.
Wenn Metallwerkzeuge benötigt wurden, verwendeten Seeleute ausrangierte Feilen — alte Rundfeilen wurden zu Marlspikern, Flachfeilen zu Schneidmessern umgearbeitet.
Seeleute schätzten ihre Werkzeuge und verzierten sie sorgfältig mit Knotenwerk, Einlegearbeiten und Gravuren.
Ausstattung eines Seemanns
Laut Kapitän Ernst Wagners Decksdienst (1937) sollte ein Seemann besitzen:
- 1 Marlspiker, etwa 45 cm lang, aus gehärtetem Stahl mit flacher Spitze
- 1 Marlspiker, etwa 30 cm, mit runder Spitze und Bändsel
- 1 Pricker (ca. 15 cm mit 8 cm Griff)
- 1 Fid
- 1 hölzernes Drehwerkzeug (4 cm Durchmesser, 30 cm Länge)
- 1 Kleedkeule
- 1 Segelmacherhandschuh
- Verschiedene Segelmacher- und Lieknadeln
- 1 scharfes Schneidmesser
Der Kreefbüdel
Ein Segeltuchbeutel von etwa einem halben Meter Höhe und zwanzig Zentimeter Durchmesser mit rundem Boden, aufgehängt an fünf oder sechs Tauwerksstrippen, die in einem einzigen Strick zusammenliefen. Der Tragriemen war mit Zierarbeiten versehen — möglicherweise mit Rund- oder Schraubplatting, Türkischen Bunden in verschiedenen Materialien und verstärkt mit geflochtenen Schweinsrücken oder anderen kunstvollen Verzierungen.
Inhalt
Der Beutel diente als persönliches Werkzeugset des Seemanns:
- Zwei oder drei Marlspiker (Spleißwerkzeuge)
- Ein spezieller Stahl-Marlspiker für schweres Drahttauwerk
- Ein oder zwei Pricker mit Holzgriffen
- Fids (Spleißwerkzeuge)
- Ein oder zwei Hämmer verschiedener Größen
- Kleedkeule („Muuskül")
- Zangen und Flachzangen
- Stahlmeißel
- Nähthaken
- Segelmacherhandschuhe
- Horndose mit Talg und Segelnadeln
Seeleute fertigten diese Beutel persönlich aus Segeltuch und verzierten ihre Werkzeuge oft selbst. Der Besitz hochwertiger, gut gepflegter Werkzeuge stellte seemännischen Stolz an Bord dar.
Fred Schmidt, Von den Bräuchen der Seeleute, Die Brigantine, Hamburg 1962
Flämisches Auge
Definition des Spleißens
„Um eine haltbare und glatte Verbindung zwischen zwei Tauwerksenden herzustellen, dreht man deren Enden auf und verwebt die einzelnen Kardeele miteinander. Dieses Verweben von Kardeelen nennt man Spleißen."
Flämisches Auge
Dies ist eine frühe Methode zur Herstellung einer Augschlinge in einer Leine oder einem Tau. Die Technik geht wahrscheinlich auf die Zeit vor dem hergestellten Tauwerk zurück.
Herstellungsmethode
Im Unterschied zu anderen Spleißen, bei denen Kardeele miteinander verwebt werden, beinhaltet diese Technik:
- Aufdrehen der Kardeele bis zu den einzelnen Kabelgarnen
- Je die Hälfte auf jede Seite legen
- Einzelne Garne mit Überhandknoten um eine Spiere binden
- Die Kardeele entlang der Tauwerklänge legen
- Die gelegten Kardeele verjüngen
- Gleichmäßig unterhalb des Auges umwickeln
- Um das Auge marlen
- Mit feinem Garn bekleeden
Aufgrund seiner „schlanken, glatten Form" wurde es besonders in der Segelmacherei verwendet — insbesondere als Augen in Schotecken, an denen Schoten befestigt waren.
Augspleiß
Zum Spleißen von Fasertauwerk verwendete man traditionell hölzerne Fids verschiedener Größen. Diese Werkzeuge wurden „aus heimischen oder tropischen Harthölzern gefertigt, gewöhnlich von den Seeleuten selbst." Walfänger schnitzten Fids aus Walknochen.
Hauptanwendung
Der Augspleiß diente dazu, „ein Auge am Ende einer Leine herzustellen" zur Befestigung an Pollern oder Pfählen. In der Takelage wurde er „ausgiebig beim Einarbeiten von Kauschen und Blöcken in stehendes und laufendes Gut verwendet."
Spleißtechnik — Rechtsgeschlagenes Tauwerk
Bei dreilitzigem rechtsgeschlagenem Tauwerk werden die Kardeele „gegen den Schlag" eingesteckt und fünf- bis sechsmal voll durchgespleißt, dann verjüngt und mit Segelmachergarn umwickelt.
Spleißtechnik — Linksgeschlagenes Tauwerk
Bei linksgeschlagenem Tauwerk werden die Kardeele ebenso „gegen den Schlag" eingesteckt, aber in Richtung „zum Körper des Spleißers hin." Die fünf bis sechs Gegenstiche folgen demselben Grundverfahren.
Segelmacherspleiß
Der Segelmacherspleiß ist eine Tauspleißtechnik, die hauptsächlich in der Segelmacherei verwendet wurde. Im Unterschied zu anderen Spleißen, die gegen den Schlag des Seils arbeiten, arbeitet diese Methode mit der natürlichen Richtung des Seils.
Er erzeugt ein merklich schlankeres Ergebnis als der Augspleiß und eignet sich besonders für Liekgut-Arbeit. Er schafft ein glattes Erscheinungsbild, weil die Garnrichtungen übereinstimmen.
„Das lose Kardeel windet sich fortlaufend um ein festes Kardeel" — Kapitän Ernst Wagner, Decksdienst, 1937
Kurzspleiß
Der Kurzspleiß verbindet zwei Seile oder Leinen gleicher Stärke. Seine Anwendungen umfassen das Verlängern von Seilen oder das Wiederverbinden gebrochener Leinen.
„Man dreht jedes Trossenende gleich weit auf (2 bis 4 Törns) und steckt ihre Kardeele, mit dem linken beginnend, gegeneinander." — Kapitän Ernst Wagner, Decksarbeit, 1937
Die Technik erfordert das Spleißen der Kardeele drei- bis viermal pro Seite, abwechselnd zwischen rechter und linker Seite, wobei das mittlere Kardeel zuerst gegen den bestehenden Schlag gearbeitet wird.
Langspleiß
Der Langspleiß verbindet zwei Tauwerksenden miteinander. Im Unterschied zum Kurzspleiß wird er nicht zum Spleißen von Festmacherleinen verwendet, sondern kommt eher bei Reparaturen am laufenden Gut zum Einsatz — aufgrund seines schlanken Erscheinungsbildes.
Die einzelnen Kardeele werden nicht über/unter gespleißt, sondern lediglich in den freien Gang des gegenüberliegenden Kardeels eingearbeitet. Nach dem Legen der Kardeele um etwa 12 Törns werden sie verjüngt und mit einem Überhandknoten gesichert.
Etwa ein Drittel der Fasern wird aus jedem Kardeel zur Verjüngung entfernt, mit einem Überhandknoten geknotet und im Schlag des Seils verborgen.
Kapitän Ernst Wagner: Decksarbeit, ein Handbuch für Seeleute, 1937
Rückspleiß
Seeleute beendeten Tauwerksenden traditionell mit einem „Takling" — dem straffen Umwickeln des Tauwerkendes mit Takelgarn und der Sicherung durch Nähen. Die benötigten Werkzeuge waren Segelmacherhandschuh, Segelnadeln, Bienenwachs und Drehknüppel.
Wenn ein Takling sich löste und die richtigen Werkzeuge nicht verfügbar waren, wendeten Seeleute einen Rückspleiß als vorübergehende Lösung an.
„Der Rückspleiß, auch als ‚Spanischer Takling' bekannt, war stets nur ein behelfsmäßiger Takling."
Vorgehensweise
- Tauwerk-Kardeele 30–40 cm aufdrehen (je nach Stärke)
- Einen „Hahnepoot" bilden durch Kreuzen der Kardeele, wobei das letzte Kardeel durch die Schlaufe des ersten Kardeels geführt wird
- Die Konfiguration straff ziehen
- Die Kardeele zwei- bis dreimal zusammenspleißen
Der Rückspleiß sollte bei Gelegenheit durch einen ordnungsgemäß genähten Takling ersetzt werden.
Spleißen von Drahttauwerk
Das Spleißen von Drahttauwerk folgte ähnlichen Methoden wie das Spleißen von Fasertauwerk, verwendete aber zahlreiche eigene Techniken, die heute „selten ausgeführt" und manchmal „aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugelassen" sind.
Stahldrahttauwerk bleibt auch heute noch unverzichtbar — für stehendes Gut auf Segelyachten, Schiffsstandards, schwere Schlepptrossen und Winden. Moderne Werften pressen Augspleiße heute mit hohem Druck in Stahlhülsen, anstatt von Hand zu spleißen.
Werkzeuge
Zum Spleißen benötigte man einen Marlspiker passender Größe mit flach geschliffener Spitze, idealerweise aus Stahl. Für Drahttauwerk bis 10 mm Durchmesser verwendete man einen „Pricker" mit Holzgriff.
Hamburger Augspleiß
Der „Hamburger Augspleiß", auch als „3-2-1" unter Seeleuten bekannt: Das erste Kardeel wurde unter drei feste Kardeele geführt, das zweite unter zwei, das dritte unter eines, und die verbleibenden Kardeele unter einzelne Kardeele. Englische und amerikanische Seeleute nannten dies den „Liverpool Splice".
Bekleeden, Bekleiden
Um eine Leine gegen Witterungseinflüsse zu schützen, „bekleedete" der Seemann diese, das heißt, er umwand es dicht an dicht mit Schiemannsgarn. Das Bekleeden erfolgte mit einer Kleedkeule, einem alten seemännischen Handwerkszeug, mit dessen Hilfe das Schiemannsgarn sehr fest um das zu bekleedende Tau gewunden werden konnte.
Das Bekleeden mit einer einfachen Kleedkeule erforderte zwei Mann. Ein geübter Matrose drehte die Keule und der „Junge" folgte jeder Drehung um die gespannte Trosse mit dem zu einem Ball geformten „Hüsing-Gut" nach.
In den Taklereien an Land hatte man bald die einfache Kleedkeule durch Anbringen einer Rolle am Stiel weiterentwickelt und sparte so den zweiten Mann ein.
Eine andere Methode, die Arbeit von nur einem Mann ausführen zu lassen, war die Konstruktion einer aufklappbaren Rolle, die um die gespannte Trosse gelegt wurde und das Hüsing-Gut aufnahm.
Arbeitsschritte
Die einfache Kleedkeule lief vor dieser Rolle und wickelte mit jeder ihrer Drehungen die Hüsing ab. Nachdem eine Trosse gespannt war, füllte man deren „Keepen" mit dünnem Tauwerk über die zu bekleedende Strecke aus.
Dieser Arbeitsschritt hieß „Trensen" und verlieh der Trosse eine gleichmäßig glatte Oberfläche.
Danach folgte das „Schmarten", d.h., der zu bearbeitende Bereich der Trosse wurde konserviert, indem dieser mit einem schmalen, in Teer getränktem Segeltuchstreifen spiralförmig umwickelt und dann mit Takelgarn „gemarlt" wurde.
Der Seemann nannte diesen Arbeitsschritt „eine Marling aufsetzen", und drückte damit aus, daß er die soeben ausgeführte Arbeit „beigebändselt", d.h., festgesetzt hatte. Dieses Beibändseln (Marlen) wurde in Form einer Reihe von Halben Schlägen, den sogenannten „Marlschlägen", um die zu befestigende Arbeit gelegt. Den Arbeitsschritten Trensen, Schmarten und Marlen folgte das eigentliche „Bekleeden" (Bekleiden) der Arbeit.
Bekleedet wurden Naturfasertauwerk und Drahttauwerk. Stehendes Gut, Stander und Fußpferde bestanden, etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts, aus Drahttauwerk und waren in der Regel „gelabsalbt" und mit geteertem Tauwerk (Hüsing) „bekleedet".
Hundepints
Als Hundepint bezeichnete der Seemann mit dem Messer ausgedünnte und zugespitzte Tauwerksenden, die teilweise mit kunstvoll geflochtenen Katnings belegt oder mit dünnem Garn fein benäht waren.
Herstellungsmethode
Der einfachste und wahrscheinlich älteste Ansatz bestand darin, das Tauwerk in einzelne Kabelgarne aufzudrehen, die inneren Garne auszudünnen, sie zu einer Spitze zu formen und mit Takelgarn zu marlen. Die intakten äußeren Garne wurden dann in ein einfaches Katning gewebt, um das verjüngte Ende zu bilden.
Praktischer Nutzen
Die mit einem Hundepint bekleidete Leine ließ sich schnell und mühelos durch Blöcke, Kauschen und Augen scheren.
Obwohl die Herstellung zeitaufwendig erschien, verbesserte diese Tauwerksbehandlung die Schiffs- und Mannschaftssicherheit erheblich, da sie den schnellen Einsatz bei Notfällen ermöglichte — wie beim Ersetzen gebrochener Leinen bei schwerem Wetter und nächtlichen Einsätzen.
Schweinsrücken
Schweinsrücken sind mit einem oder mehreren Garnen auf Tauwerk oder Gegenständen ausgeführte Flechtarbeiten.
Schutzfunktionen
- Bedeckten Flämische Augen und Standard-Augspleiße in Leinen und Trossen
- Schützten Tauwerk vor Schamfielen an rauen Oberflächen
- Schützten Ausrüstung während des regulären Schiffsbetriebs
- Wurden auf Geländer, Handläufe, Augbolzen, Lümmeln und kreisrunde Gegenstände aufgebracht
Dekorativer Zweck
Besonders auf persönlichen Werkzeugen dienten sie sowohl ästhetischen als auch praktischen Funktionen.
Walfang
Bestimmte Varianten hatten spezialisierte Walfanganwendungen. Flechtwerk wurde um Harpunenschäfte gewickelt, wobei ein Auge entstand, an dem die Fangleine befestigt wurde. Diese Konstruktion widerstand den enormen Kräften, die durch Walgewicht und -bewegung entstanden.
Tauwerksmatten
Junge Seeleute mussten verschiedene Mattenflechttechniken erlernen, darunter „das Legen des gewöhnlichen und des französischen Plattings mit Auge und Legen eines Schweinsrückens; Anfertigen einer englischen Matte und einer Schwertmatte."
Verwendung
Tauwerksmatten dienten vielfältigen Zwecken an Bord:
- Blockmatten: Dämpften den Aufprall von Blöcken
- Oval-/Ozeanmatten: Allzweck-Bodenbeläge
- Lang-/Stufenmatten: Schutz von Treppenkanten, Rutschprävention
„Matten aus Tauwerk, von Kardeels geflochten," boten Reibungsreduzierung dort, wo Seile oder Segel mit scharfen Gegenständen in Kontakt kamen, wobei englische Matten „am bequemsten zu flechten" waren. — Hans Fehre, 1942
Fender
Tauwerk-Fender waren unverzichtbare Ausrüstung an Bord. Wenn Schiffe an Pieren oder längsseits anderer Schiffe festmachten, wurden Fender an den Seiten ausgebracht, um den Rumpf vor Reibung und Beschädigung zu schützen.
Fender gab es in verschiedenen Größen und Formen: Langfender, Ballfender sowie Bug- und Heckfender. Sie wurden mit Flechtmethoden — „Plattings" oder „Katnings" — hergestellt, entweder aus einer einzigen durchlaufenden Leine oder aus mehreren einzelnen Leinen.
Fender wurden von den Schiffsausrüstern an Land oder von Taklereien bezogen. An Bord war die Fenderherstellung eine Aufgabe für Leichtmatrosen und Schiffsjungen.
Fast jede der zahlreichen Katning- oder Platting-Flechtmethoden konnte angewendet werden. Allerdings bevorzugten Seeleute bei Zeitdruck einfache Muster wie offenes oder geschlossenes Halbstich-Katning.
Als Material dienten minderwertigere Tauwerke wie Kokos und Sisal sowie gebrauchtes oder beschädigtes Manila- und Hanftauwerk aus dem täglichen Schiffsbetrieb.
Knoten: So alt wie die Menschheit?
Die Fähigkeit zum Binden entwickelten Menschen wohl kurz nach der Schöpfung als Überlebensfertigkeit. Wissenschaftliche Nachweise zeigen, dass „Primaten in der Lage sind, einfache Knoten auszuführen" — belegt durch Zoo-Tierversuche und Gorilla-Nestbau.
Frühe Menschen verwendeten wahrscheinlich grundlegende Knoten — den Überhandknoten und den „Altweiberknoten" — sowie gelegentlich den „Kreuzknoten" (Reffknoten). Natürliche Materialien waren Gräser, Schilf, Zweige, Wurzeln und tierische Produkte wie Häute und Sehnen.
Archäologische Belege
Ein bedeutender Fund von 1991 betraf eine 5.300 Jahre alte Mumie (den „Gletschermann" oder Ötzi), gefunden in Alpengletschern. Seine erhaltene Kleidung und Ausrüstung offenbarten ausgefeilte Nahttechniken und verschiedene Knotentechniken, darunter Halbstiche, Überhandknoten, Reffknoten und Bindesticke.
Das Zeitalter der Segelschiffe
Maritime Anforderungen trieben die Knotenspezialisierung voran. Zwischen 1800 und 1900, in der Ära der großen Segelschiffe, erlebte die seemännische Knotenkunst ihre Blütezeit. Unverzichtbare Knoten waren der Achtknoten als Stopperknoten und der Palstek für Seilverbindungen.
Der Segelschiffsmann
Ein Seemann, der mit Fid und Marlspiker umzugehen wusste, Manila- und Drahttauwerk spleißen, Knoten sachkundig knüpfen und seinen Kameraden komplizierte Zierknoten vorführen konnte, genoss Respekt und hohes Ansehen an Bord. Solche Seeleute dienten als wertvolle Lehrer für jüngere Mannschaftsmitglieder.
Der geschickte Seemann — oder „Janmaat" — schätzte Qualitätswerkzeuge und fertigte und verzierte sie oft persönlich.
„Every hair a ropeyarn, every finger a marlinespike and his blood of Stockholm Tar" — Altes englisches Sprichwort
Lebens- und Arbeitsbedingungen
Seeleute ertrugen primitive Bedingungen hinsichtlich Unterkunft, Verpflegung, Gesundheitsversorgung und Bezahlung bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Trotz aller Entbehrungen vollbrachten sie bemerkenswerte Leistungen mit Geschick und Hingabe. Viele waren tätowiert mit Symbolen wie „Glaube, Hoffnung, Liebe" oder Schiffen, auf denen sie gedient hatten.
Tabak und Pfeifen
Rauchpfeifen hatten erhebliche Bedeutung unter Segelschiffsbesatzungen. Nur ausgebildete Seeleute durften rauchen; jüngere Mannschaft unterlag strengem Verbot. Seeleute stellten Pfeifen oft selbst aus Muscheln, Horn oder Pockholz her.
Seekisten
Die persönliche Habe der Seeleute passte in eine einzelne Seekiste von etwa 90 × 40 × 50 cm. Tauwerk-Griffe mit dekorativem Seemannswerk zierten die Seiten. Ein ungeschriebenes Gesetz verbot das Abschließen der Kisten während der Reise.
Freizeitbeschäftigungen
Begrenzte Freizeit an Bord förderte vielfältige kreative Beschäftigungen: aufwendige Türkische Bunde, Werkzeugverzierung, dekorative Seekistengriffe und Seilkunststücke. Viele besaßen künstlerisches Talent — Kistendeckel trugen gemalte Szenen großer Segelschiffe.
Schnitzerei und Gravur
Seeleute schufen kunstvoll geschnitzte und gravierte Stücke aus Holz, Knochen, Horn, Schildpatt und anderen Materialien mit einfachen Klappmessern, Segelnadeln, Feilen und Haifischhaut. Walknochenschnitzerei („Scrimshaw") blühte besonders unter amerikanischen Walfängern des 19. Jahrhunderts.
Seemannsknoten
„Seine Unterrichtung begann beim Kreuzknoten und sämtlichen Tauspleißen, es folgten selbstverständlich der Palstek, das Plattinglegen, ferner den Tallreepknoten und anderes mehr." Hans Blöss
Es ist schwer, sich auf eine Zahl von Knoten mit dem Prädikat „Seemannsknoten" festzulegen. Der internationale Charakter der Seefahrt führte dazu, daß bereits in der Segelschiffszeit, sich Schiffsmannschaften aus Seeleuten mehrerer Nationen zusammensetzten. So zeigte der skandinavische Seemann dem deutschen Jungen einen Knoten, den dieser noch nicht kannte, und umgekehrt ebenso. Es ergab sich ein reger Austausch unterschiedlicher Knotenkenntnisse auf internationaler Ebene, was dazu führte, daß es heute sicher mehr als einhundert Knoten gibt, die den Namen „Seemannsknoten" führen.
Wie viele Knoten der Seemann in der Praxis wirklich benötigte, steht nirgends geschrieben. Zählt man die reinen Gebrauchsknoten, so mögen es etwa fünfundzwanzig gewesen sein.
Die Arbeit an Deck und in der Takelage, das Segelsetzen- und bergen, wie auch die Lade- und Löscharbeiten in den Häfen setzten Kenntnis und sichere Anwendung einer Anzahl seemännischer Gebrauchsknoten unbedingt voraus.
Seemännische Gebrauchsknoten erfüllen folgende Bedingungen: Bei richtiger Ausführung halten sie sicher und fest. Sie sind einfach und schnell zu schlagen und nach Belastung ebenso schnell wieder zu lösen. Dies gilt in trockenem Zustand wie auch in nassem.
Werden z.B. zwei Leinen oder Trossen miteinander verbunden, so wandte man einen „Verbindungsstek" (z.B. Schotstek, Trossenstek usw.) an.
Wollte man eine Festmacherleine auf einem Dalben oder Poller belegen, so schlug man einen „Festmacherstek" (Palstek, Roringstek, Webeleinstek usw.) in die Trosse.
„Einen Knoten machen", sich so auszudrücken, entsprach nicht der Seemannssprache. Knoten wurden, wie auch das Tauwerk, „geschlagen". Um eine unter Zug stehende Leine abzustoppen oder zu belegen, bediente sich der Seemann z.B. eines „Halben Schlags" oder auch zwei halber Schläge. Sollte eine Leine um ein Rundholz gelegt werden, so führte man dies mit einem oder zwei „Rundtörns" aus. Sollte diese Leine festgesetzt werden, setzte man einfach „zwei Halbe Schläge" mit dem Ende, das sich in der Hand befand, auf, und hatte damit den „Rundtörn mit zwei Halben Schlägen" ausgeführt.
In der niederdeutschen Seemannssprache unterschied man bei den üblichen seemännischen Gebrauchsknoten in „Steke" (Stiche) und „Knoten".
Stiche
Stiche. Hierunter verstehen wir, im Gegensatze zu den eigentlichen Knoten, alle jene schleifenartigen Verschlingungen eines Taues oder auch zweier, bei denen das Tau nicht in seine einzelnen Kardeele oder Stränge aufgedreht zu werden braucht. Es giebt sehr viele Stiche und ihre Erlernung gehört zu den ersten Dingen, mit denen sich der junge Seemann zu befassen hat.
Folgende Stiche, mitunter auch Knoten genannt, sind die wichtigsten:
Achtknoten. Dieser bekneift sich nicht wie ein gewöhnlicher Überhandknoten, wenn Kraft darauf kommt.
Halbstich: Dieser kommt in verschiedenen Verbindungen und in verschiedener Anzahl vor.
Gurtenstich, der benutzt wird, um die Bauch- und Nockgurten in die Leiche einzubinden. Dieser Stich ist ein einziger Halbstich; der Tamp ist an seiner eigenen Bucht beigezeist.
Leesegelschotenstich, auch „zwei laufende Halbstiche" genannt. Der erste befindet sich außen, der zweite innen. Auf diese Art bekneift er sich nicht so fest und geht von selbst auch nicht auf.
Der Ankerstich besteht aus zwei Rundschlägen und einem Halbstiche; der Tamp ist an das stehende Tau beigezeist.
Pfahlstich. Diese Schleife wird entweder um einen Pfahl geschlungen oder dient einem oben oder außenbords arbeitenden Manne als Sitz, oder auch dem Rudersmanne bei sehr schlechtem Wetter als Schutz.
Knoten
Hier genügt die Kenntnis einiger wenigen Knoten, die eigentlich auch nur durch praktische Uebung erlernt werden können.
Einfacher Schauermannsknopf, wird gebraucht für die Taljereepe des stehenden Gutes. Mit der ersten Kardeele wird eine Bucht gegen die Sonne gelegt, der Tamp dann hinter den beiden anderen herumgenommen und gegen den Rücken der eigenen Bucht nach oben gelegt. Mit der zweiten Kardeele wird wieder eine Bucht gegen die Sonne gelegt, das Ende durch die Bucht der ersten Kardeele gesteckt und wieder an den Rücken der eigenen Bucht, also links davon, nach oben gesteckt. Mit der dritten Kardeele verfährt man ähnlich, nur wird ihr Tamp durch die vorhergehenden Buchten gesteckt.
Albrecht Mühleisen, Seemannschaft, Bremen 1893
Der hier beschriebene, einfache Schauermannsknopf, trägt in der deutschen Seemannssprache auch die Bezeichnung „Dänischer Pützenknoten", in Englisch ist es der „Single Matthew Walker". Die Knotenbezeichnungen, wie sie heute gebraucht werden, z.B., Palstek (Pfahlstich) und Schauermannsknoten (Schauermannsknopf), sind identisch mit jenen, wie man sie in der Segelschiffszeit benutzte.
Der Rosenknoten
Hört man von einem „Rosenknoten", so könnte man meinen, es handle sich um einen Zierknoten. Dem ist nicht so: Der „Rosenknoten", ein Knoten von schöner Form, wurde bereits im 18. Jahrhundert auf Segelschiffen als Stopperknoten an Deck und in der Takelage benutzt.
Er ist ein reiner Arbeits- oder Gebrauchsknoten und vergleichbar mit dem Fallreepsknoten, dessen Funktion ja darin besteht, ein Ende abzuschließen, zu „stoppen". Der Aufbau derartiger Knoten, in der Regel aus drei oder vier Kardeelen gelegt, setzt sich zusammen aus den Elementen „Hahnepoot" (Kreuz, Krone), „Einfacher Taljereepsknoten" und deren Verdoppelungen.
„Rosenknoten" Das Legen des Rosenknotens geschieht mit vier Kardeelen. Es ist eine Zusammensetzung von Kreuz, darüber ein Taljereepsknoten und darauf wiederum ein Kreuz. Hat man dieses soweit gelegt, so zieht man das Ganze dicht zusammen und steckt den Taljereepsknoten noch einmal unterhalb seiner Buchten nach, was in gleicher Weise mit dem oberen Kreuz geschieht. Zuletzt steckt man die Kardeele durch den Knoten nach unten und verschneidet sie möglichst kurz, nachdem man das Ganze straff zusammengezogen hat.
Fehre, Hans: Seemännische Handarbeiten, Eckardt & Meßtorff Verlag, Hamburg 1960
Der zuerst gelegte „Hahnepoot" erscheint, nach dem Zusammenziehen des zunächst lose gelegten Rosenknotens, oben. Dies ist eine Folge der Verdoppelung des Taljereepsknotens wie auch des darüber liegenden zweiten Hahnepoots.
Von der Seite betrachtet, besitzt der aus vier Kardeelen gelegte Rosenknoten, das Aussehen eines dreifachen, und doppelt gelegten, Türkischen Bundes mit vier Buchten, wobei die Buchten von dem doppelt gesteckten Taljereepsknoten und dem ebenfalls doppelt gelegtem Hahnepoot gebildet werden.
Plattings an Bord
„Plattings sind im Gegensatz zu gedrehten geflochtene Enden. Sie dienen entweder zur Zierde, dann sind sie aus besseren Materialien, Hüsing, Fischleine oder dergl., hergestellt, oder man verwendet sie, von Kabelgarns gelegt, durch Aufnähen auf Segel (einfacher oder französischer Platting) oder Umwickeln von Stagen (Tausendbein Platting) als Schutz gegen Schamfilung." Fehre, Hans: Seemännische Handarbeiten, Eckardt & Meßtorff, Hamburg 1942

Auf Segelschiffen wurden besonders die einfacheren Plattings, das „Tausendbein" etwa, ständig gebraucht, und oft war das Flechten Aufgabe der Jungen und Leichtmatrosen.
Es wurde grundsätzlich aus für andere Zwecke unbrauchbar gewordenem oder gebrochenem Tauwerk geflochten.
Man schnitt Tauwerksreste in etwa 20 cm lange Stücke und zerlegte diese in Kabelgarne. Die Kabelgarne wurden dann einzeln, oder zu Paaren, zwischen drei und sieben gleichlangen, in Hüfthöhe gespannten dünnen Garnen, eingeflochten (eingezogen).
Das Ergebnis: Ein zwei bis drei Meter langes, schmales teppichartiges Geflecht, das als Schamfilungsschutz (zum Schutze der Segel) um Stagen, Wanten und Pardunen wie auch andere feste Einrichtungen des Schiffes, an welchen sich etwas reiben konnte, gewunden wurde. Genügte eine Länge Tausendbein nicht, so bändselte man einfach eine zweite oder dritte daran, bis der sensible Bereich abgedeckt war.
„Tausenbeinmachen" hat sich bis heute bewährt. Begegnet man im Hafen oder auf See gelegentlich einem „Großsegler", so schaue man in seine Takelage: Die bürstenartigen Gebilde, wie Pfeifenreiniger aussehend, sind das sogenannte „Tausendbein" (engl. Baggywrinkle). Nicht mehr aus Hanf- oder Manila-Kabelgarns wie früher, sondern aus Chemiefasertauwerk. Doch immerhin: Auf Seglern braucht man sie und stellt her wie einst.

Tausendbein brauchte man immer. Der Bootsmann konnte nie genug davon haben. An Bord der Gorch Fock genügte der kleinste Anlass, die geringste Unaufmerksamkeit, um sofort zwei oder vier Meter „Tausendbein machen" in der Freizeit, aufgebrummt zu bekommen. So war es um das Jahr 1962. Es war herrlich: Des Bootsmanns „Last" war stets randvoll, und mußte man zuviel des Guten machen, so langte man über den Rand der „Last" und „zog" sich einige Meter.
Unverzichtbar an Bord waren außerdem, Zeisinge, die zum Festmachen der Segel gebraucht wurden, Taustopper, Taureeps und Gurte für Lade- und Löscharbeiten — all das gehörte zum „Plattinglegen".
Die Zeisinge alter Art flocht man, beginnend mit drei Parten, die man, sobald das Auge groß genug war, zusammen legte und mit sechs Parten weiterflocht. In bestimmten Abständen legte man weitere Parten ein, mit welchen man weiter arbeitete, so daß der Zeising zur Mitte hin breiter wurde. Zum Ende hin, wenn die Arbeit die gewünschte Länge besaß, ließ man Part um Part, ebenfalls in Abständen, fallen und schnitt diese ab, so daß das Ende letztendlich spitz in drei Parten auslief. Solche Zeisinge schonten die Segel, „sie taten den Segeln nicht weh", weil sie, wie breite Gurte, die Segel schonend einbanden.
Zur Zeit der großen Segelschiffe fanden geflochtene Plattings für vielerlei Zwecke an Bord Verwendung. Sie waren hervorragend geeignet als Reffbändsel, Stropps für Blöcke, Befestigungselemente für die Besegelung und Teile des stehenden Guts (z.B. für Aufhängung und Führung der Fußpferde). Der Bootsmann war gut beraten, für alle Fälle einen ausreichenden Vorrat zur Verfügung zu halten. Für alle Zwecke gab es ein sinnvolles Flechtmuster.
Es konnte flach, halbrund, rund, eckig oder gar oval sein. In der täglichen Praxis dürfte allerdings die Beherrschung einiger Muster der Flachplatting, die auf Segel genäht oder um feste Objekte gewunden werden konnten, und vielleicht das Legen einer Rund- oder Halbrundplatting, die sich bestens eignete, ein Klotje oder eine Kausch einzuarbeiten, ausgereicht haben.
Die komplizierteren Plattings waren schon zu jener Zeit dem Bereich „Seemännische Freizeitarbeiten", heute „Fancywork", zuzuordnen.
Will man nun einen Platting legen, egal, ob den aus drei Parten bestehenden „Zopf" oder den aus acht Parten gefertigten „Vierkantplatting", so erleichtert folgendes die Arbeit:
Die Parten sind am Anfang zusammenzunehmen und mit einem Behelfstakling (Würgestek, auch Constrictor-Knoten genannt) zu versehen.
Die zusammengebändselten Parten sind auf einen festen Nagel/Haken zu legen und zu gleicher Zahl auf beide Hände zu verteilen.
Das Legen/Flechten beginnt, indem alle Parten gleichmäßig in Richtung Flechtender, leicht straff zu halten sind. Nach jedem Legen einer Part, ist das Geflecht mit etwas mehr Kraft festzuziehen, so daß der Platting am Ende eine ebene Form aufweist.
Halbrundplatting aus sechs Buchten
Die sechs Buchten sind zusammengebändselt und an einem Nagel befestigt. In jeder Hand liegen, parallel nebeneinander, drei Parten. Der „Flechter" legt nun eine der äußeren Parten, sagen wir, die linke äußere, nach rechts, unter drei Parten und führt sie zwischen der zweiten und dritten Part der rechten Seite nach oben und links hinaus. Das gleiche Spiel wird nun mit der rechten äußeren Part gemacht, danach wieder mit der linken äußeren Part usw., bis die beabsichtigte Länge des Halbrundplattings erreicht ist.
Es wird stets die äußere Part gelegt. Erst von der einen, dann von der anderen Seite der rechts und links gehaltenen und parallel zueinander liegenden Parten.
Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht! Gleichmäßiges Halten und Straffziehen der Parten führen bald zum gewünschten Erfolg. Der Halbrundplatting eignet sich gut, um ein Auge für eine Hundeleine, ein Messerbändsel oder einen Tragegriff für eine Tasche oder einen Koffer zu flechten. Die Halbrundstruktur des Plattings wird erst ca. zwei Zentimeter nach dem Anfang deutlich. Daher sollte dieser Bereich mit einem „Türkischen Bund", oder anderem Knoten, abgedeckt werden.
Der Vierkantplatting
Ganz einfach, sobald man hinter das System des Halbrundplattings gestiegen ist: Man nehme acht dünne Parten, bändsle sie zusammen und befestige das Ganze an einem Nagel.
Man halte in jeder Hand vier Parten, ein wenig straff, parallel zueinander, und beginne mit dem Legen:
Mit der rechten äußeren Part unter den drei nächstliegenden linken Parten und von unten durch die Mitte der vier rechten Parten nach oben hinaus und rüber nach rechts.
Dann linke, wie rechte Parten gleichmäßig straffen und so weiter. Mit welcher Part, ob linker oder rechter, man die Arbeit beginnt, ist einerlei. Es ist lediglich die Folge des Legens der äußeren Parten beizubehalten: Links/rechts oder rechts/links usw.
Das nachfolgend eingefügte Bild zeigt den Anfang einer Hundeleine. Das Auge ist aus einem Halbrundplatting mit sechs Parten geflochten.
Ist das Auge ausreichend groß, so werden beide Enden des Auges zusammengenommen und mit einem Behelfstakling festgesetzt.
Für die weitere Arbeit stehen nun zwölf Parten zur Verfügung. Von diesen legt man vier Parten so zurück, daß sie in etwa einem gleichen Winkelabstand (90 Grad) zueinander haben. Diese vier Parten bieten sich an, später daraus einen festen Knoten zu legen.
Nachdem die vier Parten zurückgelegt sind, wird aus den nunmehr acht Parten, der Vierkantplatting in gewünschter Länge geflochten. In das Ende des Vierkantplattings kann ein kleines Auge, etwa in Form des Halbrundplattings mit sechs Parten, geflochten werden.
Dazu läßt man, wenn die entsprechende Länge des Vierkantplattings erreicht ist, einfach zwei Parten fallen und arbeitet mit den sechs verbliebenen Parten weiter, bis das Auge groß genug ist.
Zu den zwei Parten, die man vorher fallen ließ, steckt man später ein oder zwei kurze Enden dazu und legt daraus einen geeigneten Knoten, einen Türkischen Bund, Diamantknoten, Fußpferdknoten o.a. Auch die sechs Parten, die man bis zum Schluß verarbeitet, werden am Ende zurückgelegt, fest beigebändselt und zu einem Knoten gelegt. Abschließend legt man aus den oben zurückgelegten vier Parten ebenfalls einen der bereits angeführten Knoten. Hierbei handelt es sich um sogenannte „stehende Knoten" (stehender Diamant, stehender Türkischer Bund usw.), da sie aus Parten der Flechtung gelegt und nicht verschiebbar sind.
Der Fußpferdknoten
Beim Fußpferdknoten handelt es sich um einen weniger bekannten Knoten. Er ist in seiner Struktur gleich der des Diamantknotens. Der Knoten kann aus mehreren, jedoch auch, aus nur zwei Parten gelegt werden. In der Segelschiffszeit wurde dieser Knoten als Endknoten auf Leinen, wie auch als „rutschfester" Knoten in den Fußpferden, auf welchen die Seeleute beim Segelbergen standen, benutzt. Aus zwei Enden dünner Leinen oder Kabelgarnen, in bestimmten Abständen in die Fußpferde eingearbeitet, gab der Fußpferdknoten eine gewisse Sicherheit vor dem Ausrutschen. Der Fußpferdknoten aus zwei Enden wird so gelegt:
Bild 1: Zwei Enden von je ca. 80 cm Länge, rechtwinklig zueinander stehend, durch die Leine stecken.
Bild 2: Die nun vier gleichlangen Enden nach Muster „Diamantknoten" legen, d.h.: Man lege ein Ende (1. Ende) über das nächstliegende (2. Ende) und führe es unter dem nächsten Ende (3. Ende) nach oben durch. So geht es weiter (mit 2. Ende), in die gleiche Richtung, bis der Kreis sich schließt, d.h., das letzte zu verarbeitende Ende wird über (1. Ende) und unter (2. Ende), das leicht anzuheben ist, nach oben hinaus geführt.
Bild 3: Zeigt den üblichen Fußpferdknoten mit einer Verdoppelung der Parten, wie er besonders in den Fußpferden der Klüverbäume, die oft ohne Netz waren, Verwendung fand. Auf das Ende einer Leine aufgesetzt, ist der Fußpferdknoten ein guter Stopperknoten. Dazu wird aus den drei oder vier Kardeelen zunächst ein Hahnepoot (Krone) gelegt und darunter ein einfacher Taljereepsknoten. Ist dies geschehen, so zieht man die Parten gleichmäßig straff und sticht deren Enden nach oben durch die Mitte des Hahnepoots durch. Die Kardeele werden zusammengedreht und mit einem Takling versehen.
Die Zeit dieses traditionellen Seemannsknotens ist vorüber. Wer ihn noch kennt, könnte ihn gut verwenden an Kletterseilen und überall dort, wo ein Knoten sich auf einer Leine nicht verschieben lassen sollte. Das war der einfache Fußpferdknoten. Daneben gibt es noch den langen, und der eignet sich, um daraus einen seemännischen Schlüsselanhänger (keyring) zu fertigen.
Der lange Fußpferdknoten (Long Footrope Knot) als Schlüsselanhänger (Key Fob)
Wie oben gezeigt, wird der einfache Fußpferdknoten aus vier Parten gelegt, die man erhält, indem zwei Enden gleicher Länge bis je zur Hälfte durch das Fußpferd gesteckt werden. Um diesen Knoten zu einem handigen Schlüsselanhänger machen zu können, bedarf es eines kleinen Tricks, denn das „Fußpferd" ist zunächst zu bilden. Man nimmt also (z.B.) zwei dünne Leinen, 1,4 Meter lang, Stärke etwa 0,5 Zentimeter und bringt sie so zusammen, wie „Bild 1" es zeigt. Alle sich daraus ergebenden vier Enden sind nahezu gleich lang und werden durch zwei feste „Würgesteks", die ca. 5 Zentimeter auseinanderliegen, in Position gehalten. Die kurzen Enden der Würgesteks können abgeschnitten werden.
Bild 2: Aus den vier Enden (Parten) ist nun ein „Hahnepoot" (Kreuz), im Uhrzeigersinn, zu legen. Die vier Enden zeigen Richtung Auge und werden nacheinander, „über/unter", unter den festgesetzten Parten nach oben geführt, so daß sie rechtwinklig zueinander liegen.
Bild 3: Hier ist erkennbar, wie der einfache Fußpferdknoten zu legen ist. Das vorherige Durchstecken der vier Parten durch die Mitte führte dazu, daß diese nach rechts zeigen. Hier, in Bild 3, sind die Parten bereits nach dem Muster „Diamant-Knoten" (erste Part über die zweite, unter die dritte usw.) gelegt worden. Die Enden fallen ebenfalls nach rechts (gegen den Uhrzeiger) und werden nun in der vorgegebenen Richtung zu einem zweiten einfachen Fußpferdknoten gelegt.
Bild 4 zeigt nun den Aufbau des langen Fußpferdknotens vor Ausführung der Verdoppelungen der vier Parten und damit der Fertigstellung des Knotens. Erkennbar ist: Der lange Fußpferdknoten besteht aus zwei gegeneinander gelegten einfachen Fußpferdknoten. Deutlich wird auch, daß die zuletzt gelegten vier Parten nach rechts oben zeigen und jede dieser vier Parten ebenfalls rechts neben einer Part des oberen (zuerst gelegten) einfachen Fußpferdknotens liegt. Ist es gelungen, die Struktur des Knotens in dieser Form zu legen, so folgen nun die drei Verdoppelungen, d.h., die vier Parten werden jetzt, stets rechts liegend, über/unter so lange gesteckt, bis sie nach drei Verdoppelungen in der Mitte des Knotens herauskommen. Dort werden sie kurz abgeschnitten und der außergewöhnliche Schlüsselanhänger ist fertig.
Achtung! Niemals die drei Verdoppelungen zuerst mit der einen, dann mit der nächsten Part ausführen. Immer die Anfangspart über/unter, dann die zweite über/unter und so weiter, damit alle Parten zugleich in der Mitte ankommen. Ist Lose im Knoten, womit anfangs zu rechnen ist, so ist jede Part vom Anfang (Bild 2) her, Schritt für Schritt mit einem kleinen Pricker durchzuholen.
Bild 5 macht den ersten Durchstich der vier Parten deutlich. Die durchzusteckenden Parten laufen rechts neben den bereits festen und folgen diesen, bis alle Parten zu je dreien nebeneinanderliegen und damit in der Mitte des Knotens herauskommen.
Bild 6 zeigt den fertig ausgeführten, langen Fußpferdknoten, als formschönen Schlüsselanhänger.
Sollte der Knoten nach dem Legen zu locker erscheinen, so sind alle Parten nacheinander mit einem kleinen Pricker gleichmäßig durchzuholen. Auch sollte vermieden werden, daß parallel zueinander liegende Parten sich an manchen Stellen überlagern. Der Knoten wäre in diesem Falle zu eng gelegt. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, so werden die in der Mitte des Knotens herausragenden Enden kurz abgeschnitten.
Der Spanische Palstek
Anleitung zum Legen des Knotens
Bild (1): Von Links beginnend, eine kleine, dann eine große und wieder eine kleine Bucht legen. An den Schnittstellen der Buchten liegt die laufende Part jeweils oben. Die mittlere Bucht so groß legen, daß diese über die zwei kleinen Buchten zurück gelegt werden kann.
Bild (2): Die große Bucht so über die zwei kleinen Buchten zurücklegen, daß diese eingeschlossen sind.
Bild (3): Die zwei kleinen Augen auf die oberen Kanten der großen Bucht legen.
Bild (4): Die oberen Kanten der großen Bucht gleichmäßig aus den kleinen Buchten herausziehen. Der Spanische Palstek fand an Bord der Segelschiffe Verwendung als „Bootsmannsstuhl", den man benutzte, um einen Mann bei komplizierten Arbeiten in den Topp zu hieven. Der Mann stieg mit den Beinen durch die beiden Augen und hielt sich an den beiden Enden, der holende Part, fest. Galt es, an Deck zwei Punkte möglichst gleichmäßig zu belasten, so konnte der Spanische Palstek als eine Art „Hahnepoot" benutzt werden.
Zierknoten
Obwohl die Arbeit an Bord sehr hart war und der Seemann froh gewesen sein mag, nach Ende seiner Wache die Koje aufsuchen zu können, gab es doch, wenn im stetigen Passatwind die Segelführung über viele Tage nicht geändert werden mußte, die Arbeiten an Deck und in der Takelage erledigt waren und auch die persönliche Ausrüstung überholt war, Abschnitte aufkommender Langeweile.
Die „Errungenschaften" unserer Zeit wie Radio, Fernsehen, Filme und Video-Kassetten kannte man zu jener Zeit nicht; auch „Bücherkisten" waren damals fremd an Bord, zumal so manche Teerjacke des Lesens nicht mächtig war.
Was man hatte, um sich die Zeit ein wenig zu vertreiben, waren Musik auf einfachen Instrumenten, Spielkarten und Brettspiele.
Tauchte ein Hai auf, so versuchte man diesen an den Haken zu bekommen, und zeigte sich ein Albatros über dem Kielwasser, so wußte man ebenfalls, wie der zu fangen war. Schließlich war der Albatros ein wichtiger „Rohstoffspender": Seine starken Federkiele verarbeitete man zu Pfeifenrohren, die Schwimmhäute seiner Füße zu Tabakbeuteln. So war das damals.
Und sonst? Beschäftigte Hein Seemann sich mit dem, was ihm unmittelbar zur Verfügung stand, womit er sich ohnehin täglich abzumühen hatte: Mit Tauwerk, Segeltuch und Knoten, denn damit verstand er umzugehen.
Heinrich Hauser, der als Gast der Reederei F.Laeisz eine Reise von Hamburg nach Talcahuano/Chile an Bord der „PAMIR" mitmachte, konnte sich davon überzeugen:
„Er (der Segelmacher auf der PAMIR) gibt mir Handarbeiten zu befühlen, wie sie früher auf allen Schiffen angefertigt wurden und wie sie heute niemand mehr machen kann: Taschen aus Segeltuch, verziert mit buntem Flaggentuch und künstlich geknüpften Mustern aus feinem Tauwerk: unvergängliche Gegenstände, gut für Jahrhunderte." Hauser, Heinrich: Die letzten Segelschiffe, Berlin 1930
Fancywork
„Seemännische Handarbeiten", das war der Oberbegriff für Tauwerksarbeiten, die zum einen praktische Bedeutung (Knoten, Spleißen, Takeln) für die Ausübung des Seemannsberufes hatten; wie auch für jene Seemannsarbeiten aus Tauwerk, die mehr dekorativen Charakter (Taschen, Glockenbändsel, Seekistengriffe, Reelings-Verzierungen u.a.) besaßen und mehr oder weniger zur Freizeitgestaltung der Seeleute dienten.
Irgendwann, vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, brachten Segelschiffsmänner den Begriff „Fancywork", mit dem englischsprachige Sailors ihre dekorativen Handarbeiten bezeichneten, in die deutsche Seemannssprache ein:
„Fancywork — ein geheimnisvoll klingendes Wort. Im Englischen heißt ‚fancy' so viel wie Phantasie, Einbildung, Laune oder Einfall, auf etwas Lust haben, sich etwas vorstellen, denken können. ‚Work' dagegen bedeutet Arbeit, Werk, Erzeugnis, etwas herstellen, bewirken oder betreiben. ‚Fancywork' benennt also eine Arbeit, die Spaß macht, bei der man Phantasie braucht.
‚Fancywork' haben die Jan Maaten der Windjammer zuerst ausprobiert, sie haben es „entdeckt", „erfunden", sie vertrieben sich auf Freiwache, oder wenn sie bekalmt irgendwo auf den Meeren herumlagen, ihre Langeweile, indem sie Garn und Tauwerk spielerisch verarbeiteten, verknoteten oder Lampen, Flaschen, Gläser, das Messer, einen Türgriff und vieles andere mehr beschnürten." Konrad Reich/Martin Pagel: Himmelsbesen über weißen Hunden, Hoffmann und Campe-Maritim, Hamburg 1981
Neben einer Vielzahl von Zierknoten, deren Ursprung wohl in der Zeit der großen Segelschiffe des 18. und 19. Jahrhunderts zu sehen ist, spielte der „Türkische Bund" eine herausragende Rolle. Dabei handelte sich um einen Knoten, der in der Seefahrt praktische wie auch dekorative Bedeutung hatte und in drei unterschiedliche Arten gegliedert werden kann:
Der „Stehende Türkische Bund"

Das bedeutet, dieser TB besteht aus drei oder mehr einzelnen Parten (Tauenden), die an einer bestimmten Stelle, gleichwinklig zueinander, durch eine drei- oder vierkardeelige Leine oder Trosse gesteckt werden, so daß sie nicht verrutschen können.
Aus diesen einzelnen Parten wird dann der Knoten gelegt. Unter anderem hatte der Stehende Türkische Bund an Bord die Funktion eines Stopper- und Fußpferdknotens.

Der „Türkische Bund" als „Kreuzkatning"
Der Kreuzkatning (engl. coachwhipping) wird aus einer beliebigen „geraden Zahl" von Garnen gelegt. Diese Arbeit eignete sich gut für Kleedungen (Umwicklungen) jeder Art wie Reelingsteilen, Bootsriemen, Werkzeugen, Teleskop-Fernrohren und anderer zylinderförmiger Gegenstände, die man für „bekleedenswert" hielt. Besonders auch seemännische Handarbeiten wie Glockenbändsel und Seekistengriffe wurden gern mit dem Kreuzkatning verziert. Auch modernes, geflochtenes Tauwerk ist heutzutage, neben anderen Flechtarten, nach dem Prinzip des Kreuzkatnings gefertigt.
Der gewöhnliche Türkische Bund
Dieser Knoten wird auch als „Laufender Türkischer Bund" bezeichnet und ist aus einem einzelnem Tau (Ende, Tampen) gelegt. Er kann theoretisch unendlich lang gelegt werden. Wäre dies praktisch möglich, so könnte man einen drei- oder vierfachen Türkischen Bund locker um den Äquator legen. Der „dreifache Türkische Bund mit drei Buchten" ist der Kleinste in der Familie dieser Knoten, doch es geht weiter (ungerade) mit: 5, 7, 9, 11, 13-fach und so fort, sofern die Praxis dies halt zuließe. Gleiches gilt für den „vierfachen Türkischen Bund", der beliebig erweitert werden könnte zu: 6, 8, 10, 12-fach gelegten Knoten, und mehr, bis zu einer theoretisch unendlichen Größe.
An Bord genügte es, den dreifachen TB aus drei oder vier Parten zu legen, der überall dort auf Leinen oder Trossen aufgesetzt wurde, wo es galt, in der Takelage festen Halt auf stehendem Gut zu haben. Die komplizierteren Türkischen Bunde dienten der Dekoration an Handläufern, Reelingstützen, Ruderpinnen und nicht zuletzt am Steuerrad als Markierung der Mittschiffslage. Natürlich legten die Seeleute auch Wert darauf, neben all den anderen Knoten, die sie kannten, möglichst viele verzwickte Konstruktionen des Türkischen Bundes zu beherrschen.
„Unter alten Fahrensleuten war und ist es eine Sache des Seemannsstolzes, in der Lage zu sein, auch schwierige und besonders komplizierte Knoten zu schlagen. Nur sehr wenige Zierknoten haben eine praktische Verwendung, besonders auf Dampfschiffen. Doch selbst heute genießt ein Seemann hohes Ansehen, der einen Fallreepknoten, Sternknoten, Rosenknoten; eine Ozean Matte, einen doppelten Matthew Walker, Türkischen Bund, Basket Knoten, etc., schlagen kann. In Anbetracht des Türkischen Bundes schien es eine Frage des Seemannsstolzes gewesen zu sein, diesen mit möglichst vielen Parten zu legen, obwohl der einfache Türkische Bund lediglich aus drei Parten besteht. Manche Seeleute konnten diesen Knoten, der jeweils nach anderer Methode zu machen war, mit bis zu sieben Parten und mehr legen. Andere seemännische Handarbeiten beinhalten das Fertigen von Plattings, eine Form des Zusammenflechtens von Kabelgarnen. Nahezu jeder Seemann kann einen Flachplatting flechten, doch die älteren Teerjacken können auch runde, quadratische, halbrunde, dreieckige und andere Plattings legen. Doch jetzt sind diese nur noch nützlich für Glockenbändsel und Platting-Schnur." Frei übersetzt aus: Albert R. Wetjen: Fiddlers Green, Little, Brown, and Company, Boston 1931
Plattings
Flechtarbeiten aus diversen Pflanzenfasern, aus zu Lederriemen verarbeiteten Tierhäuten oder zu Bändern gedrehtem Gedärm von Tieren, dürfen als eine der ältesten Künste der Welt betrachtet werden. Mögen es alte Maya, Ägypter, Griechen, Römer oder Menschen anderer Kulturvölker gewesen sein,
deren Überreste nach tausenden von Jahren bei Ausgrabungen gefunden wurden; nicht selten stießen Archäologen auf kunstvoll anmutendes Flechtwerk an Kleiderresten, Schuhzeug und Waffen. Und nach wie vor finden sich derartige Arbeiten in manchen Bereichen unserer Zeit: In der Schmuckindustrie, der Mode, dem Trachten-Wesen; um nur einige anzuführen. Diese Flechtarbeiten, als Zierde gedacht oder aus praktischer Erwägung ausgeführt, sind nichts anderes als das, was die deutsche Seemannssprache mit „Platting" bezeichnet. Nicht allein von dekorativem Wert, einst auch von praktischer Notwendigkeit für die Ausführung seemännischer Arbeit an Bord von Segelschiffen (Vgl. hierzu auch die Seite „Seemannsknoten").
„Sennit, or Sinnit. A braid formed by plaiting ropeyarns or spunyarns together. Straw, plaited in the same way for hats, is called sennit." Richard H. Dana: The Seaman's Friend, Boston: Thomas Groom and Company, 1845
„Platting, (zopfartiges Geflecht aus Kabelgarn oder Bändselwerk, das zum Annähen der Segel an der Rah usw. oder als Zierat dient; nd. platting); Dreikantplatting." Verzeichnis Seemännischer Wörter: Verlag J.J.Augustin, Glückstadt 1937
Der Begriff Platting leitet sich vom englischen Verb to plat her, das sinngemäß mit flechten zu verstehen ist. Es gibt eine ganze Anzahl verschiedener Plattings und entsprechender Flechtmethoden, vom einfachen Platting aus drei Garnen (Zopf), bis hin zu zwölf- und mehrfach gelegten Arbeiten. Plattings können flach, dreieckig, mehreckig, quadratisch, halbrund, rund, oder spiralenförmig geflochten werden. Während die englische Seemannssprache zwischen einem „geflochtenen Platting" (plaited sennit) und einem „gelegten Platting" (z.B. crown sennit) unterscheidet, kennt die deutsche Seemannsprache diese Trennung nicht.
Dabei gibt es sehr wohl einen Unterschied zwischen diesen zwei seemännischen Handarbeiten:
a) Der „Schraubenplatting" wie auch der „Halbrundplatting" sind Flechtarbeiten. Dies bedeutet, daß vor Beginn des Flechtens die Parten zusammenzubändseln und an einem festen Punkt, Nagel oder Haken, zu belegen sind. Die Ausführung nur in der Hand ist schlecht möglich, da nur schwer eine bestimmte Festigkeit in der Flechtarbeit zu erzielen wäre.
b) Der „Kettenplatting" (auch „Kronenplatting") hingegen, ist eine Arbeit, die in der Hand „gelegt" wird. Das Muster des Kettenplattings entsteht durch das Legen eines „Hahnepoots" aus vier doppelt gelegten Parten, einmal links herum, dann rechts herum, und so weiter.
Auch ein „Rundplatting" kann so, mit mehreren Parten, um einen Kern, z.B. ein Tau oder einen zylindrischen Körper, gelegt werden. Das Grundelement ist der „Hahnepoot" (auch „Kreuz" oder „Krone" gen.), der ursprünglich aus nur drei oder vier Parten gelegt wird. Wird ein Kern mit vielen dünnen Parten gekleedet (umkleidet), so spricht man von einem „Katning"; hier also, von einem „Kronenkatning".
An dieser Stelle sei auch gesagt: Seeleute, ob deutsche oder die anderer Nationen, „machten" oder „banden" nie einen Knoten. Einen Knoten hatte man „geschlagen", einen Platting „gelegt" und auch einen Spleiß „legte" man.
In der Segelschiffszeit, wo heutige Medien unbekannt, und schon ein Seemann, der ein Buch in seiner Seekiste mit sich führte, als seltener Vogel galt, war das Flechten der Plattings nicht nur eine willkommene Freizeitbeschäftigung; man fertigte auch Dinge des täglichen Gebrauchs, die heute gar als „Seemannsvolkskunst aus Tauwerk" bezeichnet werden: Bändsel für Marlspiker und Scheidemesser; Hosengürtel, Seekistengriffe, Plattingschuhe und kunstvolle Verzierungen von Kreefbüdel und Seekiste (vgl. hierzu Seite „Seemannsknoten").
Die Affenfaust
Die sogenannte „Affenfaust" ist ein ballförmiger Knoten, der aus einer Part gelegt wird. Nach Ashley (The Ashley Book of Knots) wurde der Knoten erstmals in „Log Book Notes", von E.N. Little (New York 1888) erwähnt und zeichnerisch dargestellt.
Mit einer Kugel oder einem runden Stein in seinem Inneren beschwert, eignete sich die Affenfaust vorzüglich als gewichtiges Anhängsel für eine Wurfleine. Ob Wurfleinen auf Segelschiffen benutzt wurden, ist einschlägiger Literatur nicht zu entnehmen. Vermutlich erlangte die Affenfaust, auch Wurfleinenknoten genannt, ihre Bedeutung für die Seefahrt erst auf Schiffen mit Maschinenantrieb. Bis heute haben sich Wurfleinen mit einer oft wohlgeformten Affenfaust an den Enden auf Handels- und Marineschiffen bewährt und gehören bei An- und Ablegemanövern nach wie vor auf „Back" und „Schanz".
Weitere praktische Verwendung fand die „Affenfaust" auch als kleiner, handlicher Rundfender. Aus Tauwerks- und Stoffresten wurde ein Ball geformt, den man mit einer vier- oder fünfach gelegten „Affenfaust" umflocht.
Da es sich bei der „Affenfaust" um einen formschönen Knoten handelt, fand dieser natürlich auch Eingang in den Bereich der Zierknoten. Schlüsselanhänger, Türstopper und Befestigungselemente für vielerlei Zwecke lassen sich mit etwas Übung aus einigen Metern Tauwerk leicht herstellen. Und wie das geht, das soll hier aufgezeigt werden:
Die „Affenfaust" besteht, bildlich betrachtet, aus drei sich rechtwinklig kreuzender und übereinanderliegender Kreise. Üblicherweise wird die Affenfaust über die vier Finger einer Hand gelegt. Bei ersten Übungen empfiehlt es sich mit einer doppelt oder dreifach gelegten Affenfaust zu beginnen. Will man eine vier- oder fünfach gelegte Affenfaust herstellen, so wird dies schon schwieriger, da man leicht mit den vielen Parten, die ja parallel zueinander liegen sollen, durcheinander gerät. Daher bietet sich an, sich zunächst ein einfaches Hilfsgerät zu basteln, das perfekte „Affenfäuste" garantiert. Zwei runde oder rechteckige Scheiben, dazu vier Schaschlickspieße oder Schweißdrähte und eine Handbohrmaschine genügen, um sich das kleine Gestell schnell herzustellen. Die vier Stäbe sollten rechtwinklig auf den Scheiben stehen und eine der Scheiben sollte verschiebbar sein. Von Vorteil ist, Hilfsgeräte dieser Art in verschiedenen Größen zu verwenden, da man die Affenfaust mit Kugeln (Holz, Styropor, TT-Ball), zwecks Erzielung optimaler Formen, füllt.
Der Aufbau einer Affenfaust wird anhand der nachfolgenden Bilder erläutert.
Bild 1 zeigt den Anfang des Affenfaust Knotens, dreifach gelegt. Zwecks besserer Anschauung sind die drei Rundtörns locker gelegt. Sie liegen sonst eng beisammen.
„A", das kurze Ende, bezeichnet Start und Ende des ersten und jedes weiteren Rundtörns. Der Buchstabe „X" bezeichnet den Punkt, an welchem eine Richtungsänderung der laufenden Part (nach Vollendung des letzten, vollen Rundtörns) erfolgt. Die drei Rundtörns, des ersten der oben angesprochenen „drei Kreise", aus welchen die Affenfaust besteht, sind vom Körper weg (im Uhrzeigersinn) über die Hand, bzw. das Hilfswerkzeug zu legen. Bei „X" knickt man die laufende Part nach unten, führt sie nach links unter den drei Parten hindurch (gegen den Uhrzeigersinn) und vollendet auf diese Weise ebenfalls drei volle Rundtörns und schließt damit den zweiten Kreis der Affenfaust. Will man eine Kugel, einen Ball oder einen sonstigen Rundkörper in den Knoten legen, so tut man dies während des Legens des zweiten Kreises.
Bild 2 zeigt die erneute Richtungsänderung der laufenden Part auf Höhe von Punkt „X". Nach dem Prinzip „über-unter" verläuft die laufende Part nun über die Parten des zweiten und unter die Parten des ersten Kreises. Nach Ausführung der letzten drei vollen Rundtörns ist die Affenfaust fertiggelegt, kann vom Hilfsgerät genommen und gleichmäßig festgezogen werden.
Nun gibt es ein Problemchen! Was machen, mit den zwei heraushängenden Enden, möchte man doch etwas an den schönen Knoten hängen? Nun, geschlagenes Tauwerk könnte man spleißen, geflochtenes Polyester-Garn mit dem Feuerzeug zusammenschweißen oder die Enden einfach irgendwie verstecken. Doch es gibt eine bessere Lösung, um ein schönes Auge zu bilden. Ein Kamerad aus der „International Guild of Knot Tyers" hat sie erfunden und mir gezeigt.
Bild 3 zeigt, wie ein wohlgeformtes Auge in eine Affenfaust gelegt werden kann, die als kleiner Kugelfender oder Schlüsselanhänger gedacht ist. Soll ein Ring oder ein einzelner Schlüssel an dem Knoten angebracht werden, so ist dies vor dem Formen des Auges zu tun. Die Ausführung: Anstatt das Ende der laufenden Part (s. Bild 2) unter den, hier vier gelegten Buchten durchzustecken, wird diese lediglich geknickt und das Auge auf die gewünschte Größe gezogen. Dadurch ändert sich natürlich die vorgegebene Richtung der laufenden Part, diese verläuft jetzt links herum. Nachdem die laufende Part viermal voll, über-unter, durchgesteckt wurde, kann der Knoten durch Nachziehen in eine schöne, feste Form gebracht werden. Die Enden schneidet man kurz ab. Fertig.
Zierknoten/Fancywork-Anker
Drei nach gleichem Muster gefertigte Zierknoten-Anker. Der Form des Stock- oder Admiralitätsankers nachempfunden, wurden für diese Arbeit folgende Knoten benutzt: Nach dem Auge (Roring) ein Türkischer Bund, dann ein Rundplatting aus acht Garnen. Stock und Pflugen bestehen aus einem einfachen Flachplatting. Der Schaft ist weitergeflochten als Rundplatting, dessen Ende, vor dem Übergang zu den Pflugen, mit einem einfachen Türkischen Bund abgeschlossen wurde. Nach Fertigstellung beider Pflugen folgten zwei weitere Törns Rundplatting, die mit einem vierfachen Schauermannsknoten gestoppt wurden. Die Enden sind auf etwa vier Zentimeter Länge ausgekämmt. Wird das im Auge (Roring) des Zierknoten-Ankers befestigte Ende in Windungen durch Stock, Schaft und Pflugen geführt, so bedeutet dies, daß es sich hier um einen „unklaren Anker" handelt.
Der Blackjack
Eine von Seeleuten des 18. und 19. Jahrhunderts selbst gefertigte Waffe, die an Land zum Selbstschutz in Hafeneinrichtungen getragen wurde. Das Instrument war unter verschiedenen Namen bekannt — „Cosh", „Colt" und „Life Preserver" — und besonders bei englischen und amerikanischen Seeleuten beliebt.
Beschreibung
Der Blackjack bestand aus einem kunstvoll geflochtenen Tauwerk, bis zu vierzig Zentimeter lang, mit einer Handschlaufe oben und einer Blei-, Eisen- oder Steinkugel am Ende, mit „Katningen" umnäht.
Pfeifenbändsel
Die Bootsmannspfeife ist noch heute auf Segelschulschiffen verschiedener Marinen im Einsatz. Sie übermittelt Kommandos, Segelweisungen und zeremonielle Signale — vom morgendlichen Wecken über Segelsetzanweisungen bis hin zu Essensmeldungen.
Aufbau der Pfeife
Das Gerät besteht aus einem Rohr mit Mundstück und Austrittsöffnung sowie einer kugelförmigen Kammer mit einem Luftloch. Metallverstärkungen am unteren Rohr und der Kugel bilden Halteflächen, an denen Ringe Befestigungsschnüre sichern.
Tradition der Bändsel
Das Personal trug diese Pfeifen traditionsgemäß an kunstvoll geflochtenen Bändseln um den Hals oder an der Uniform befestigt. Bändsel der Kaiserlichen Marine begannen typischerweise mit einem doppelten Diamantknoten, gefolgt von Flachplatting-Abschnitten, einem zierenden Hohenzollernknoten (aus weißen Baumwollsträngen von 1–3 mm), dann verschiedenen Plattingmustern über ca. 60–70 Zentimeter. Das Bändsel endete in einem Pfeifenbändselknoten, der eine Schlaufe zur Pfeifenbefestigung bildete.
Mit Tauwerk verzierte Werkzeuge
Unter Seeleuten war es eine gute Tradition, persönliche Handwerkzeuge zu verzieren. Verzierungen umfassten Schnitzereien, Gravuren und besonders „fein benähte Messerscheiden, Messergriffe, Marlspiker und Segelnadelbehälter."
Knotenwerk, wie der Türkische Bund oder eine andere Art, gehörte natürlich an einen passenden Platz. Norwegische Seeleute bevorzugten es zum Beispiel, „Messergriff und Scheide aus Holz zu schnitzen und dann kunstvoll zu bemalen und zu gravieren."
Glockenbändsel
Ein Glockenbändsel zierte die auf Hochglanz polierte Schiffsglocke, die nicht nur zum Glasen und zur Abgabe von Schallsignalen im Nebel diente. Die Schiffsglocke mit dekorativen Flechtbändern diente als „Visitenkarte des Schiffes und seiner Mannschaft."
Jüngere Seeleute betrachteten es als Ehre, diese Bändsel anzufertigen, und brachten ihre Knotenkunst in das gesamte Design ein.
Aufbau
- Ein Auge am Anfang, oft mit einem „Schweinsrücken aus drei dünnen Garnen" abgeschlossen
- Verschiedene Flechtformen von Katning oder Platting von oben nach unten
- Zierknoten an den Übergängen zwischen Flechtstilen
- Abschlussknoten wie Rosenknoten, Sternknoten oder „möglichst vielschäftiger Türkischer Bund"
Anfertigung auf Bestellung
Glockenbändsel aus Natur- oder Polyestertauwerk auf Anfrage: jacktar@foni.net
Bekleedete Weinflasche
Große Wasser- oder Weinflaschen, aber auch Tongefäße, wurden zum Schutz gegen Bruch mit Flechtarbeiten aus Tauwerk, den sogenannten Katnings, umflochten.
Katning-Technik
„Katning" ist eine seemännische Technik für Flechtarbeiten zum Bedecken verschiedener Gegenstände einschließlich Werkzeugen, Fendern und Flaschen. Das Arbeitsgarn, typischerweise dreilitziges oder geflochtenes Tauwerk, wird „Läufer" genannt. Mehrere Tauwerklängen werden durch Überlappen der letzten Zentimeter verbunden.
Beispiel
Das gezeigte Beispiel zeigt einen 4-fachen Türkischen Bund mit 17 Buchten um die untere Flaschenkante, mit Halbstich-Flechtarbeit zum Hals hin fortfahrend.
Flaschenknoten
Der „Flaschenknoten" oder „Flaschenschlinge" wurde traditionell um den Flaschenhals gelegt zum Tragen. In der deutschen Marinetradition heißt dieser Knoten „Pfeifenbändselknoten."
Plattingschuhe
In der Zeit der Segelschifffahrt hatten einfache Seeleute begrenzte finanzielle Mittel zum Ersetzen abgenutzter Arbeitsausrüstung während langer, jahrelanger Reisen. Mit kargen Heuern waren sie auf ihre eigenen Fähigkeiten und verfügbaren Materialien angewiesen.
In tropischen Gewässern war es üblich, dass Seeleute ihre eigenen Sandalen herstellten. Diese hatten entweder geflochtene Sohlen und Oberteile oder Segeltuch-Oberteile gepaart mit Sohlen aus „Flachplattings" oder gewebtem Mattenwerk.
„Jeder ordentliche Seemann nähte Plattingschuhe, eine Art Hausschuh, dessen Sohlen Manillagarn-Flechtwerk aufwiesen."
Die Schuhe waren leicht, bei richtiger Herstellung sicher und ermöglichten agile Bewegung in der Takelage. Allerdings verschlissen sie schnell und wurden innerhalb eines Monats unansehnlich. Seeleute fertigten einfach Ersatzpaare aus Segeltuch und Tauwerk.
Seekistengriffe
Seeleute fertigten über Monate hinweg ornamentale Griffe aus Tauwerk. Diese dekorativen Griffe zeigten gewobenes Hanf- oder Baumwollgarn mit Türkischen Bunden an den Übergängen, lederumwickelte Tauwerksabschnitte und Knoten wie den Fallreepsknoten zum Abschluss.
Die Seekiste
Eine Seekiste maß etwa einen Meter Länge, 50 cm Breite und 40 cm Tiefe mit zolldicken Brettern. Die Deckseite war etwas schmaler, um Kippen zu verhindern. Eine kleine Aufbewahrungsbox mit Deckel saß auf der linken Seite für Nähzeug, Briefe und Fotografien.
Die Kiste diente als Aufbewahrung und Sitzgelegenheit zugleich. Seeleute waren sehr stolz auf ihre Kisten und behandelten sie als heiligen Besitz. Innere Deckel waren oft mit Segelschiffen bemalt. Bei Schiffbrüchen retteten Kisten manchmal Leben als Schwimmhilfen.
Anfertigung und Reparatur
Seekistengriffe „nach alter Seemannsweise" auf Anfrage: jacktar@foni.net
Seemannsvolkskunst
Generationen von Seeleuten entwickelten dekorative Knoten, die auf praktischen seemännischen Knoten basierten. Diese ornamentalen Entwürfe dienten der Verschönerung von Schiffen und der Dekoration persönlicher Werkzeuge und Ausrüstung.
„Geschicklichkeit und Phantasie der Segelschiffsleute ließen durch Zusammenfügen einzelner Knotenmuster wahre Kunstwerke aus Tauwerk entstehen."
Heute rufen diese Tauwerks-Kunstwerke in maritimen Museen weltweit Staunen hervor.
Seeleute bemalten Seekistengriffe häufig in einer oder mehreren Farben. Diese Praxis diente ästhetischen Zwecken und praktischer Konservierung — Farbe schützte das Tauwerk vor Feuchtigkeits- und Temperaturschäden. Die Farben spiegelten oft die nationale Herkunft des Herstellers wider.
Neunschwänzige Katze
Die neunschwänzige Katze diente als Disziplinarinstrument an Bord englischer und amerikanischer Marine- und Handelsschiffe bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Offiziere konnten bereits für geringfügige Vergehen zwölf Peitschenhiebe verhängen.
Richard Henry Danas Veröffentlichung von 1840 führte zur Abschaffung der Prügelstrafe in den Vereinigten Staaten, kurz darauf gefolgt von England.
Deutsche Schiffe verwendeten ähnliche Methoden, jedoch hauptsächlich ein „Tauende" genanntes Instrument aus gedrehtem Tauwerk.
Beschreibung einer Nachbildung
Griff ca. 62 cm (2 Fuß), Seil 2,54 cm (1 Zoll) Durchmesser, mit neun Schwänzen von je etwa 62 cm Länge. Die Konstruktion umfasst einen vierlitzigen Reffknoten mit Leinennaht, lederumwickelten Griff mit Pferdehuftritt-Knoten darunter und einen siebenschäftigen Türkischen Bund als Abschluss.
Anleitungen / Animationen
Animierte Anleitungen für verschiedene seemännische Knoten. Klicken Sie auf das Video, um die Animation zu starten.
Einfacher Palstek (Simple Bowline)
Der Palstek ist der wichtigste seemännische Knoten. Er bildet eine feste Schlinge, die sich nicht zusammenzieht und leicht wieder zu lösen ist.
Doppelter Palstek (Double Bowline)
Der doppelte Palstek erzeugt zwei Schlaufen und dient unter anderem als Bootsmannstuhl — ein Sitz zum Aufentern in die Takelage.
Ashley's Bend
Dieser Verbindungsknoten wurde 1944 von Clifford Ashley beschrieben. Er verbindet zwei gleich starke Leinen sicher und lässt sich nach Belastung noch lösen.
Hunterknoten (Hunter's Knot)
1978 von Dr. Edward Hunter wiederentdeckt, ist dieser Verbindungsknoten besonders sicher und symmetrisch.
Zeppelinknoten (Zeppelin Knot)
Der Zeppelinknoten wurde angeblich zum Vertäuen von Luftschiffen verwendet. Er ist extrem sicher und lässt sich selbst nach extremer Belastung noch öffnen.
Butterfly (Schmetterlingsknoten)
Der Butterfly oder Alpine Butterfly bildet eine feste Schlaufe in der Mitte einer Leine, ohne diese zu durchtrennen — ideal für Kletterseile und seemännische Zwecke.
Spanischer Palstek (Spanish Bowline)
Der spanische Palstek erzeugt zwei separate, verstellbare Schlaufen und wurde traditionell als Rettungsknoten eingesetzt — eine Schlaufe unter den Armen, die andere unter dem Gesäß.
Erläuterung
Anleitung
SSS Gorch Fock — Stehendes Gut und Spieren
Alle Texte und Zeichnungen zum Segelschulschiff „Gorch Fock" stammen aus der Reihe „Soldatisches Wissen, Marine, Seemännischer Dienst" von Hans Freiherr von Stackelberg und werden mit Genehmigung des Autors wiedergegeben.
Schiffsdaten
Masten und Spieren
- Masten, Bäume und Rahen aus Stahl konstruiert
- Fockmast: 45,3 m über Wasserlinie
- Großmast: 45,5 m über Wasserlinie
- Besanmast: 40,0 m über Wasserlinie
- Fock-/Großrahen: 24,0 m
- Bugspriet: 9,6 m
- Baum: 16,4 m
I. Allgemeine Takelage-Kenntnisse
1. Spieren (Rundhölzer)
Bugspriet, Masten, Rahen, Gaffeln, Bäume — sie stützen und lenken das laufende Gut.
2. Stehendes Gut (Stahldrahttauwerk)
- Stage: Vor-/Achterunterstützung
- Wanten: Seitliche Abstützung
- Pardunen: Achterunterstützung
Permanent gespannt über Spannschrauben.
Laufendes Gut und Segel
Laufendes Gut verbindet sich direkt mit Rundhölzern oder Segeln und dient dazu, „Segel zu setzen, zu bergen und zu bedienen."
Komponenten
- Fallen: Heben Segel; alle Stagsegel und Besantoppsegel haben Fallen
- Schoten: Steuern die Vor-/Achtertrimm bei Stagsegeln und Vor-/Großsegeln
- Brassen: Bewegen Rahen horizontal mittels eines „Brassbaums"
- Halsen: Sichern die Luvunterkanten von Fock-/Großsegeln
- Gaffelschieber: Positionieren Gaffelsegel seitlich
- Refftaljen: Unterstützen das Reffen schwerer Segel
Segeltypen
Schratsegel (Vor-und-achter-Segel)
Stagsegel und Besansegel werden über „Hals," „Kopf" und „Schothorn" bedient.
Rahsegel
Trapezförmige Segel, die über „Jäckstag" an Rahen befestigt sind. Gesteuert durch Gordings, „Geitaue" und Schoten, die an Deck führen.
Segel- und Tampenanordnung
Das Segelschulschiff „Gorch Fock" ist eine „Bark" mit Hilfsmotor. Seine Gesamtsegelfläche beträgt 1.953 m².
24 Segel
Das Schiff führt 24 verschiedene Segel, vom Jager (68,0 m²) bis zum Besantoppsegel (53,1 m²).
Die Tampen- und Takelorganisation ist in drei Hauptbereiche gegliedert:
- Fockmastbereich — organisiert nach Mastgarten und Nagelbank an Backbord und Steuerbord, plus Fallen und Brassen
- Großmastbereich — ähnliche Organisation mit Kreuzanordnung
- Besanmastbereich — detaillierte Takelanordnungen aus mehreren Richtungen
Arbeitsvorgänge in der Takelage I
Verhältnisse in der Takelage
Die beiden Teile eines über eine Rolle laufenden Tauwerks stehen in festen Verhältnissen zu verschiedenen Segelkomponenten.
Segeloperationen
Man unterscheidet: Setzen, Bergen und Reffen von Segeln.
Segel setzen (14 Schritte)
Von der Mannschaftspositionierung über das Entern in die Takelage, Lösen der Gaskets, Fallenlassen der Segel bis zum progressiven Setzen von unteren zu oberen Segeln.
Segelgruppen
Organisiert nach zugehörigen Stagsegeln: Marssegel mit Binnenklüvern, Bramsegel mit Außenklüvern, Royale mit Jagern.
Reffen
Anwendbar auf Fock, Groß, obere Marssegel, Bramsegel und Stagsegel. Detaillierter 10-Schritte-Prozess einschließlich Taljeninstallation, Togglebolzen, Gasket-Anbringung und Bändseln.
Arbeitsvorgänge in der Takelage II
Festmachen eines Rahsegels
- Seitenliek nach der Mitte zu auf die Rah holen
- Fußliek aufholen
- Geitaue und Gordings an Deck losgeben, sobald Fußliek erfasst ist
- Schothorn und Schotaufholer auf die Rah holen
- Das lose Segeltuch auf die Rah holen
- Genügend Tuch für Endbrook aufsparen
- Gemeinsam das Segel auf die Rah rollen
Arbeitsvorgänge in der Takelage III
Bedienung der Stagsegel
Das Loswerfen von Schoten bedeutet bei schwerem Wetter ernste Gefahr für die Stagsegelmannschaft und die Segel. Kritische Sicherheitsmaßnahmen umfassen das Straffhalten der Schoten, das Verhindern des Segelschlagens und das Niemals-im-Lee-der-Schoten-Stehen aufgrund der Verletzungsgefahr bei Bruch.
Das Brassen der Rahen
Fünf Rahenpositionen werden definiert:
- Vierkant
- Ein Strich
- Zwei Strich
- Frei von den Pardunen
- Hart über den Bug
Bergen der Rahsegel
Bei Fock, Groß und unteren Marssegeln wird nur geborgen; obere Segel werden nur gefiert; Bramsegel und Royale werden sowohl gefiert als auch geborgen.
Segeleigenschaften und Segelmanöver
Segeleigenschaften
- Ausgetrimmt: Das Segeldruckzentrum stimmt mit dem Drehpunkt überein — gerader Kurs
- Luvgierig: Druckzentrum hinter dem Drehpunkt — Schiff dreht in den Wind
- Leegierig: Druckzentrum vor dem Drehpunkt — Schiff fällt vom Wind ab
Segelmanöver
Halsen (Wenden über das Heck)
Das Schiff dreht mit dem Heck durch den Wind auf den Gegenkurs. Bestimmte Segel werden geborgen, der Druck im Vorschiff reduziert, dann die Segel auf dem neuen Kurs wieder gesetzt.
Wenden (Wenden über den Bug)
Der Bug passiert den Wind. Besan dichtsetzen, Vorsegeldruck reduzieren, Vorsegel neu setzen, wenn der Bug die Windlinie kreuzt.
Backhalsen
Erzwungenes Manöver: scharfes Anluven zur Fahrtreduzierung, Vormarssegel back, Schiff in die Halse zwingen.
Boje über Bord
Verfahren zum schnellen Stoppen des Schiffes mittels back gelegter Segel und Drifttechniken zur Bergung von Ausrüstung oder Personal.
Das Gorch Fock Lied
Kommandant Kptzs. Hans Freiherr von Stackelberg gestattete die Veröffentlichung des „Gorch-Fock Liedes" auf dieser Webseite. Der Verfasser war Teilnehmer der 9. Ausbildungsfahrt 1962 nach New York.
Entstehungsgeschichte
Besucher in Häfen wünschten sich stets drei Dinge: das Schiff unter vollen Segeln zu sehen, es zu besichtigen und den Bordchor zu hören. Sie fragten wiederholt nach einem originalen „Gorch Fock Lied", das die Besatzung zunächst nicht bieten konnte. Der Kommandant erteilte schließlich den Befehl: „Stackelberg, machen Sie mal!"
Der Text kam leicht aus den täglichen Erfahrungen, aber die Melodie bereitete Schwierigkeiten, da niemand an Bord Noten richtig schreiben konnte. Die Melodie wurde während einer fünfmonatigen Reise entwickelt und täglich gesummt oder gesungen, um sicherzustellen, dass sie nicht vergessen wurde.
Nach Rückkehr in den Heimathafen Kiel brachte Stackelberg die Melodie zu einem Berufsmusiker beim Marine-Musikkorps zur Transkription in Notenschrift.
Notenblatt
Bordchor — Das Gorch Fock Lied
Hier können Sie das Gorch Fock Lied, gesungen vom Bordchor, anhören:
Ausstellung
Von Hundepints, Schweinsrücken und Neunschwänzige Katze
Seemannsarbeiten aus Tauwerk
Handarbeiten und Werkzeuge der Seeleute, Segelmacher und Takler aus der Sammlung Karl Bareuther.
Ausstellungsorte und Daten
- Warnemünde — 28. Mai bis 31. Oktober 1999
- Carolinensiel — 24. Mai bis 7. November 2000
- Papenburg — 30. Juni bis 7. Oktober 2001
- Veendam, Niederlande — 12. Februar bis 5. Juni 2002
- Flensburg — 7. Juli bis 6. Oktober 2002
- Düsseldorf (boot) — 18.–25. Januar 2003
- Marstal, Dänemark — 2. Juni bis 30. September 2003
- Hamburg, Museumsschiff „Rickmer Rickmers" — 21. Januar bis 16. Mai 2004
Endgültiger Standort
Die Sammlung wurde 2004 dauerhaft auf das Museumsschiff „Rickmer Rickmers" überführt — ein würdiger Platz dort, wo einst „Teerjacken" diese Werkzeuge gebrauchten.
Glossar
Die Seemannssprache aller Zungen besitzt eine Fülle urkräftiger Wortgebilde. Dieses Glossar dokumentiert traditionelle Segelschiffsterminologie zu Tauwerk, Knoten, Werkzeugen und seemännischer Praxis.
- Achtknoten
- Einfacher Stopperknoten zum Verhindern des Ausrauschens von Leinen
- Affenfaust
- Sphärischer Knoten, beschwert mit Kugel/Stein als Wurfleinenknoten
- Altweiberknoten
- Von Seeleuten nicht verwendet, lediglich für Schuhebinden gebräuchlich
- Auge
- Schlinge in Leine/Trosse oder runde Öffnung in Holz/Eisen
- Augbolzen
- In Deck/Aufbauten eingelassener Metallbolzen mit runder Öffnung
- Augspleiß
- In ein Trossenende eingespleißtes Auge
- Auspicken
- Aushaken, auskneifen; oder Leine in Buchten ordnen
- Ausrauschen
- Kontrolle über eine Schot oder Leine verlieren
- Back
- Decksbereich im Vorschiff mit Ankeranlage und Mannschaftslogis
- Bankhaken
- Etwa 10 cm Metallhaken mit Wirbelschäkel für die Segelmacherei
- Bändsel
- Dünnes Fasertauwerk zum Zusammenbringen starker Trossen oder einfache Schnüre
- Bändselgut
- Dünnes, aus zwei/drei Garnen gedrehtes Tauwerk bis 2 cm Durchmesser
- Bekleeden
- Faser-/Drahttauwerk mit Segeltuchstreifen und Marlschlägen gegen Witterung schützen
- Bekneifen
- Etwas in augenblicklicher Position festsetzen; Abstoppen
- Belegen
- Fallen, Schoten, Brassen an einem Belegnagel festmachen
- Belegnagel
- Hölzerner oder eiserner runder Pflock (ca. 45 cm) zum Belegen von Leinen
- Brassen
- Leinen zum horizontalen Schwenken der Rahen
- Diamant-Knoten
- Vielseitig anwendbarer Zierknoten, bekannt seit dem 17. Jahrhundert
- Drehknüppel
- Kurzes Rundholz zum Aufsetzen von Bändseln auf starke Leinen
- Ende
- Anfang oder Ende einer Leine; auch kurzes Tauwerk-Stück
- Faden
- Seemännisches Längenmaß = 1,83 Meter
- Fall / Fallen
- Laufendes Gut zum Heißen und Einfieren der Segel
- Fallreepsknoten
- Aus drei oder vier Kardeelen gelegter Endknoten
- Fetthorn
- Mit Rindertalg gefülltes Kuhhorn zur Aufbewahrung von Segelnadeln
- Fid / Fidden
- Konisch zugeschliffenes Werkzeug zum Spleißen aus Hartholz oder Walknochen
- Fiddlers Green
- „Seemanns Himmel" — mit Rum, Bier und schönen Mädchen
- Flämisches Auge
- Augenmethode ohne Kardeel-Verspleißen, mittels Überhandknoten hergestellt
- Fuchsje / Füchse
- Aus zwei/vier Kabelgarnen auf dem Oberschenkel gerolltes Bändselgut
- Fuß
- Seemännisches Längenmaß: 1 Meter = 3,28 englische Fuß
- Fußblock
- An Deck befestigter Umlenkblock für Vorsegel
- Fußpferd
- In Hüfthöhe unter Rahen verlaufendes Tau als Standplatz für Seeleute
- Fußpferdknoten
- Knoten aus zwei Garnen rechtwinklig durchs Fußpferd gestochen, als Rutschschutz
- Garnstropp
- Aus Kabelgarnen gelegter Ring zum Abstoppen
- Gatchen / Gatje
- Mit Takelgarn benähte Löcher am Segelrand
- Geien / Aufgeien
- Dichtholen der Segel bis zur Unterkante der Rah
- Geitau / Geitaue
- Laufendes Gut zum Aufgeien von Segeln
- Gording / Gordings
- Laufendes Gut zum Aufgeien, quer über Rahsegel geführt
- Grommet / Grummet
- Aus einem Kardeel gefertigter Ring zum Stroppen von Blöcken
- Gut
- Jegliches an Bord verwendetes Tauwerk
- Hahnepoot
- Aus überkreuzenden Parten gelegter Knoten
- Handläufer
- Sicherheitsleine aus Tauwerk an Niedergängen
- Heuer
- Monatliche Entlohnung, vor dem Seemannsamt vereinbart
- Hundepint / Hundepünt
- Feine Flechtarbeit zur kegelförmigen Verjüngung von Tauwerksenden
- Hundsfott
- Kleines Auge an einem Holzblock-Tropp oder eisernes Auge an einem Block
- Hüsing
- Aus zwei/drei Garnen geteertes, ca. 2 mm starkes Bändselgut
- Jolltau
- Talje mit holender Part durch festen Block
- Juffer / Jungfer
- Runder Holzblock mit Löchern für Taljereepsgut
- Kabelgarn
- Aus Pflanzen- oder Kunstfasern gesponnene dünne Seile, Grundelement des Tauwerks
- Kabelgatt
- Lagerraum für Tauwerk und seemännische Ausrüstung
- Kabelschlag
- Drei fertig geschlagene Leinen/Trossen zusammen gedreht
- Kardeel / Kardeele
- Aus Kabelgarnen geschlagene Stränge, die zusammen ein Tau bilden
- Katning / Katnings
- Seemännische Flechttechnik zum Umflechten von Tauwerk und Gegenständen
- Kausch / Kausche
- Holz- oder Metallring zur Verstärkung in Augspleißen
- Keep / Keepen
- Hohlräume zwischen den Kardeelen einer Leine oder Trosse
- Kleedkeule
- Hammerförmiges Holzwerkzeug zum Bekleeden von Tauwerk
- Knittels
- Aus zwei/drei Fuchsjes handgedrehtes Bändselgut
- Kreefbüdel
- Seemännischer Werkzeugbeutel mit kunstvoll geflochtener Knotenarbeit
- Kreuzknoten
- Reffknoten — Grundknoten zum Verbinden zweier Leinen gleicher Stärke
- Labsal / Labsalen
- Konservieren des stehenden Gutes mit Teer- und Leinölgemisch
- Laufendes Gut
- Alles durch Blöcke geschorene, bewegliche Tauwerk
- Leine
- Allgemeine Bezeichnung für Trossen, Taue oder geflochtenes Tauwerk
- Liek / lieken
- In die Segelkante eingenähtes Tau; das Nähen des Segelmachers
- Litze / Litzen
- Aus mehreren Garnen oder Drähten geschlagenes Gut
- Logis
- Wohn- und Schlafraum der Mannschaft im Vorschiff
- Marlen
- Befestigen mit Marlschlägen auf einer Trosse
- Marlspiker
- Konisch zugeschliffenes Stahlwerkzeug zum Spleißen von Drahttauwerk
- Marline
- Dünne, aus zwei Garnen geschlagene Leine zum Annähen und Marlen
- Matte / Matten
- Flechtarbeit aus dünnerem Tauwerk als Schamfil-Schutz
- Matthew Walker
- Seemann/Takler, der den nach ihm benannten Knoten erfand (erstmals 1808 erwähnt)
- Nagelbank
- Starke Holzbank beidseitig der Masten mit Bohrungen für Belegnägel
- Neunschwänzige Katze
- Aus Tauwerk gefertigte Peitsche mit neun Striemen als Disziplinarinstrument
- Palstek (Bowline)
- Universeller Seemannsknoten zur Herstellung einer festen Schlaufe
- Pardunen
- Stehendes Gut zum schrägen Abstützen der Masten nach achtern
- Platting / Plattings
- Aus zwei oder mehreren dünnen Garnen gearbeitete Flechtarbeiten
- Pockholz
- Tropisches Hartholz für Blockscheiben und Werkzeuge
- Poller
- Kurzer dicker Pfahl oder eisernes Rohr zum Festmachen von Leinen
- Pricker
- Werkzeug zum Spleißen dünnen Drahttauwerks
- Reck
- Dehnbarkeit von Tauwerk in Prozent
- Reeperbahn
- Lange, gerade Bahn zur Herstellung von Tauwerk (reep = Seil, Tau)
- Schamfilen / Schamfielen
- Scheuern und Reibung von Tauwerk, besonders am stehenden Gut
- Schauermannsknoten
- Vielseitig anwendbarer Stopperknoten
- Scheeren
- Tauwerk durch Blöcke, Kauschen oder Augen führen
- Schiemannsgarn
- Dünnes zwei- oder dreisträngiges Gut aus geteertem Hanf
- Schmarten / Smarten
- Spiralförmiges Umwickeln mit Segeltuch-Streifen
- Schotstek
- Knoten zum Verbinden ungleich starker Leinen
- Schweinsrücken
- Flechtarbeit zum Umflechten von Handläufern, Augen und Gegenständen
- Seele
- Innerster Strang in vierkardeeligem Tauwerk
- Seekistengriff
- Kunstvoll geknotete Tragegriffe für die Seemannskiste
- Segelkoje
- Raum für Segellagerung; Arbeitsplatz des Segelmachers
- Segelmacherhandschuh
- Werkzeug aus Leder mit geriffeltem Metallplättchen zum Durchdrücken der Nadel
- Spanische Winsch
- Hebelgerät zum Erzeugen großer Spann- oder Zugkraft
- Spleißen / Spleiß
- Aufdrehen und Verflechten von Kardeel-Enden zu einer dauerhaften Verbindung
- Stag / Stage
- Drahttauwerk zum Abstützen der Masten nach vorn
- Stehendes Gut
- Fest angebrachtes Tauwerk zur Abstützung (Stagen, Wanten, Pardunen)
- Stenge
- Verlängerung des Mastes über die Saling hinaus
- Stropp / Stroppen
- Aus Kardeelen gelegter Ring, gespleißte Trosse oder Ring aus dünnem Garn
- Takel
- Schwere Talje (Gien) zur Kraftersparnis
- Takelage
- Gesamtheit aus Masten, Spieren, Segeln und Tauwerk eines Segelschiffs
- Takling
- Sicheres Abbinden von Leinen-/Trossenenden mit Takelgarn
- Talje
- Tauwerk-Block-Verbindung zur Kraftersparnis
- Taljereep / Tallreep
- Talje zum Dichtholen des stehenden Gutes oder Befestigungsleinen
- Taljereepsknoten
- Knoten am Tallreep-Ende zum Haltern
- Tausendbein
- Geflochtene lange, schmale Matte als Schamfil-Schutz in der Takelage
- Tauwerk
- Alles Bindematerial auf dem Segelschiff — vom Takelgarn bis zur starken Trosse
- Toppsgast
- Matrose mit Takelage-Verantwortung für einen Mast
- Trensen
- Erster Arbeitsschritt beim Bekleeden — Keepen mit dünnem Tauwerk auslegen
- Trosse
- Tauwerk ab 24 mm Durchmesser, Standardlänge 220 Meter
- Trossenschlag
- Dreikardeelig „rechtsgeschlagene" Leine oder Trosse
- Trossenstek (Carrick Bend)
- Zum Verbinden starker Leinen; Grundstruktur vieler Zierknoten
- Türkischer Bund
- Dekorativer Knoten in vielen Variationen: stehend, kreuz, laufend
- Überhandknoten
- Einfachster Knoten, als Grundelement vieler anderer Knoten
- Verjüngen
- Ausdünnen der Kardeel-Fasern, um einen Spleiß schlank auslaufen zu lassen
- Wanten
- Stehendes Gut zum seitlichen Abstützen der Masten, mit eingespleißten Webeleinen
- Wantschlag
- Aus vier Kardeelen um eine „Seele" geschlagenes Tauwerk
- Webeleine (Ratline)
- Dünnes Hanftau als Sprosse zwischen den Wanten zum Aufentern
- Webeleinenstek (Clove Hitch)
- Knoten zum Befestigen der Webeleinen an den Wanten
- Winsch / Winde
- Angetriebene Vorrichtung zum Heißen und Holen schwerer Lasten
- Würgestek
- Knoten zum Abbinden aufgedröselter Tauwerksenden
- Zeising / Zeisinge
- Kleinfingerdicke weiche Manilataue zum Festmachen der aufgegeiten Segel
- Zeug
- Älterer Begriff für die umfassende Takelage (Masten, Rahen, Segel)
- Zierknoten
- Ornamentale Knotenkunst — seemännische Volkskunst aus Tauwerk
- Zoll
- Seemännisches Längenmaß = 2,54 cm (englisch: 1 inch)
Links
Maritime Museen
- Heimatmuseum Warnemünde — Maritimes Museum an der Ostsee
- Schiffahrtsmuseum Flensburg — Museum für Seefahrtsgeschichte
- Schiffahrtsmuseum Brake — Unterwesergebiet
- Rickmer Rickmers, Hamburg — Museumsschiff im Hamburger Hafen, Standort der Bareuther-Sammlung
- Veendam Museum, Niederlande — Niederländisches Seefahrtsmuseum
Organisationen
- International Guild of Knot Tyers (IGKT) — Internationale Gilde der Knotenknüpfer mit verschiedenen Landesgruppen
- DHH — Deutscher Hochseesportverband — Deutscher Verband für Hochseesegeln
Segelschiffe
- SSS Gorch Fock — Segelschulschiff der Deutschen Marine
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Welcome to Jack-Tar
Marlinspike Seamanship — Cordage, Knots & Rigging
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Cordage
History, types and manufacture of rope — from hemp and manila to modern yacht rope.

Tools of the Trades
Tools of sailors, sailmakers and riggers — from marlinspike to ditty bag.

Ropework
Splicing, care of cordage, mats and fenders — traditional seamanship techniques.

Knots
History of knots, sailor's knots, fancy knots and tutorials with animations.

SSS Gorch Fock
Rigging, sails and working procedures aboard the sailing school ship Gorch Fock.
Exhibition
The travelling exhibition of the Karl Bareuther collection — now aboard the Rickmer Rickmers.
Explore ropework crafted in the traditional manner of sailing ship sailors. On these pages you will also find examples of maritime tools used in the "preparation of cordage for rigging" on board, as well as in the sailmaking lofts and rigging shops ashore. You will also learn how and where seamanship tools were used.
Would you like to know what a "Flemish Eye," a "Pointing," or "Coach-whipping" is and what they were used for?
Would you like to see how artfully "Jack Tar" once knotted the bell rope lanyard for the ship's bell or the carrying handles for his sea chest from thin yarn; how finely and painstakingly he decorated the leather sheath of his "Lion Knife"?
Then come aboard!
See what sailing ship men could do with cordage. Get to know the very special tools of sailors, sailmakers and riggers. The fid, the serving mallet, the marlinspike, the grease horn and the sailmaker's palm, to name but a few.
About the Author
But first, before casting off, a few words about myself:
Karl Bareuther, born 1939
Mining apprenticeship, 1955/58
Joined the Navy, 04/1960
Naval Officer, Crew VII/73
After completing my mining apprenticeship in the late fifties, our Navy was again offering "positions," and having read in a Manesse booklet:
"The Navy is the refuge of the cross-grained, the home of the unfortunate. Here the sons of misfortune meet the children of sorrow and here the children of sorrow meet the offspring of sin. Bankrupt brokers, shoe-blacks, swindlers and blacksmiths foregather; and stranded tinkers, watchmakers, writers, cobblers, physicians, farmers and lawyers exchange their experiences and chat about old times."
Herman Melville, White-Jacket
It read like an adventure, and somehow appealed to me.
So in the Navy I learnt my first practical seamanship knots, the splicing of cordage and a few fancy knots one had to master if one wished to knot the lanyard for one's bosun's mate's call oneself.
Not only the knotting, splicing and rigging work, as these tasks were called, fascinated me — the plain beauty of maritime tools soon held me in their spell.
Naval Officer, Crew VII/73
Wherever I met an old sailor or rigger, I had them show me knots that were still unfamiliar to me. Ropework I encountered in museums at home and abroad, I attempted with growing success to reproduce.
At that time, more than forty years ago, I had begun collecting maritime tools. More precisely, the tools of sailors, sailmakers and riggers.
Somehow I struck lucky in every port, acquiring tools and ropework in rigging shops, sailmaking lofts and antique shops. What had been gathered together from all over the world over all those years?
A collection of maritime tools such as no museum I know of possesses in such variety and quality.
Soon after my ship, which I had the privilege of commanding for five years, was decommissioned, my Navy career ended after thirty-five years of service. Placed on the retired list, I took a little of what seafaring had once taught me and which I had enthusiastically developed further, as a fine leisure pursuit with me: "Knotting, Splicing, Rigging" and, a fine collection of maritime tools that was later to be exhibited in several maritime and local history museums (see under "Exhibitions").
Yes, and finally the collection found a "permanent berth" aboard the museum ship "Rickmer Rickmers," home port Hamburg.
To the Rickmer Rickmers Foundation, in whose possession the collection now resides, I extend my heartfelt thanks for displaying so lovingly, on the exhibition deck of the long-since retired square rigger, what accompanied me for so many years.
Thank you also for the kind permission to publish photographs of the exhibits on the internet.
"Of Cordage and its Preparation for Rigging"
For work on sailing ships, cordage and its processing as well as the knowledge of practical seamanship knots were of great importance, for nowhere else did they find wider use.
Once the cordage had been delivered on board, it was processed into rigging, and care and repair also lay in the hands of the sailors. Constant inspection and maintenance of standing and running rigging had to be carried out conscientiously to ensure the safety of ship and crew.
To perform maintenance and repair work, it was essential that the sailors were familiar with the various splices (short splice, long splice, eye splice, etc.).
They also had to master the many methods of cordage treatment, such as "serving" standing rigging as protection against the elements, plaiting "rope mats" and the centipede, which served as "chafing gear" wherever wear from friction on sails and cordage could occur.
Work on deck and in the rigging, setting and furling sails, as well as loading and unloading operations in port required knowledge and confident execution of a number of practical seamanship knots. Seamanship knots had to possess the following qualities: they had to be purposeful, hold securely, and release easily and quickly — in dry as well as wet weather!
Generally speaking, the term "knot" applies to any form of fastening made with a rope or line on any object. In nautical language, however, there are certain distinctions:
"Hitches. By this we understand, in contrast to actual knots, all those loop-like interlacings of a rope or two, in which the rope does not need to be unlaid into its individual strands. There are very many hitches and learning them is among the first things the young sailor must concern himself with." Albrecht Mühleisen, Seamanship, Bremen 1893
When, for example, two lines or hawsers are joined together, the sailor speaks of a "bend" (e.g. sheet bend, hawser bend, etc.). When a line is made fast to a "dolphin," a "bollard" or in a ring, this is done with a "hitch" (e.g. bowline, clove hitch, ring hitch, etc.).
The word "knot" itself the sailor reserves for knots made from the strands of lines or hawsers, such as the manrope knot, lanyard knot, diamond knot, etc.
How many hitches and knots the sailor actually had to master for his work on deck and in the rigging is not precisely recorded in any handbook of seamanship. Albrecht Mühleisen lists about thirty, hitches and knots combined, in his handbook. However, splices are also counted among knots. Then there would be a few more.
Counting the pure practical knots, there may have been about thirty. Starting from these few practical knots, sailors over time invented many fancy knots that were not necessarily needed on board but enjoyed great popularity during scarce leisure time and were combined into decorative ropework (Fancy Work).
Knots have existed since time immemorial. Sailor's knots apparently since man dared to explore the world beyond the horizon with a seaworthy "vessel."
The zenith of nautical knot artistry, including the often elaborately crafted fancy knots, was during the age of the great sailing ships, from about the mid-19th century through the 1920s.
As the great sailing ships were increasingly displaced from the world's oceans by motor-driven vessels, knowledge of fancy knots in particular faded away.
Modern shipping, with ever faster propulsion, made voyages shorter and the scope for self-occupation during leisure time smaller. Leisure offerings such as ship's libraries, radio, film, TV and so on led to a different leisure behaviour among sailors and gradually banished the once so contemplative folk art of ropework from the "fo'c'sle."
Our times have brought about a renewed presence of tall ships on the seas, and enthusiasts of old sailing vessels gather in museum harbours to restore their ships, often at great expense, and rig them in good seamanlike fashion.
This may contribute to preserving, at least a little, the seamanship as it was understood in the age of sail. And this includes, above all, the handling of cordage, its treatment and the use of maritime tools.
Note: A "Glossary of Nautical Terms," based on traditional German nautical language, can be found under Glossary; a bibliography under Imprint.
History of Cordage
The first binding materials used by early humans were likely thin, flexible twigs, creepers and grasses. Binding materials were essential for survival — how else could early humans fasten clothing, secure shelters and attach primitive weapons? Without some form of "rope," humanity could not have survived; it was one of the most important tools at the beginning of human development.
At some point, humans recognised the advantages of animal products such as hair, strips of hide and gut. These were not true ropes, but the first rope may have been created in prehistory when people took two roughly equal lengths of binding material, held them in one hand and rolled them forward on the thigh with the other palm.
The result would have been a two-strand, left-laid rope end — a method of making thin cordage known among sailors until the early twentieth century as "foxes."
Cave finds from the Middle Palaeolithic (c. 200,000–28,000 BC), including a pierced wolf's tooth and spearhead found in the Repolusthöhle in Peggau, Styria, suggest that rope-like binding material was already known at that time.
The earliest rope finds date from the Badari culture of Upper Egypt (4500–4000 BC) — three-strand, right-laid halfa grass ropes about 30 m long and 24–40 mm in diameter. Rope-making in ancient Egypt was apparently carried out by two people, one holding the left-twisted strands while the other rotated a weighted spinner to the right.
Although this method only allowed the making of relatively short ropes, it remains to this day the fundamental principle of making twisted and laid cordage.
The advent of larger ships and expanding maritime trade in the Middle Ages demanded more, better and longer cordage. In western European coastal countries, ropewalks emerged and the craft of the ropemaker developed. Ropewalks were between 80 and 300 metres long, allowing rope up to 220 metres in length to be laid.
In the age of discovery and the era of the great sailing ships, only cordage made from plant fibres (coir, hemp, manila) was used as standing and running rigging. From the mid-19th century, after Oberbergrat Albert of Clausthal invented the wire rope for mining in 1834, wire rope was introduced on sailing ships — first for standing rigging, later for certain running rigging purposes.
On German sailing ships, all cordage required for the operation of the vessel was generally referred to as "Gut" — from thin twine to heavy hawsers.
"Russian Hemp" and "Swedish Tar" (also known as "Stockholm Tar") achieved a fame during the age of sail that endures to this day.
The principal materials for rope-making were common hemp, sisal hemp and, for finer grades, manila hemp. Coir rope used the fibre of the coconut, while wire rope used steel, iron or copper. The original name for manila hemp is abaca — it yields the finest rope fibre in the world.
From: Hans Fehre, Seemännische Handarbeiten, Eckart & Meßtorff, Hamburg, 1942
Hemp Rope
Hemp was an annual plant sown in spring and harvested after four to five months. It grew up to three metres and more and yielded fibres of outstanding quality.
Processing followed a set sequence: harvesting similar to grain, field drying, breaking and hackling to remove the hard outer bark and obtain usable fibres for rope-making.
Use on Board
Hemp cordage served on board in two forms:
- Tarred hemp lines: Used in weather-exposed applications, more resistant to moisture and seawater but less supple than untarred
- Untarred hemp cordage: Used as running rigging, signal lines, lead lines and hammock lashings
Stretch Properties
Untarred: 15–20% elongation
Tarred: 10–15% elongation
Growing Regions
Yugoslavia, Hungary, Italy, Russia and China were the main growing regions. Russian hemp in particular enjoyed high esteem among seafaring nations. It was cultivated under Peter the Great and exported for processing.
Manila Rope
Manila fibre was obtained from a non-fruit-bearing banana plant. The main growing region was the Philippines. In the northern regions, where the fibre had been harvested since ancient times, it was called "abaca." The fibre and the rope made from it received the name "Manila" from the export port of Manila.
On board ships, manila rope was used untarred as running rigging and for mooring lines. Its elongation was 20–25%.
"Manila rope is distinguished by greater suppleness and elasticity and is resistant to chafing. The sailor also says: 'Manila runs better through the blocks.'" — Hans Fehre, Seemännische Handarbeiten, 1942
Further growing regions existed in Central America: Guatemala, Honduras and Venezuela.
Sisal Rope
Sisal fibre was obtained from the leaves of an agave that thrives particularly in tropical soils.
Compared to manila fibre, which has a more brownish colour, sisal fibre is light — from white through ivory to yellowish.
Sisal rope has similar properties to manila but is less durable and not very pliable. Some rope manufacturers mixed sisal fibres with abaca fibres and sold this inferior cordage as manila.
Growing Regions
East Africa, Mexico, Sumatra, Brazil, Israel.
Use
On board the great sailing ships it was used for fenders and mats.
Coir Rope
Coir was obtained from the husk of coconuts, the fruit of the coconut palm. The fibres were 20–30 cm long and had a yellowish-brown to reddish-brown colour with a matt appearance.
Notable properties included considerable elasticity compared to other plant fibres, resistance to moisture and low specific gravity. Production took place in tropical coastal regions worldwide.
Coir rope served on board particularly as fender and mat material. Due to its buoyancy and stretch properties it was also used as a towing line. In certain tropical countries, coir rope was incorporated into the construction of small fishing vessels.
Wire Rope
Wilhelm August Julius Albert invented the wire rope in 1831 for mining operations in the Upper Harz mountains. This innovation replaced the previously used hemp ropes and chains for coal hoisting, which were subject to rapid deterioration.
The first application was in 1834 at the Caroline shaft near Clausthal, reaching a depth of 480 metres. By 1838, seventeen more shafts had been equipped with the new iron wire rope.
The original "Albert rope" consisted of three strands of four wires each, offering superior breaking strength and durability compared to expensive hemp alternatives.
Introduction to Maritime Use
British tests began in 1837, with official confirmation of suitability in 1838. By 1840, the Royal Yacht Victoria and Albert and various Royal Navy vessels received wire rope standing rigging, as did merchant ships.
Theodor Guilleaume introduced the Lang's lay, where wires and strands were wound in opposite directions, with hemp cores for flexibility.
In 1883 the Imperial German Navy officially ordered galvanised steel wire rope for standing rigging.
Construction
Standard construction: six strands wound around hemp cores, with additional hemp cores within individual strands — seven hemp cores per rope in total. Made from steel, iron or copper wires, treated with grease for protection and flexibility.
Advantages and Disadvantages
Advantages: Greater strength at smaller diameter, minimal stretch, increased durability
Disadvantages: Susceptibility to kinking, increased weight, limited handling
Uses: Standing rigging (thick-stranded types), running rigging (thin-stranded types), mooring and towing hawsers
Cotton Rope
Cotton rope had only minor significance in maritime history. If used at all, it served as binding material.
The material found greater use in decorative work. Cotton was "well suited for making fancy knots, so-called fancywork" — including elaborate bell ropes, Turk's heads and mats.
Fine cotton yarn (about 1–2 mm) was the preferred material in the navy for making bosun's call lanyards. Thinner cotton yarn was more important in the fishing industry for net-making.
Modern Use
Thicker cotton rope gained importance in yachting from the late 19th century to the 1960s. These lines were first three- or four-strand twisted, then later braided. The same braiding method was also applied to hemp fibre ropes.
Modern Yacht Rope
Products, Tools, Splices
Synthetic Fibre — New Cordage for Professional and Recreational Sailing
In the 18th and 19th centuries, cordage was manufactured from high-quality natural fibres. Imported from overseas and some European countries, hemp, manila, sisal and coir arrived in bales in Germany. Ropewalks on the North Sea and Baltic coasts processed the fibres first into cable yarns, twisted these into strands and laid them into ropes. On walks up to 360 metres long, ropemakers laid hawsers up to 300 mm thick and typically 220 metres long (standard length). The traditional rope-making process has proven itself to this day, but the raw materials have changed greatly: natural fibres have been largely superseded by technically far superior synthetic fibres. Professional and recreational shipping today uses cordage whose strength, service life and abrasion resistance far exceed that of natural fibre rope.
"High-Tech" Cordage
The following rope constructions are offered by manufacturers:
- Hollow braids
- High-modulus hollow braids
- High-strength core-mantle braids
- High-modulus core-mantle braids
- Parallel core braids
- Twist core braids and others
- Square braids
- Twisted 3-strand ropes
In addition to applying the correct splicing method for a particular braid, the dimensions specified by the manufacturer must be strictly observed when making a splice.
Splicing Braided Yacht Rope
When laid (twisted) synthetic fibre rope is used, it is spliced as before with natural fibre rope: with the lay (sailmaker's splice) or against the lay (standard eye splice), over one strand, under the next. The strength of this splice connection rests on the "counter-splicing" of the individual strands and the tension and compression forces generated under load. For the strength of a splice in modern yacht rope constructed by various methods, the basic principle is: under load, the spliced end and the rope contract together and the resulting friction carries the connection.
Proper execution of every splice is essential, for:
"A rope is only as good as its end connection. For every construction, every material and every use there is an optimum solution. End connections are to this day handwork." Gleistein Ropes, Bremen
Before making a splice in "core-mantle braids" (double braid), a slip knot must always be placed in the line approximately three metres from the rope end.
Since core and mantle shift against each other during splicing, the slip knot limits this displacement to the extent required for correct execution of the splice. The Lineman's Knot shown here is not a typical sailor's knot — it comes from mountaineering and can be tied effortlessly at any point on a line without needing to use the end. It can be easily opened even after being subjected to heavy loading. Proper execution of a splice in modern yacht rope naturally requires knowledge of the correct splicing method for the particular "braid" and, as a general rule, the use of suitable tools.
The Tools
The international market offers various splicing tools that work either by "push" (e.g. hollow fid/pusher) or by "pull" (e.g. splicing needle). To make a splice in modern yacht rope, in addition to suitable splicing tools one also needs:
- Sharp knife, scissors
- Tape measure
- Tape/adhesive tape, marker
- Sail needle, small pricker
While laid rope was spliced with the fid, or with the marlinspike when dealing with wire rope, the new rope constructions — hollow braids and core-mantle braids — required special splicing tools:
- Hollow fids with pusher
- Hollow fids with barbs
- Jim McGrew's "Super Snake"
- Splicing needles
- Splicing Wand (Brion Toss, USA)
To achieve optimum load-bearing capacity for a splice in synthetic rope, specific lengths of core and mantle must be spliced into each other — for example in an eye splice in a core-mantle braid.
Hollow Fid with Pusher / with Barbs
When using a hollow fid, the specified dimensions on mantle and core are to be made using "fid lengths," since the size/length of the fid is calculated in relation to the rope diameter. Hollow fids with pushers or barbs are usually offered as sets that allow splicing of rope diameters from about 6 to 20 mm.
Before a set of hollow fids of different sizes/lengths (related to rope diameter, dRope) could be offered, the rope manufacturers had naturally determined through testing what mantle-end length and what core-end length were required for a secure eye splice, and converted these accordingly into "fid lengths." When approaching the splice with the "Super Snake," the "splicing needle" or a "Splicing Wand," it is advantageous to calculate all dimensions required for a secure splice oneself. Creating a table for standard commercial rope diameters is recommended.
For an eye splice in double-braided core-mantle braid (polyester), the following multipliers apply:
- 24 × dRope denotes the length of the core/mantle end to be measured (cover tail).
- 14 × dRope denotes the length of the core end that, after passing through the eye area, is worked into the splice (runs between mantle and core) (core bury).
- 8 × dRope is the mark to be placed on the core, at which the mantle end is led into the core (core marking for polyester). The purpose of the 8 × dRope measurement is to shorten the core and thereby give the mantle corresponding slack, so that the splice can ultimately be "milked" into the braid.
- 2 × dRope is the mark on the mantle end at which the core enters the mantle, and indicates how many centimetres of the crossover point are "swallowed" by the splice.
Other rope constructions and materials such as hollow braids, high-strength braids etc. require different dimensions (e.g. 48 × dRope for Dyneema double braids), which are to be obtained from the manufacturers/dealers or taken from special splicing instructions.
Eye Splice in a Core-Mantle Braid
The following splicing method is based on the "RULE OF THUMB SPLICING TIPS" by Jim McGrew, USA, and is patented. If, when determining dimensions as described below, one uses the "thumb" as a guide, one can, with some practice, dispense with some markings. The corresponding markings have also been made.
Example: Double-braided halyard, 12 mm, material polyester
Measure from the rope end the distance 24 × dRope and, using the pricker, draw two mantle yarns from the cover.
These mantle yarns serve two purposes: 1. Simplification of the measurements to be taken. 2. They are used later for stitching the "crossover point" and the spliced eye.
It is advisable to wax both mantle threads with a piece of beeswax.
Where the two yarns were drawn out, the core will later be drawn into the mantle (through the hollow mantle (eye area) and 14 × dRope beyond the core exit point and above the core). Measure from the drawn-out mantle yarns a "thumb's width" towards the "long end" and place a mark (marker) on the mantle, (Pt. 1). Determine, from (Pt. 1), the desired eye size and place a further mark, (Pt. 2). Marks (Pt. 1) and (Pt. 2) now lie exactly opposite each other. The distance between them corresponds to the chosen eye size.
Bend the rope sharply at (Pt. 2), carefully open the mantle braid with the pricker or an awl and draw the core out of the mantle. To achieve optimum load-bearing capacity of a sheet or halyard, it is important that mantle and core carry equal loading after completion of the splice. At this stage, core and mantle must therefore be pre-stretched as follows:
Hold the mantle with one hand and pull the core firmly against the "Lineman's Knot" with the other until no slack remains. Now, starting from the "Lineman's Knot," smooth the bunched-up mantle evenly back towards the core end.
Core and mantle are now balanced and under equal loading.
Place a line mark on the exposed core (this mark can be dispensed with if one leaves the pricker in the braid and makes the following mark directly from the pricker's position).
Draw more core from the mantle and place 8 × dRope from the last line mark, towards the "long end," a dot. At this point the mantle will later be drawn into the core.
The measurements are complete. The splice can be made.
Note: If a swivel shackle or similar is to be spliced in, it must be placed on the core now. The swivel shackle moves between marks (Pt. 1) and (Pt. 2).
Connect the splicing tool (hollow fid, Super Snake, splicing needle) to the core end.
The core connected to the splicing tool now enters at the two extracted yarns, is led through the hollow mantle and exits, 14 × dRope beyond the core exit point and above the core, from the braid. This operation can cause initial difficulties. It is essential to ensure that the splicing tool does not "pick up" any mantle or core fibres on its way through the braid.
Check: Pull gently on the "long end" of the core as soon as the splicing tool and the core connected to it have exited the mantle. If core and mantle can shift against each other, everything is OK. If not, the previous step must be repeated.
About 10 cm below the two mantle threads, the mantle end is to be "tapered" (thinned). This is done by cutting out individual mantle threads at equal intervals of several centimetres. The individual threads are to be cut out alternately left/right, in the direction of the braid. The thinned mantle end is now, using the splicing tool, to be buried in the core starting at the dot mark, until it can be completely "swallowed." Before the mantle end is "swallowed" by the core, however, mantle end and core end must be pulled firmly against each other alternately. This creates the "crossover point," the point at which core and mantle cross at the level of the two extracted threads. Since both, mantle and core, have bunched up considerably from the tight pulling, they must now be smoothed down on both sides.
The "tapered" mantle now finally disappears into the core and the protruding core end also becomes shorter.
Important! The "crossover" must be held firmly with one hand (thumb and forefinger), so firmly that mantle and core can be smoothed alternately to their respective sides without causing any displacement of the "crossover." Once this is done cleanly, the "crossover" is stitched with one of the extracted mantle threads with approximately 8 needle stitches in a zigzag pattern over a distance of 3–4 cm.
After smoothing, the core end is marked exactly at its exit point and drawn out about 6 cm. At the mark, the core end is cut off, unlaid and cut at a pointed angle. By smoothing the mantle again, away from the eye, the core end disappears completely into the mantle. The splice is made and can now be drawn into the braid. The "Lineman's Knot" is hung on a strong, anchored hook, the eye is held firmly under tension at the "crossover" with one hand and the mantle is "milked" from the knot towards the eye over the finished splice. This should be done so that initially not too much bunched-up mantle is milked towards the eye. Always draw a little closer and, while constantly holding the eye under tension, milk the slack in the mantle over the splice. The eye splice is complete once the "crossover point" has completely disappeared into the braid, i.e. when the remaining mantle thread stands exactly at measurement point (Pt. 2). The mantle thread is used to stitch the splice directly below the eye with 8 to 10 needle stitches in a zigzag pattern. This measure prevents possible slipping of the splice under light loading.
Warning!: This eye splice is only to be used for splicing Nylon, Dacron (Polyester) and Polypropylene rope. Never use it with high-strength core-mantle braids (Dyneema). High-strength core-mantle braids must always be spliced using the "core to core method."
Simple Back Splice in Braided Rope
The idea of the simple back splice comes from Mr. Jim McGrew, Elverta, California, USA. The reproduction on this page is by kind permission of the patent holder, Mr. McGrew. Also published in the sailing magazine "Yacht" No. 4/2008 (Skippers Magazin).
This back splice is easy and quick to make and replaces a whipping on sheets, halyards and mooring lines. The required splicing tool can be simply made from a 1 mm stainless steel welding rod by folding it and anchoring both ends in a short piece of round wood or a wooden ball.
Execution of the splice:
- Place a slip knot in the line about one metre from the rope end.
- Remove heat-sealed ends, draw about 20 to 25 cm of core from the mantle and cut off the core end.
- Smooth the mantle from the slip knot towards the end.
- The now coreless (hollow) mantle end is spliced back into itself for half its length. Feel for the core end inside the mantle, insert the splicing tool into the hollow mantle exactly at the cut point (core end) and guide it out exactly in the middle of the hollow mantle end. Take constant care that the splicing tool does not pick up any mantle yarns.
- Unlay the mantle end 5–6 cm and insert about half the yarns into the splicing tool. Loosely hold the mantle end with one hand (gentle kneading and massaging facilitates the work) and pull it with the splicing tool far enough into the mantle until a small, circular opening appears at the end. Now smooth the slack from the line, first from the slip knot, then from the mantle end exit point, and cut the protruding remainder short. Rubbing the splice zone between the palms causes any short fibre ends still protruding to disappear. The simple back splice should be secured with a few needle stitches.
The advantage of the simple back splice is that heat-sealed ends and whippings are unnecessary and, since the rope end has no thickening, it can be rove through blocks and eyes without difficulty.
This back splice naturally also applies to coreless rope (hollow braids, e.g. Gleistein, Dyna One).
Rope Shackles (Dyneema Shackles)
A shackle made from rope is nothing new — sailors in the age of sail fashioned fasteners from twisted cordage when metal shackles broke and no replacements were available. They were economical, quickly made and versatile, but had lower breaking strength and shorter lifespan than metal shackles.
Modern Alternative: Dyneema
High-modulus hollow braid such as Dyneema offers significant advantages: extremely high breaking strength approaching wire rope of the same size, much lower weight and the ability to form shackles of any diameter.
Construction
Take 1 metre of 6–8 mm coreless Dyneema rope, fold it into a small eye and splice the ends together. One end is drawn through a hollow needle behind the formed eye and exited after about 20 cm (adjustable depending on desired shackle size).
From the two remaining line sections, a diamond knot is formed. The mantle can slide on the core, allowing eye size adjustment — enlarge by pushing the mantle towards the knot, close by pulling the knot through the eye.
Rope Making
"The premises in which cordage is manufactured are called ropewalks. In Hamburg the name 'Reeperbahn' still recalls such establishments, which formerly, outside the city before the Millerntor, had set up their ropewalks. The ropewalks are 180 fathoms or 325 metres long. From the hemp, cable yarns are spun the length of the ropewalk, and from these, hawsers of 120 fathoms length are produced.
The manufacture of cordage, today carried out exclusively by machine, proceeds as follows: one twists several cable yarns to the right and lays them to the left into strands. As required, one takes 3 or 4 strands and, while simultaneously twisting them to the left, lays them to the right into hawsers.
One has thus produced right-laid cordage. For left-laid cordage one proceeds in reverse.
With four-strand cordage, the four strands, also called shafts, are laid around a core.
Initially, new cordage stretches more or less, depending on whether it was previously twisted strongly or less strongly, on average by 10–20%. Manila cordage stretches more than hemp cordage.
The durability of cordage depends on the type of material used. Good cordage is more expensive but also has a longer service life.
In the specialist shops the following grades of cordage are usually kept in stock:
Sail twine, serving twine, houseline, marline, small stuff, 6-yarn line (1/2 inch), 9-yarn (3/4 inch), etc. Today it is customary to designate cordage only by its circumference in inches, also indicating whether it is to be hawser-laid, shroud-laid or cable-laid. A three-inch rope therefore means a rope of 3 inches circumference. Hawser-laid is three-strand, shroud-laid four-strand and cable-laid double-laid cordage."
Hans Fehre, Seemännische Handarbeiten, Eckardt & Meßtorff, Hamburg 1942
Right-laid and Left-laid Cordage
On board, predominantly right-laid cordage was used. Left-laid cordage was employed only for certain purposes:
"The Navy formerly used left-laid hawsers for artillery purposes as tackle runners. This cordage is also loosely laid, so that the tackles can be easily overhauled and hauled through." Albrecht Mühleisen, Handbuch der Seemannschaft, Bremen 1893
Left-laid cordage also found further use as lead and log lines, which moreover were invariably laid from hemp fibres.
Wire Rope
The manufacture of wire rope is similar to that of fibre rope.
The wire rope common in seafaring was six-strand steel wire rope, which from about 1840 was used on sailing ships, principally as standing rigging.
Standing and Running Rigging
Lines and hawsers, later of steel wire, were used on board as standing and running rigging. Standing rigging is permanently fixed (immovable) cordage in the rig or on deck, serving to support masts and topmasts (stays, shrouds, backstays). Footropes, hangers and jackstays also count as standing rigging.
Running rigging is all cordage rove through blocks and fairleads, e.g. halyards, sheets, braces, clewlines, buntlines, flag halyards and others. Running rigging is accordingly fixed at one point and connected either with the yards (booms) or directly with the sails. It serves in particular the setting, furling and handling of sails.
Cordage Sizes and Small Stuff
According to purpose, different sizes of cordage were required on board. Fibre rope up to two centimetres in circumference was called "small stuff." From two to seven centimetres it was called "line" and above seven centimetres "hawser." Small stuff was further divided into marline, houseline, ratline stuff, as well as net, serving and sail twine.
"Small stuff includes: log, lead, and flag lines, houseline, marline, small stuff, net twine, string, serving twine and sail twine." Castagne, Fritz, Training Manual for the Naval Sailing School Ships, Kiel 1935
Small stuff was needed for all daily maintenance and repair work such as whipping rope ends, applying "coach-whipping" and "pointing," serving wire rope and much else besides. Cordage processed for protection against "chafing" was termed fender and mat material.
Recycling — Foxes
Cordage was expensive and much of it was needed; broken or worn rope was not simply thrown away. For instance, one would unlay the piece of a damaged hawser into its strands. From a strand one would then tease out up to four cable yarns, from which so-called "foxes" were twisted.
Foxes: these were small stuff hand-made from individual cable yarns of old rope, used for all manner of rigging work; particularly for serving standing rigging, making mats and plaiting gaskets.
A job for the "Moses," as the youngest ship's boy was called. The simplest method of twisting foxes went like this: Moses took a cable yarn of about 10 metres length, doubled it and placed the bight over a nail. He held both ends at equal length in one hand, sat himself comfortably on a bollard and began, about a metre from the nail, to roll the two cable yarn ends vigorously on his thigh, away from his body. Moses rolled and rolled; moved further and further from the belaying pin and after some time should have had a "two-yarn end" of about eight metres. Before taking the end off the nail, he "slushed" it vigorously with a tar-soaked piece of old sailcloth and the "fox" was ready!
Sailing ship men also liked to use foxes for making their leisure work: plattings, sea chest handles, bell rope lanyards and more. Fine old ropework in many a maritime museum impressively attests to this.
Gaskets
"Gaskets for furling and otherwise securing sails are made, according to size, from three or four foxes, which are hung by their middle bight over a pump bolt or the like, and the three or four parts are plaited together for the length of the eye. The plaiting is done quite simply by alternately bringing the outer foxes on each side over the inner ones.
Then one adds another fox and plaits it in to a suitable length. The further one proceeds, the more foxes one leaves out, so that the gasket gradually tapers towards the end."
Bobrik, Eduard: Handbuch der Praktischen Seefahrtskunde, Leipzig 1848
Rigging
The term "rigging" encompasses masts, yards, sails and the standing and running rigging of sailing vessels. A well-balanced rig provides seaworthiness, safety and speed — it functions as the "propulsion system" of a sailing ship.
Rig types and arrangements determine the ship's classification (full-rigged ship, bark, brig, brigantine, etc.). Initial rigging was done at the shipyard by professional riggers, while sails were made in nearby sailmaking lofts.
Maintenance and Craftsmanship
Experienced sailors performed critical maintenance under strict supervision. Officers selected experienced crew for rigging work, as improper knots, poor splices or worn cordage could endanger lives.
Blocks
Blocks consisted of shell, sheaves, pins and fittings. Wooden blocks typically used ash or elm, while metal blocks offered greater durability for heavy-duty applications.
Block Types
- Snatch blocks (swivelling)
- Fiddle blocks (double-sheaved)
- Lead blocks (specialised)
- Violin blocks (force distribution)
Tackle Systems
Block combinations provided mechanical advantage for hauling and hoisting — indispensable before motorisation. Configurations ranged from simple leading blocks to complex multi-sheave systems with ratios of 1:5 or greater.
Jury Mast
Temporary masts rigged when mainmasts broke or suffered battle damage. The "jury mast knot" provided a practical method for stabilising replacement masts using tackles in multiple directions.
Maritime Tools
The three primary maritime trades — seaman, rigger and sailmaker — used largely identical functional tools. Remarkably, sailors' tools have remained virtually unchanged in form and function to this day.
A basic kit consisted of a sharp cutting knife, a fid for splicing, a marlinspike and a pricker.
Tool Organisation
Riggers at shipyards carried multiple tools on a "rigger's belt" — a heavy leather belt about 15 cm wide with sewn loops and pockets holding marlinspikes of various sizes, prickers, fids, knives, pliers and turning tools.
The Sailmaker
Large sailing ships had sailmakers as permanent crew members. Their workshops, called sail lockers, held supplies of cordage, reinforcement leather, various metal fittings, polished wooden tools, steel marlinspikes and pliers.
Essential equipment included two types of sailmaker's palms and needles — preferably of English origin with triangular, long points. The sailmaker's pliers served a dual purpose: extracting needles from heavy work and tightening seams by leverage.
Tools such as the fid, serving mallet and turning tools have been documented since the 15th century through shipwreck finds.
Jack Tar's Tool Chest
Sailors made their own tools using materials acquired on voyages to distant lands — including tropical hardwoods such as lignum vitae and ebony, whale bone and ivory.
When metal tools were needed, sailors repurposed discarded files — old round files were fashioned into marlinspikes, flat files into cutting knives.
Sailors treasured their tools and decorated them carefully with knotwork, inlay and engraving.
A Sailor's Equipment
According to Captain Ernst Wagner's Decksdienst (1937), a sailor should possess:
- 1 marlinspike, about 45 cm long, hardened steel with flat point
- 1 marlinspike, about 30 cm, with round point and lanyard
- 1 pricker (about 15 cm with 8 cm handle)
- 1 fid
- 1 wooden heaver (4 cm diameter, 30 cm length)
- 1 serving mallet
- 1 sailmaker's palm
- Various sailmaker's and bolt-rope needles
- 1 sharp cutting knife
The Ditty Bag
A canvas bag about half a metre high and twenty centimetres in diameter with a round bottom, hung from five or six rope lanyards joined in a single line. The carrying strap was decorated with fancy work — possibly with round or spiral hitching, Turk's heads in various materials and reinforced with braided coach-whipping or other ornamental work.
Contents
The bag served as the sailor's personal tool kit:
- Two or three marlinspikes (splicing tools)
- A special steel marlinspike for heavy wire rope
- One or two prickers with wooden handles
- Fids (splicing tools)
- One or two hammers of various sizes
- Serving mallet
- Pliers and flat-nosed pliers
- Steel chisel
- Sewing hook
- Sailmaker's palms
- Horn container with tallow and sail needles
Sailors made these bags themselves from canvas and often decorated their tools personally. Owning high-quality, well-maintained tools was a matter of seamanly pride on board.
Fred Schmidt, Von den Bräuchen der Seeleute, Die Brigantine, Hamburg 1962
Flemish Eye
Definition of Splicing
"To make a durable and smooth connection between two rope ends, one untwists their ends and interweaves the individual strands. This interweaving of strands is called splicing."
Flemish Eye
This is an early method of forming an eye loop in a line or rope. The technique probably predates manufactured cordage.
Method
Unlike other splices where strands are interwoven, this technique involves:
- Unlaying the strands down to individual yarns
- Laying half on each side
- Tying individual yarns with overhand knots around a spar
- Laying the strands along the rope's length
- Tapering the laid strands
- Worming evenly below the eye
- Parcelling around the eye
- Serving with fine yarn
Due to its "slender, smooth form," it was used particularly in sailmaking — especially as eyes in clew cringles to which sheets were attached.
Eye Splice
For splicing fibre rope, sailors traditionally used wooden fids of various sizes. These tools were "made from native or tropical hardwoods, usually by the sailors themselves." Whalers carved fids from whale bone.
Main Application
The eye splice served to "form an eye at the end of a line" for securing to bollards or posts. In rigging, it was "used extensively for working in thimbles and blocks into standing and running rigging."
Splicing Technique — Right-laid Rope
In three-strand right-laid rope, the strands are tucked "against the lay" and spliced through five to six times fully, then tapered and served with sailmaker's twine.
Splicing Technique — Left-laid Rope
In left-laid rope, the strands are likewise tucked "against the lay," but in the direction "towards the splicer's body." The five to six counter-tucks follow the same basic procedure.
Sailmaker's Splice
The sailmaker's splice is a rope splicing technique used mainly in sailmaking. Unlike other splices that work against the lay of the rope, this method works with the natural direction of the rope.
It produces a noticeably slimmer result than the eye splice and is particularly suited for bolt-rope work. It creates a smooth appearance because the yarn directions align.
"The loose strand winds continuously around a standing strand" — Captain Ernst Wagner, Decksdienst, 1937
Short Splice
The short splice joins two ropes or lines of equal size. Its applications include extending ropes or rejoining broken lines.
"Unlay each hawser end equally far (2 to 4 turns) and marry their strands against each other, starting with the left." — Captain Ernst Wagner, Decksarbeit, 1937
The technique requires splicing the strands three to four times per side, alternating between right and left, with the middle strand worked first against the existing lay.
Long Splice
The long splice joins two rope ends together. Unlike the short splice, it is not used for mooring lines but rather for repairs to running rigging — due to its slim appearance.
The individual strands are not spliced over/under but simply worked into the vacant groove of the opposite strand. After laying the strands about 12 turns, they are tapered and secured with an overhand knot.
About one third of the fibres are removed from each strand for tapering, knotted with an overhand knot and hidden in the lay of the rope.
Captain Ernst Wagner: Decksarbeit, ein Handbuch für Seeleute, 1937
Back Splice
Sailors traditionally finished rope ends with a "whipping" — tightly wrapping the rope end with whipping twine and securing it by sewing. The tools required were a sailmaker's palm, sail needles, beeswax and a heaver.
When a whipping came undone and the proper tools were not available, sailors applied a back splice as a temporary solution.
"The back splice, also known as the 'Spanish whipping,' was always only a makeshift whipping."
Procedure
- Unlay rope strands 30–40 cm (depending on size)
- Form a "crown knot" by crossing the strands, passing the last strand through the loop of the first
- Pull the configuration taut
- Splice the strands back two to three times
The back splice should be replaced with a properly sewn whipping at the earliest opportunity.
Wire Rope Splicing
Wire rope splicing followed similar methods to fibre rope splicing but employed numerous specialised techniques that are today "seldom performed" and sometimes "no longer permitted for safety reasons."
Steel wire rope remains indispensable — for standing rigging on sailing yachts, ship standards, heavy towing hawsers and winches. Modern yards now press eye splices into steel sleeves under high pressure instead of splicing by hand.
Tools
Splicing required a marlinspike of suitable size with a flat-ground point, ideally made of steel. For wire rope up to 10 mm diameter, a "pricker" with a wooden handle was used.
Hamburg Eye Splice
The "Hamburg eye splice," also known as "3-2-1" among sailors: the first strand was passed under three standing strands, the second under two, the third under one, and the remaining strands under individual strands. English and American sailors called this the "Liverpool splice."
Serving
To protect a line against weathering, the sailor "served" it — that is, he wound it tightly with houseline using a serving mallet, an old maritime tool with which the houseline could be wound very tightly around the rope being served.
Serving with a simple serving mallet required two men. A skilled sailor turned the mallet while the "boy" followed each turn around the tensioned hawser with the houseline material formed into a ball.
In the rigging shops ashore, the simple serving mallet was soon improved by fitting a roller to the handle, thus dispensing with the second man.
Another method of allowing the work to be done by one man alone was the construction of a hinged roller that was placed around the tensioned hawser and held the houseline material.
Working Steps
The simple serving mallet ran ahead of this roller and wound the houseline with each of its turns. After a hawser had been tensioned, its contlines were filled with thin cordage over the stretch to be served.
This step was called "worming" and gave the hawser an evenly smooth surface.
Next came "parcelling" — the area of the hawser to be worked was preserved by spirally wrapping it with a narrow strip of tar-soaked canvas, which was then "marled" with serving twine.
The sailor called this step "setting a marling," expressing that he had "seized," i.e. secured, the work just performed. This seizing (marling) was applied in the form of a series of half hitches, the so-called "marling hitches," around the work to be secured. The steps of worming, parcelling and marling were followed by the actual "serving" of the work.
Both natural fibre and wire rope were served. Standing rigging, pendants and footropes consisted, from about the mid-19th century, of wire rope and were generally "slushed" and "served" with tarred cordage (houseline).
Pointing
Pointing referred to rope ends thinned and tapered with a knife, sometimes covered with ornamental hitching or finely stitched with thin yarn.
Method
The simplest and probably oldest approach was to unlay the rope into individual yarns, thin the inner yarns, form them into a point and marl with whipping twine. The intact outer yarns were then woven into simple hitching to form the tapered end.
Practical Use
A line finished with a point could be rove quickly and effortlessly through blocks, thimbles and eyes.
Although time-consuming to make, this rope treatment significantly improved ship and crew safety by enabling quick deployment in emergencies — such as replacing broken lines in heavy weather and night operations.
Coach-whipping
Coach-whipping is braiding work executed with one or more yarns on rope or objects.
Protective Functions
- Covered Flemish eyes and standard eye splices in lines and hawsers
- Protected rope from chafing on rough surfaces
- Protected equipment during regular ship operations
- Applied to railings, handrails, eyebolts, goosenecks and cylindrical objects
Decorative Purpose
Especially on personal tools, they served both aesthetic and practical functions.
Whaling
Certain variants had specialised whaling applications. Braiding was wound around harpoon shafts, forming an eye to which the whale line was attached. This construction withstood the enormous forces generated by whale weight and movement.
Rope Mats
Young sailors had to learn various mat-weaving techniques, including "laying the common and French sennit with eye and laying a coach-whipping; making an English mat and a sword mat."
Use
Rope mats served many purposes on board:
- Block mats: Cushioned the impact of blocks
- Oval/ocean mats: General-purpose floor covering
- Long/step mats: Protection of stair edges, slip prevention
"Mats of rope, braided from strands," provided friction reduction where ropes or sails came into contact with sharp objects, with English mats being "the most convenient to braid." — Hans Fehre, 1942
Fenders
Rope fenders were essential equipment on board. When ships moored at piers or alongside other vessels, fenders were hung over the sides to protect the hull from friction and damage.
Fenders came in various sizes and shapes: long fenders, ball fenders and bow and stern fenders. They were made using braiding methods — "sennit" or "hitching" — either from a single continuous line or from multiple individual lines.
Fenders were obtained from ship chandlers ashore or from rigging lofts. On board, fender-making was a task for ordinary seamen and ship's boys.
Almost any of the numerous hitching or sennit braiding methods could be applied. However, when pressed for time, sailors preferred simple patterns such as open or closed half-hitch hitching.
Materials used were inferior ropes such as coir and sisal as well as used or damaged manila and hemp rope from daily ship operations.
Knots: As Old as Mankind?
Humans probably developed the ability to tie knots shortly after creation as a survival skill. Scientific evidence shows that "primates are capable of tying simple knots" — demonstrated by zoo experiments and gorilla nest-building.
Early humans probably used basic knots — the overhand knot and the "granny knot" — and occasionally the "reef knot." Natural materials included grasses, reeds, twigs, roots and animal products such as hides and sinew.
Archaeological Evidence
A significant find in 1991 involved a 5,300-year-old mummy ("the Iceman" or Ötzi) found in Alpine glaciers. His preserved clothing and equipment revealed sophisticated stitching techniques and various knotting methods, including half hitches, overhand knots, reef knots and clove hitches.
The Age of Sail
Maritime requirements drove knot specialisation. Between 1800 and 1900, in the era of the great sailing ships, the art of sailor's knotwork reached its zenith. Essential knots included the figure-eight as a stopper knot and the bowline for rope connections.
The Sailing Ship Sailor
A sailor who could handle fid and marlinspike, splice manila and wire rope, tie knots expertly and demonstrate complicated fancy knots to his shipmates enjoyed respect and high regard on board. Such sailors served as valuable teachers for younger crew members.
The skilled sailor — or "Jack Tar" — valued quality tools and often made and decorated them personally.
"Every hair a ropeyarn, every finger a marlinespike and his blood of Stockholm Tar" — Old English proverb
Living and Working Conditions
Sailors endured primitive conditions regarding accommodation, food, healthcare and pay until the mid-19th century. Despite all hardships, they accomplished remarkable feats with skill and dedication. Many were tattooed with symbols such as "Faith, Hope, Charity" or the ships on which they had served.
Tobacco and Pipes
Smoking pipes held considerable significance among sailing ship crews. Only trained sailors were permitted to smoke; younger crew were strictly forbidden. Sailors often made pipes themselves from shells, horn or lignum vitae.
Sea Chests
A sailor's personal belongings fitted into a single sea chest measuring about 90 × 40 × 50 cm. Rope handles with decorative seamanship adorned the sides. An unwritten law forbade locking chests during the voyage.
Leisure Activities
Limited free time on board encouraged diverse creative pursuits: elaborate Turk's heads, tool decoration, ornamental sea chest handles and rope tricks. Many possessed artistic talent — chest lids bore painted scenes of great sailing ships.
Carving and Engraving
Sailors created intricately carved and engraved pieces from wood, bone, horn, tortoiseshell and other materials with simple pocket knives, sail needles, files and sharkskin. Whale bone carving ("scrimshaw") flourished particularly among American whalers of the 19th century.
Sailor's Knots
"His instruction began with the reef knot and all the rope splices, followed naturally by the bowline, sennit-making, as well as the lanyard knot and more besides." Hans Blöss
It is difficult to settle on a number of knots deserving the label "sailor's knots". The international character of seafaring meant that already in the age of sail, ships' crews were composed of seamen from several nations. The Scandinavian sailor showed the German boy a knot the latter did not yet know, and vice versa. This resulted in a lively international exchange of knotting skills, which is why today there are certainly more than a hundred knots that bear the name "sailor's knots".
How many knots the seaman truly needed in practice is nowhere recorded. If one counts only the practical working knots, it may have been about twenty-five.
Work on deck and in the rigging, setting and furling sails, as well as loading and discharging cargo in ports, absolutely required knowledge and confident application of a number of seaman's working knots.
Seaman's working knots fulfil the following conditions: When correctly tied, they hold securely and firmly. They are simply and quickly tied and just as quickly undone after loading. This applies in dry conditions as well as wet.
When, for example, two lines or hawsers needed to be joined, one used a "bend" (e.g. sheet bend, hawser bend, etc.).
If one wanted to secure a mooring line on a bollard or post, one tied a "hitch" (bowline, anchor hitch, clove hitch, etc.) into the hawser.
"Making a knot" — expressing it thus — did not correspond to sailor's language. Knots, like cordage, were "struck". To check or belay a line under tension, the seaman used, for example, a "half hitch" or two half hitches. If a line was to be placed around a spar, this was done with one or two "round turns". If this line was to be made fast, one simply added "two half hitches" with the end in hand, and had thereby executed the "round turn and two half hitches".
In Low German sailor's language, the common working knots were distinguished into "hitches" (Steke) and "knots" (Knoten).
Hitches
Hitches. By these we understand, in contrast to actual knots, all those loop-like entanglements of a rope or even two ropes, in which the rope does not need to be unlaid into its individual strands. There are very many hitches, and learning them is among the first things the young seaman has to concern himself with.
The following hitches, sometimes also called knots, are the most important:
Figure-eight knot. This does not jam like an ordinary overhand knot when force is applied.
Half hitch: This appears in various combinations and in varying numbers.
Barrel hitch, used to bind the belly and leech lashings into the leech. This hitch is a single half hitch; the tail is seized to its own bight.
Studding sail sheet hitch, also called "two running half hitches". The first is on the outside, the second inside. Tied this way, it does not jam as tightly and does not come undone by itself.
The anchor hitch consists of two round turns and a half hitch; the tail is seized to the standing part.
Clove hitch. This loop is either wound around a post or serves a man working aloft or overboard as a seat, or the helmsman as protection in very bad weather.
Knots
Here, knowledge of a few knots suffices, which can really only be learned through practical exercise.
Single Matthew Walker, used for the lanyards of the standing rigging. With the first strand, a bight is laid counter-clockwise, the tail then taken behind the other two and laid upward against the back of its own bight. With the second strand, a bight is again laid counter-clockwise, the end tucked through the bight of the first strand and again placed up to the back of its own bight, that is, to the left of it. The third strand is handled similarly, only its tail is tucked through the preceding bights.
Albrecht Mühleisen, Seemannschaft, Bremen 1893
The simple Matthew Walker described here also carries the German designation "Danish bucket knot" (Dänischer Pützenknoten). The knot designations as used today, e.g. bowline (Palstek) and Matthew Walker (Schauermannsknoten), are identical with those used in the age of sail.
The Rose Knot
Hearing of a "rose knot", one might think it is a decorative knot. It is not: The "rose knot", a knot of beautiful form, was already used in the 18th century on sailing ships as a stopper knot on deck and in the rigging.
It is a pure working knot, comparable to the manrope knot, whose function is to close off an end, to "stop" it. The construction of such knots, typically laid from three or four strands, is composed of the elements "crown" (cross), "simple lanyard knot" and their doublings.
"Rose Knot" The rose knot is laid with four strands. It is a combination of crown, above that a lanyard knot, and on top of that another crown. Once this has been laid, the whole is drawn tight and the lanyard knot is followed once more below its bights, the same being done with the upper crown. Finally, the strands are tucked downward through the knot and cut as short as possible after the whole has been pulled taut.
Fehre, Hans: Seemännische Handarbeiten, Eckardt & Meßtorff Verlag, Hamburg 1960
The crown laid first appears at the top after drawing together the initially loosely laid rose knot. This is a consequence of the doubling of the lanyard knot as well as the second crown lying above it.
Viewed from the side, the rose knot laid from four strands has the appearance of a triple, doubly laid Turk's Head with four bights, the bights being formed by the doubly tucked lanyard knot and the likewise doubly laid crown.
Sennits on Board
"Sennits, in contrast to twisted rope, are braided lines. They serve either for decoration, in which case they are made from finer materials — houseline, fishing line and the like — or, laid from rope yarns, they are used by sewing onto sails (flat or French sennit) or winding around stays (baggywrinkle sennit) as protection against chafing." Fehre, Hans: Seemännische Handarbeiten, Eckardt & Meßtorff, Hamburg 1942

On sailing ships, particularly the simpler sennits — baggywrinkle, for instance — were constantly in use, and braiding was often the task of boys and ordinary seamen.
It was always braided from rope that had become unusable or broken for other purposes.
Rope remnants were cut into pieces about 20 cm long and separated into rope yarns. The rope yarns were then woven individually, or in pairs, between three to seven equally long thin yarns stretched at hip height.
The result: a two to three metre long, narrow carpet-like braid that was wound as chafing protection around stays, shrouds, backstays and other fixed fittings of the ship where anything might rub. If one length of baggywrinkle was not enough, one simply seized a second or third onto it until the sensitive area was covered.
"Making baggywrinkle" has proved its worth to this day. If one encounters a "tall ship" in port or at sea, one should look at her rigging: the brush-like formations, looking like pipe cleaners, are the so-called "baggywrinkle" (German: Tausendbein). No longer from hemp or manila rope yarns as before, but from synthetic fibre rope. But still: on sailing vessels they are needed and made just as they once were.

Baggywrinkle was always needed. The bosun could never have enough of it. Aboard the Gorch Fock, the slightest occasion, the smallest lapse of attention, was enough to be immediately assigned two or four metres of "making baggywrinkle" during free time. That was around 1962. It was splendid: the bosun's locker was always full to the brim, and if one had to make too much, one simply reached over the edge of the locker and "pulled" a few metres out.
Also indispensable on board were gaskets, used for securing sails, rope stoppers, lanyards and slings for loading and discharging — all of this belonged to "sennit-making".
The old-style gaskets were braided beginning with three strands, which, once the eye was large enough, were brought together and continued with six strands. At regular intervals, additional strands were laid in and worked with, so that the gasket widened towards the middle. Towards the end, when the work had reached the desired length, strand after strand was dropped at intervals and cut off, so that the end ultimately tapered to a point in three strands. Such gaskets were gentle on the sails — "they did not hurt the sails" — because, like broad belts, they bound the sails in gently.
In the era of the great sailing ships, braided sennits were used for many purposes on board. They were excellently suited as reef points, strops for blocks, fastening elements for the sails and parts of the standing rigging (e.g. for suspending and guiding the footropes). The bosun was well advised to keep a sufficient stock on hand for all eventualities. For every purpose there was a sensible braiding pattern.
It could be flat, half-round, round, square or even oval. In daily practice, however, mastery of a few flat sennit patterns — which could be sewn onto sails or wound around fixed objects — and perhaps the laying of a round or half-round sennit, which was ideally suited for working in a toggle or thimble, would have sufficed.
The more complicated sennits already belonged in those times to the realm of "sailor's leisure work", today "fancywork".
If one now wishes to lay a sennit, whether the three-strand "plait" or the eight-strand "square sennit", the following makes the work easier:
The strands should be gathered at the beginning and secured with a temporary whipping (constrictor knot).
The bundled strands are placed on a firm nail/hook and distributed in equal numbers to both hands.
The braiding begins by holding all strands evenly, slightly taut, towards the braider. After laying each strand, the braid is to be tightened with somewhat more force, so that the sennit has an even form in the end.
Half-round sennit from six strands
The six strands are bundled and fastened to a nail. In each hand lie, parallel to each other, three strands. The braider now takes one of the outer strands — say the left outer one — to the right, under three strands, and brings it up and out to the left between the second and third strand of the right side. The same is then done with the right outer strand, then again with the left outer strand, and so on, until the intended length of the half-round sennit is reached.
It is always the outer strand that is laid. First from one side, then from the other, of the strands held right and left, lying parallel to each other.
Sounds complicated, but it isn't! Even holding and tightening of the strands soon lead to the desired result. The half-round sennit is well suited for braiding an eye for a dog leash, a knife lanyard or a carrying handle for a bag or suitcase. The half-round structure of the sennit only becomes apparent about two centimetres after the beginning. Therefore this area should be covered with a "Turk's Head" or other knot.
The Square Sennit
Quite simple, once one has grasped the system of the half-round sennit: Take eight thin strands, bundle them and fasten the whole to a nail.
Hold four strands in each hand, somewhat taut, parallel to each other, and begin braiding:
With the right outer strand under the three nearest left strands and from below through the middle of the four right strands, up and over to the right.
Then tighten left and right strands evenly, and continue. Whether one begins with the left or right strand is immaterial. One need only maintain the sequence of laying the outer strands: left/right or right/left, and so on.
The image below shows the beginning of a dog leash. The eye is braided from a half-round sennit with six strands.
Once the eye is large enough, both ends of the eye are brought together and secured with a temporary whipping.
For the further work, twelve strands are now available. Of these, four strands are laid back so that they are approximately equidistant (90 degrees) from each other. These four strands lend themselves later to tying a firm knot from them.
After the four strands have been laid back, a square sennit of the desired length is braided from the remaining eight strands. Into the end of the square sennit, a small eye — in the form of a half-round sennit with six strands, for example — can be braided.
To do this, when the appropriate length of the square sennit has been reached, simply drop two strands and continue working with the remaining six strands until the eye is large enough.
To the two strands dropped earlier, one or two short ends are later added and a suitable knot is tied from them — a Turk's Head, diamond knot, footrope knot, or similar. The six strands worked to the end are also laid back, firmly seized and tied into a knot. Finally, from the four strands laid back above, another of the aforementioned knots is tied. These are so-called "standing knots" (standing diamond, standing Turk's Head, etc.), since they are tied from strands of the braid and are not slidable.
The Footrope Knot
The footrope knot is a lesser-known knot. In its structure it is identical to the diamond knot. The knot can be tied from several, but also from just two strands. In the age of sail, this knot was used as a terminal knot on lines, as well as a "non-slip" knot in the footropes on which sailors stood while furling sails. Tied from two ends of thin line or rope yarns, worked into the footropes at set intervals, the footrope knot provided a certain security against slipping. The footrope knot from two ends is tied as follows:
Image 1: Two ends of about 80 cm length each, at right angles to each other, are tucked through the line.
Image 2: The now four equally long ends are laid following the "diamond knot" pattern, i.e.: One lays an end (1st end) over the next one (2nd end) and leads it under the next end (3rd end) upward. So it continues (with 2nd end), in the same direction, until the circle closes, i.e. the last end to be worked is led over (1st end) and under (2nd end), which is slightly lifted, upward and out.
Image 3: Shows the standard footrope knot with a doubling of the strands, as used especially in the footropes of the jib booms, which were often without netting. Set on the end of a line, the footrope knot makes a good stopper knot. For this, a crown is first laid from three or four strands and beneath it a simple lanyard knot. Once this is done, the strands are drawn evenly taut and their ends are tucked upward through the centre of the crown. The strands are twisted together and finished with a whipping.
The time of this traditional sailor's knot is past. Those who still know it could put it to good use on climbing ropes and everywhere a knot should not slide on a line. That was the simple footrope knot. In addition there is the long one, and it is well suited for making a sailor's key fob (keyring).
The Long Footrope Knot as Key Fob
As shown above, the simple footrope knot is laid from four strands, obtained by tucking two ends of equal length halfway through the footrope. To turn this knot into a handy key fob, a small trick is needed, as the "footrope" must first be formed. One takes (for example) two thin lines, 1.4 metres long, about 0.5 centimetres thick, and brings them together as "Image 1" shows. All four resulting ends are nearly equal in length and are held in position by two firm constrictor knots placed about 5 centimetres apart. The short ends of the constrictor knots can be cut off.
Image 2: From the four ends (strands), a crown (cross) is now to be laid clockwise. The four ends point towards the eye and are led one after another, "over/under", beneath the fixed strands upward, so that they lie at right angles to each other.
Image 3: Here it is visible how the simple footrope knot is to be laid. The prior tucking of the four strands through the centre caused them to point to the right. Here, in Image 3, the strands have already been laid following the "diamond knot" pattern (first strand over the second, under the third, etc.). The ends also fall to the right (counter-clockwise) and are now laid in the given direction into a second simple footrope knot.
Image 4 now shows the structure of the long footrope knot before the doublings of the four strands are executed and the knot thus completed. Visible is: The long footrope knot consists of two simple footrope knots laid against each other. Also clear is that the last-laid four strands point upper right and each of these four strands also lies to the right of a strand of the upper (first-laid) simple footrope knot. If one has succeeded in laying the knot's structure in this form, the three doublings now follow — i.e. the four strands are now tucked, always lying to the right, over/under, until after three doublings they emerge in the centre of the knot. There they are cut short and the extraordinary key fob is finished.
Caution! Never execute the three doublings first with one strand, then with the next. Always the first strand over/under, then the second over/under, and so on, so that all strands arrive in the centre at the same time. If there is slack in the knot — which is to be expected at the beginning — each strand must be worked through step by step from the start (Image 2) with a small fid.
Image 5 illustrates the first tuck of the four strands. The strands to be tucked run to the right of the already fixed ones and follow them until all strands lie three abreast and thus emerge in the centre of the knot.
Image 6 shows the completed long footrope knot as an elegant key fob.
Should the knot appear too loose after tying, all strands are to be worked through evenly one after another with a small fid. One should also avoid parallel strands overlapping at some points. In that case the knot would have been laid too tightly. Once satisfied with the result, the ends protruding from the centre of the knot are cut short.
The Spanish Bowline
Instructions for Tying the Knot
Image (1): Beginning from the left, lay a small, then a large, then again a small bight. At the intersections of the bights, the running part lies on top in each case. Make the middle bight large enough so that it can be folded back over the two small bights.
Image (2): Fold the large bight back over the two small bights so that these are enclosed.
Image (3): Place the two small eyes onto the upper edges of the large bight.
Image (4): Pull the upper edges of the large bight evenly out of the small bights. The Spanish bowline was used on board sailing ships as a "bosun's chair", employed to hoist a man aloft for complicated work. The man stepped through the two eyes with his legs and held on to the two ends, the hauling part. When it was necessary to load two points on deck as evenly as possible, the Spanish bowline could be used as a kind of "bridle".
Fancy Knots
Although work on board was very hard and the sailor may have been glad to seek his bunk after his watch ended, there were, when in steady trade winds the sail setting did not need changing for many days, when deck work and rigging maintenance were done and personal equipment had been overhauled, periods of creeping boredom.
The "achievements" of our time such as radio, television, films and video cassettes were unknown in those days; even "book chests" were unfamiliar on board, especially since many a tar was unable to read.
What they had to pass the time were music on simple instruments, playing cards and board games.
When a shark appeared, they tried to hook it, and when an albatross showed itself above the wake, they knew how to catch it too. After all, the albatross was an important "raw material supplier": its strong quills were made into pipe stems, and the webbing of its feet into tobacco pouches. That's how it was back then.
And otherwise? Sailor Jack occupied himself with what was immediately at hand, what he had to contend with daily anyway: rope, canvas and knots — for he knew how to handle them.
Heinrich Hauser, who as a guest of the Laeisz shipping company made a voyage from Hamburg to Talcahuano, Chile aboard the "PAMIR", was able to witness this first-hand:
"He (the sailmaker on the PAMIR) gives me handwork to feel, the kind that used to be made on all ships and that nobody can make any more: bags of canvas, decorated with colourful signal cloth and artfully knotted patterns of fine cordage — imperishable objects, good for centuries." Hauser, Heinrich: Die letzten Segelschiffe, Berlin 1930
Fancywork
"Marlinspike seamanship" was the umbrella term for ropework that on the one hand had practical significance (knots, splicing, rigging) for the practice of the sailor's profession; as well as for those rope crafts of a more decorative character (bags, bell lanyards, sea chest handles, rail decorations, etc.) that served more or less as leisure activities for the crew.
At some point, probably in the second half of the 19th century, sailing ship men brought the term "fancywork", with which English-speaking sailors described their decorative handwork, into the German maritime language:
"Fancywork — a mysterious-sounding word. In English, 'fancy' means imagination, illusion, whim or idea, to feel like something, to imagine, to be able to think. 'Work' means labour, creation, product, to make, to effect or to pursue. 'Fancywork' therefore describes work that is fun, that requires imagination.
The Jan Maats of the windjammers first tried out 'fancywork', they 'discovered' it, 'invented' it; they whiled away their boredom during free watches, or when becalmed somewhere on the seas, by playfully working yarn and rope, knotting or lacing up lamps, bottles, glasses, knives, door handles and much more." Konrad Reich/Martin Pagel: Himmelsbesen über weißen Hunden, Hoffmann und Campe-Maritim, Hamburg 1981
Alongside a multitude of fancy knots, whose origins can probably be traced to the great sailing ships of the 18th and 19th centuries, the "Turk's Head" played a prominent role. This was a knot that had both practical and decorative significance in seafaring and can be divided into three distinct types:
The "Standing Turk's Head"

This means that this Turk's Head consists of three or more individual strands (rope ends) that are passed through a three- or four-strand line or hawser at a specific point, at equal angles to one another, so that they cannot slip.
The knot is then tied from these individual strands. Among other things, the Standing Turk's Head served on board as a stopper and footrope knot.

The Turk's Head as "Cross-Hitching"
Cross-hitching (coachwhipping) is made from any even number of yarns. This work was well suited for coverings (wrappings) of all kinds such as rail sections, oars, tools, telescope tubes and other cylindrical objects deemed worthy of covering. Decorative seamanship items such as bell lanyards and sea chest handles were particularly often adorned with cross-hitching. Modern braided rope is also manufactured today, among other braiding methods, according to the principle of cross-hitching.
The Common Turk's Head
This knot is also known as the "Running Turk's Head" and is made from a single rope (end, tail). It can theoretically be made infinitely long. Were this practically possible, one could loosely lay a three- or four-part Turk's Head around the equator. The "three-part Turk's Head with three bights" is the smallest in the family of these knots, but it continues (odd numbers) with: 5, 7, 9, 11, 13-part and so on, as far as practice would allow. The same applies to the "four-part Turk's Head", which could be extended to: 6, 8, 10, 12-part knots and more, to a theoretically infinite size.
On board, it sufficed to tie the three-part Turk's Head from three or four strands, which was placed on lines or hawsers wherever it was necessary to have a firm grip on standing rigging. The more complicated Turk's Heads served as decoration on handrails, stanchions, tillers and not least on the ship's wheel as a mark for the amidships position. Naturally, sailors also took pride in mastering as many intricate constructions of the Turk's Head as possible, alongside all the other knots they knew.
"Among old salts it was and is a matter of seamanly pride to be able to tie even difficult and particularly complicated knots. Very few fancy knots have a practical use, especially on steamships. But even today a sailor who can tie a gangway knot, star knot, rose knot; an ocean mat, a double Matthew Walker, Turk's Head, basket knot, etc., enjoys high regard. With regard to the Turk's Head it appeared to be a matter of seamanly pride to tie it with as many parts as possible, although the simple Turk's Head consists of merely three parts. Some sailors could tie this knot, which required a different method each time, with up to seven parts and more. Other seamanship handwork includes the making of sennit, a form of braiding cable yarns together. Nearly every sailor can braid a flat sennit, but the older tars can also make round, square, half-round, triangular and other sennits. But now these are only useful for bell lanyards and sennit cord." Freely translated from: Albert R. Wetjen: Fiddlers Green, Little, Brown, and Company, Boston 1931
Sennit
Braiding work from diverse plant fibres, from animal hides processed into leather strips, or from twisted animal intestines, may be regarded as one of the oldest arts in the world. Whether ancient Maya, Egyptians, Greeks, Romans or people of other civilisations,
whose remains were found during excavations after thousands of years — not infrequently archaeologists came upon artfully crafted braiding on clothing remnants, footwear and weapons. And such work continues to be found in various areas of our time: in the jewellery industry, fashion, traditional costume; to name but a few. These braided works, intended as decoration or carried out from practical considerations, are nothing other than what German maritime language calls "Platting" (sennit). Not only of decorative value, once also of practical necessity for the performance of seamanship aboard sailing ships (cf. also the page "Sailor's Knots").
"Sennit, or Sinnit. A braid formed by plaiting ropeyarns or spunyarns together. Straw, plaited in the same way for hats, is called sennit." Richard H. Dana: The Seaman's Friend, Boston: Thomas Groom and Company, 1845
"Platting, (plait-like braid of cable yarn or seizings, used for sewing sails to the yard etc. or as ornament); triangular sennit." Verzeichnis Seemännischer Wörter: Verlag J.J.Augustin, Glückstadt 1937
The term "Platting" derives from the English verb to plat, meaning to braid. There are a whole range of different sennits and corresponding braiding methods, from the simple three-strand sennit (plait) to twelve-strand and more complex work. Sennits can be braided flat, triangular, polygonal, square, half-round, round or spiral. While English nautical language distinguishes between a "plaited sennit" and a "laid sennit" (e.g. crown sennit), the German maritime language does not make this distinction.
Yet there is indeed a difference between these two forms of seamanship:
a) The "spiral sennit" as well as the "half-round sennit" are braided works. This means that before beginning the braiding, the strands must be seized together and made fast to a fixed point, nail or hook. Working by hand alone is barely possible, as it would be difficult to achieve consistent tension in the braid.
b) The "chain sennit" (also "crown sennit"), on the other hand, is work that is "laid" by hand. The pattern of the chain sennit is created by laying a "crowning" from four doubled strands, first to the left, then to the right, and so on.
A "round sennit" can similarly be laid with multiple strands around a core, e.g. a rope or a cylindrical body. The basic element is the "crown" (also "cross"), originally laid from just three or four strands. When a core is covered with many thin strands, this is called a "hitching"; in this case, "crown hitching".
It should also be said here: sailors, whether German or of other nations, never "made" or "tied" a knot. A knot was "thrown", a sennit was "laid" and a splice was also "laid".
In the age of sail, when modern media were unknown and even a sailor who carried a book in his sea chest was considered a rare bird, braiding sennits was not only a welcome pastime; items of daily use were also made, which today are even described as "maritime folk art in cordage": lanyards for marlinspikes and sheath knives; belts, sea chest handles, sennit shoes and elaborate decorations on ditty bags and sea chests (cf. the page "Sailor's Knots").
Monkey's Fist
The so-called "Monkey's Fist" is a ball-shaped knot made from a single strand. According to Ashley (The Ashley Book of Knots), the knot was first mentioned and illustrated in "Log Book Notes" by E.N. Little (New York 1888).
Weighted with a ball or round stone inside, the Monkey's Fist was excellently suited as a weighty attachment for a heaving line. Whether heaving lines were used on sailing ships cannot be determined from the literature. Presumably the Monkey's Fist, also called the heaving line knot, gained its significance for seafaring only on powered vessels. To this day, heaving lines with an often beautifully formed Monkey's Fist at their ends have proved their worth on merchant and naval ships and remain part of berthing and casting-off manoeuvres on the fo'c'sle and quarterdeck.
The "Monkey's Fist" also found practical use as a small, handy round fender. A ball was formed from rope and fabric scraps, which was then covered with a four- or five-part "Monkey's Fist".
As the "Monkey's Fist" is an attractive knot, it naturally also found its way into the realm of fancy knots. Key fobs, doorstops and fastening devices for many purposes can be easily made with some practice from a few metres of cordage. And how to do this shall be shown here:
The "Monkey's Fist" consists, pictorially speaking, of three mutually perpendicular and overlapping circles. The Monkey's Fist is typically laid over the four fingers of one hand. For initial practice, it is advisable to begin with a double or triple Monkey's Fist. Making a four- or five-part Monkey's Fist becomes more difficult, as one easily gets confused with the many strands that should lie parallel to each other. Therefore it is advisable to first build a simple jig that guarantees perfect Monkey's Fists. Two round or rectangular discs, four skewers or welding rods and a hand drill are sufficient to quickly build the small frame. The four rods should stand at right angles on the discs and one of the discs should be adjustable. It is advantageous to use jigs of this kind in various sizes, as the Monkey's Fist is filled with balls (wood, polystyrene, table tennis ball) to achieve optimal shapes.
The construction of a Monkey's Fist is explained using the following illustrations.
Illustration 1 shows the beginning of the Monkey's Fist knot, laid triple. For better clarity, the three round turns are laid loosely. They normally lie close together.
"A", the short end, marks the start and end of the first and each subsequent round turn. The letter "X" marks the point at which a change of direction of the running part (after completion of the last full round turn) takes place. The three round turns of the first of the above-mentioned "three circles" from which the Monkey's Fist consists are to be laid away from the body (clockwise) over the hand or jig. At "X", bend the running part downward, lead it to the left under the three parts (anticlockwise) and in this way complete three full round turns, thus closing the second circle of the Monkey's Fist. If you wish to place a ball or other round object into the knot, do so while laying the second circle.
Illustration 2 shows the renewed change of direction of the running part at the level of point "X". Following the "over-under" principle, the running part now runs over the parts of the second circle and under the parts of the first circle. After completing the last three full round turns, the Monkey's Fist is finished, can be removed from the jig and tightened evenly.
Now there is a small problem! What to do with the two protruding ends, if one wants to attach something to the beautiful knot? Well, laid rope could be spliced, braided polyester yarn fused with a lighter, or the ends simply hidden somehow. But there is a better solution for forming a neat eye. A comrade from the "International Guild of Knot Tyers" invented it and showed it to me.
Illustration 3 shows how a well-formed eye can be worked into a Monkey's Fist intended as a small ball fender or key fob. If a ring or a single key is to be attached to the knot, this must be done before forming the eye. The method: Instead of passing the end of the running part (see Illustration 2) under the four bights, it is merely bent and the eye pulled to the desired size. This naturally changes the predetermined direction of the running part, which now runs to the left. After the running part has been passed through four times fully, over-under, the knot can be worked into a neat, firm shape by tightening. Cut the ends short. Done.
Fancywork Anchors
Three fancywork anchors made to the same pattern. Modelled on the shape of the stock or Admiralty anchor, the following knots were used for this work: After the eye (ring), a Turk's Head, then a round sennit of eight yarns. The stock and flukes consist of a simple flat sennit. The shank continues as a round sennit, its end, before the transition to the flukes, finished with a simple Turk's Head. After completing both flukes, two more turns of round sennit followed, stopped with a four-part stevedore's knot. The ends are combed out to about four centimetres in length. When the end fastened in the eye (ring) of the fancywork anchor is led in turns through stock, shank and flukes, this means that it is a "foul anchor".
The Blackjack
A weapon made by 18th and 19th century sailors, carried ashore for self-defence in port establishments. The instrument was known by various names — "cosh," "colt" and "life preserver" — and was particularly popular among English and American sailors.
Description
The blackjack consisted of ornately braided rope, up to forty centimetres long, with a hand loop at the top and a lead, iron or stone ball at the end, covered in hitching.
Bosun's Call Lanyard
The bosun's call is still in use today on sail training ships of various navies. It transmits commands, sailing instructions and ceremonial signals — from morning reveille to sail-setting orders and meal calls.
Construction of the Call
The instrument consists of a tube with mouthpiece and exit hole plus a spherical chamber with an air hole. Metal fittings on the lower tube and ball form attachment surfaces where rings secure lanyards.
Lanyard Tradition
Personnel traditionally wore these calls on ornately braided lanyards around the neck or attached to the uniform. Imperial German Navy lanyards typically began with a double diamond knot, followed by flat sennit sections, a decorative Hohenzollern knot (from white cotton strands of 1–3 mm), then various sennit patterns over about 60–70 centimetres. The lanyard ended in a bosun's call knot forming a loop for the call attachment.
Tools Decorated with Ropework
Among sailors it was a fine tradition to decorate personal hand tools. Decorations included carving, engraving and especially "finely stitched knife sheaths, knife handles, marlinspikes and needle cases."
Knotwork such as a Turk's head or other type naturally belonged in a fitting place. Norwegian sailors, for instance, preferred "to carve knife handle and sheath from wood and then ornately paint and engrave them."
Bell Rope
A bell rope adorned the highly polished ship's bell, which served not only for striking the watches and giving sound signals in fog. The ship's bell with decorative braided ropes served as the "visiting card of the ship and her crew."
Younger sailors considered it an honour to make these bell ropes, putting their knotting skills into the entire design.
Construction
- An eye at the top, often finished with a "coach-whipping of three thin yarns"
- Various forms of hitching or sennit from top to bottom
- Decorative knots at the transitions between braiding styles
- Terminal knots such as rose knots, star knots or "the most elaborate Turk's head possible"
Made to Order
Bell ropes from natural or polyester cordage on request: jacktar@foni.net
Rope-covered Wine Bottle
Large water or wine bottles, as well as clay vessels, were covered with rope braiding — hitching — to protect against breakage.
Hitching Technique
"Hitching" is a maritime technique for braiding work to cover various objects including tools, fenders and bottles. The working yarn, typically three-strand or braided rope, is called a "runner." Multiple rope lengths are joined by overlapping the last centimetres.
Example
The example shown features a 4-part Turk's head with 17 bights around the lower bottle edge, continuing with half-hitch hitching towards the neck.
Bottle Knot
The "bottle knot" or "bottle sling" was traditionally tied around the bottle neck for carrying. In German naval tradition, this knot is called the "bosun's call knot."
Sennit Shoes
In the age of sail, ordinary sailors had limited financial means to replace worn work gear during long, multi-year voyages. On meagre wages, they relied on their own skills and available materials.
In tropical waters it was common for sailors to make their own sandals. These had either braided soles and uppers, or canvas uppers paired with soles of "flat sennit" or woven matting.
"Every proper sailor sewed sennit shoes, a kind of slipper whose soles featured manila yarn braiding."
The shoes were light, secure when properly made, and allowed agile movement in the rigging. However, they wore out quickly and became unsightly within a month. Sailors simply made replacement pairs from canvas and rope.
Sea Chest Handles
Sailors crafted ornamental handles from rope over months. These decorative handles featured woven hemp or cotton yarn with Turk's heads at the transitions, leather-wrapped rope sections and knots such as the manrope knot as finish.
The Sea Chest
A sea chest measured about one metre in length, 50 cm wide and 40 cm deep with inch-thick boards. The top side was slightly narrower to prevent tipping. A small storage box with lid sat on the left side for sewing kit, letters and photographs.
The chest served as storage and seat alike. Sailors were very proud of their chests and treated them as sacred possessions. Inner lids were often painted with sailing ships. During shipwrecks, chests sometimes saved lives as floatation aids.
Made and Repaired to Order
Sea chest handles "in the old sailor's way" on request: jacktar@foni.net
Sailor's Folk Art
Generations of sailors developed decorative knots based on practical sailor's knots. These ornamental designs served to embellish ships and decorate personal tools and equipment.
"The skill and imagination of sailing ship sailors created true works of art from rope by combining individual knot patterns."
Today these rope artworks evoke wonder in maritime museums worldwide.
Sailors frequently painted sea chest handles in one or more colours. This practice served aesthetic purposes and practical preservation — paint protected the rope from moisture and temperature damage. The colours often reflected the national origin of the maker.
Cat o' Nine Tails
The cat o' nine tails served as a disciplinary instrument on board English and American naval and merchant ships until the mid-19th century. Officers could order twelve lashes for even minor offences.
Richard Henry Dana's publication of 1840 led to the abolition of flogging in the United States, shortly followed by England.
German ships used similar methods, but mainly an instrument called "Tauende" (rope's end) made of twisted cordage.
Description of a Replica
Handle about 62 cm (2 feet), rope 2.54 cm (1 inch) diameter, with nine tails each about 62 cm long. The construction includes a four-strand reef knot with canvas seam, leather-wrapped handle with a horseshoe knot beneath and a seven-part Turk's head as finish.
Tutorials / Animations
Animated tutorials for various maritime knots. Click the video to start the animation.
Simple Bowline
The bowline is the most important maritime knot. It forms a fixed loop that does not slip and is easy to untie.
Double Bowline
The double bowline creates two loops and serves among other things as a bosun's chair — a seat for sending sailors aloft into the rigging.
Ashley's Bend
This bend was described by Clifford Ashley in 1944. It securely joins two lines of equal size and can still be untied after loading.
Hunter's Knot
Rediscovered in 1978 by Dr Edward Hunter, this bend is particularly secure and symmetrical.
Zeppelin Knot
The Zeppelin knot was allegedly used for mooring airships. It is extremely secure and can be opened even after extreme loading.
Butterfly (Alpine Butterfly)
The butterfly or alpine butterfly forms a fixed loop in the middle of a line without cutting it — ideal for climbing ropes and maritime purposes.
Spanish Bowline
The Spanish bowline creates two separate, adjustable loops and was traditionally used as a rescue knot — one loop under the arms, the other under the seat.
Explanation
Tutorial
SSS Gorch Fock — Standing Rigging and Spars
All texts and drawings about the sail training ship "Gorch Fock" are from the series "Soldatisches Wissen, Marine, Seemännischer Dienst" by Hans Freiherr von Stackelberg and are reproduced with the author's permission.
Ship Data
Masts and Spars
- Masts, booms and yards constructed of steel
- Foremast: 45.3 m above waterline
- Mainmast: 45.5 m above waterline
- Mizzenmast: 40.0 m above waterline
- Fore/main yards: 24.0 m
- Bowsprit: 9.6 m
- Boom: 16.4 m
I. General Rigging Knowledge
1. Spars
Bowsprit, masts, yards, gaffs, booms — they support and direct the running rigging.
2. Standing Rigging (Steel Wire Rope)
- Stays: Fore-and-aft support
- Shrouds: Lateral support
- Backstays: Aft support
Permanently tensioned via turnbuckles.
Running Rigging and Sails
Running rigging connects directly to spars or sails and serves to "set, furl and handle sails."
Components
- Halyards: Hoist sails; all staysails and the mizzen topsail have halyards
- Sheets: Control fore-and-aft trim on staysails and fore/main courses
- Braces: Move yards horizontally via a "brace boom"
- Tacks: Secure the weather lower corners of courses
- Gaff vangs: Position gaff sails laterally
- Reef tackles: Assist reefing heavy sails
Sail Types
Fore-and-aft Sails
Staysails and spanker are controlled via "tack," "head" and "clew."
Square Sails
Trapezoidal sails attached to yards via jackstays. Controlled by buntlines, clewlines and sheets leading to the deck.
Sail and Line Plan
The sail training ship "Gorch Fock" is a bark with auxiliary engine. Her total sail area is 1,953 m².
24 Sails
The ship carries 24 different sails, from the flying jib (68.0 m²) to the mizzen topsail (53.1 m²).
The line and rigging organisation is divided into three main areas:
- Foremast area — organised by fife rail and pin rail on port and starboard, plus halyards and braces
- Mainmast area — similar organisation with cross arrangement
- Mizzenmast area — detailed rigging plans from multiple directions
Working Procedures in the Rigging I
Conditions in the Rigging
The two parts of a rope running over a sheave stand in fixed relationships to various sail components.
Sail Operations
Distinctions are made between: setting, furling and reefing sails.
Setting Sails (14 Steps)
From crew positioning through going aloft into the rigging, casting off gaskets, letting sails fall to progressive setting from lower to upper sails.
Sail Groups
Organised by associated staysails: topsails with inner jibs, topgallants with outer jibs, royals with flying jibs.
Reefing
Applicable to foresail, mainsail, upper topsails, topgallants and staysails. Detailed 10-step process including tackle installation, toggle bolts, gasket application and lashings.
Working Procedures in the Rigging II
Furling a Square Sail
- Haul the leech towards the centre onto the yard
- Haul up the foot
- Ease clewlines and buntlines on deck once the foot is secured
- Haul clew and clew garnet onto the yard
- Haul the loose canvas onto the yard
- Reserve enough canvas for the end gasket
- Together, roll the sail onto the yard
Working Procedures in the Rigging III
Handling Staysails
Letting go of sheets in heavy weather poses serious danger to the staysail crew and the sails. Critical safety measures include keeping sheets taut, preventing sails from thrashing and never standing in the lee of sheets due to injury risk if they part.
Bracing the Yards
Five yard positions are defined:
- Square
- One point
- Two points
- Clear of the backstays
- Hard over the bow
Furling Square Sails
For courses and lower topsails, only furling is done; upper sails are only lowered; topgallants and royals are both lowered and furled.
Sail Properties and Sailing Manoeuvres
Sail Properties
- Trimmed: The centre of sail pressure coincides with the pivot point — straight course
- Weather helm: Pressure centre behind the pivot — ship turns into the wind
- Lee helm: Pressure centre ahead of the pivot — ship falls off the wind
Sailing Manoeuvres
Wearing (Turning over the Stern)
The ship turns with the stern through the wind onto the opposite tack. Certain sails are furled, pressure in the bow reduced, then sails reset on the new course.
Tacking (Turning over the Bow)
The bow passes through the wind. Haul the spanker taut, reduce headsail pressure, reset headsails when the bow crosses the wind line.
Box-hauling
Forced manoeuvre: sharp luff to reduce speed, back the fore topsail, force the ship into a wear.
Man Overboard
Procedure for quickly stopping the ship by backing sails and drift techniques for recovering equipment or personnel.
The Gorch Fock Song
Commander Kptzs. Hans Freiherr von Stackelberg granted permission to publish the "Gorch Fock Song" on this website. The author was a participant in the 9th training cruise of 1962 to New York.
Origin
Visitors in ports always wished for three things: to see the ship under full sail, to visit it, and to hear the ship's choir. They repeatedly asked for an original "Gorch Fock Song," which the crew initially could not offer. The commander finally gave the order: "Stackelberg, get it done!"
The lyrics came easily from daily experiences, but the melody proved difficult as nobody on board could properly write music notation. The melody was developed during a five-month voyage, hummed or sung daily to ensure it was not forgotten.
After returning to home port Kiel, Stackelberg brought the melody to a professional musician at the Naval Music Corps for transcription into notation.
Sheet Music
Ship's Choir — The Gorch Fock Song
Listen to the Gorch Fock Song, performed by the ship's choir:
Exhibition
Of Pointing, Coach-whipping and Cat o' Nine Tails
Sailor's Ropework
Tools and ropework of sailors, sailmakers and riggers from the Karl Bareuther collection.
Exhibition Venues and Dates
- Warnemünde — 28 May to 31 October 1999
- Carolinensiel — 24 May to 7 November 2000
- Papenburg — 30 June to 7 October 2001
- Veendam, Netherlands — 12 February to 5 June 2002
- Flensburg — 7 July to 6 October 2002
- Düsseldorf (boot) — 18–25 January 2003
- Marstal, Denmark — 2 June to 30 September 2003
- Hamburg, Museum Ship "Rickmer Rickmers" — 21 January to 16 May 2004
Permanent Home
The collection was permanently transferred to the museum ship "Rickmer Rickmers" in 2004 — a fitting place where once "Jack Tars" used these very tools.
Glossary
- Backstays
- Wire ropes running from masthead aft providing support
- Baggywrinkle
- Protective chafing gear made from old rope yarns
- Bark
- Three-masted vessel, square-rigged on fore and main, fore-and-aft on mizzen
- Becket
- A rope handle, loop or eye
- Belay
- To secure a rope to a pin or cleat
- Block
- A pulley, consisting of shell, sheave and pin
- Bosun's Call
- A whistle used for piping orders aboard ship
- Bowline
- A knot forming a fixed loop; the king of knots
- Brace
- Line for swinging yards horizontally
- Cable-laid
- Three hawser-laid ropes twisted together
- Coach-whipping
- Ornamental braiding around a rope or object
- Coir
- Fibre from coconut husks, used for light cordage
- Fid
- Conical wooden tool for splicing
- Flemish Eye
- An early eye loop formed by unlaying and relaying yarns
- Gasket
- Braided rope strip for securing furled sails
- Halyard
- Rope for hoisting sails
- Hawser
- Heavy rope used for mooring or towing
- Hitching
- Covering an object with successive half hitches
- Marlinspike
- Pointed steel tool for opening rope strands when splicing
- Monkey's Fist
- Spherical knot used as weight on a heaving line
- Parcelling
- Wrapping with tarred canvas strips to waterproof
- Pricker
- Small pointed tool for ropework
- Reef Knot
- A flat knot for joining two ends of equal size
- Scrimshaw
- Carving or engraving on whale bone or ivory
- Sennit
- Braided cordage, flat or round
- Serving
- Tightly wrapping a rope with yarn using a mallet
- Shrouds
- Standing rigging providing lateral mast support
- Splice
- Joining ropes by interweaving strands
- Stays
- Standing rigging providing fore-and-aft support
- Tackle
- Combination of blocks and rope for mechanical advantage
- Turk's Head
- Ornamental knot forming a tube or ring
- Whipping
- Binding the end of a rope to prevent unlaying
- Worming
- Filling the grooves between strands with thin line
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Responsible for Content
Karl Bareuther
Hamburg, Germany
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„Die Betriebe, in denen Tauwerk hergestellt wird, heißen Reepschlägereien. In Hamburg erinnert noch die Bezeichnung ‚Reeperbahn' an solche Betriebe, die dort früher, außerhalb der Stadt vor dem Millerntor, ihre Reepschlägerbahnen aufgeschlagen hatten. Die Reepschlägerbahnen sind 180 Faden oder 325 Meter lang. Aus dem Hanf werden Kabelgarne gesponnen, die die Länge der Reepschlägerbahn haben und hieraus stellt man Trossen von 120 Faden Länge her.
Man hat so rechtsgeschlagenes Tauwerk erhalten. Bei linksgeschlagenem Tauwerk verfährt man entgegengesetzt.
„Seisings zum Beschlagen und sonstigem Befestigen der Segel werden je nach Größe aus drei oder vier Fuchsjes gemacht, welche man mit ihrer Mittelbucht über einen Pumpenbolzen oder dergleichen aufhängt, und flicht die drei oder vier Parten nach der Länge des Auges zusammen. Die Flechtung geschieht ganz einfach, indem man die äußeren Fuchsjes auf jeder Seite abwechselnd über die inneren bringt.
„Fancywork — ein geheimnisvoll klingendes Wort. Im Englischen heißt ‚fancy' so viel wie Phantasie, Einbildung, Laune oder Einfall, auf etwas Lust haben, sich etwas vorstellen, denken können. ‚Work' dagegen bedeutet Arbeit, Werk, Erzeugnis, etwas herstellen, bewirken oder betreiben. ‚Fancywork' benennt also eine Arbeit, die Spaß macht, bei der man Phantasie braucht.
„Unter alten Fahrensleuten war und ist es eine Sache des Seemannsstolzes, in der Lage zu sein, auch schwierige und besonders komplizierte Knoten zu schlagen. Nur sehr wenige Zierknoten haben eine praktische Verwendung, besonders auf Dampfschiffen. Doch selbst heute genießt ein Seemann hohes Ansehen, der einen Fallreepknoten, Sternknoten, Rosenknoten; eine Ozean Matte, einen doppelten Matthew Walker, Türkischen Bund, Basket Knoten, etc., schlagen kann. In Anbetracht des Türkischen Bundes schien es eine Frage des Seemannsstolzes gewesen zu sein, diesen mit möglichst vielen Parten zu legen, obwohl der einfache Türkische Bund lediglich aus drei Parten besteht. Manche Seeleute konnten diesen Knoten, der jeweils nach anderer Methode zu machen war, mit bis zu sieben Parten und mehr legen. Andere seemännische Handarbeiten beinhalten das Fertigen von Plattings, eine Form des Zusammenflechtens von Kabelgarnen. Nahezu jeder Seemann kann einen Flachplatting flechten, doch die älteren Teerjacken können auch runde, quadratische, halbrunde, dreieckige und andere Plattings legen. Doch jetzt sind diese nur noch nützlich für Glockenbändsel und Platting-Schnur." Frei übersetzt aus: Albert R. Wetjen: Fiddlers Green, Little, Brown, and Company, Boston 1931