Dyneema-Schäkel
Ein Schäkel aus Tauwerk ist nichts Neues.
Bereits in der Segelschiffszeit fertigten sich Seeleute
Befestigungselemente aus geschlagenem Tauwerk, wenn ein Schäkel oder
sonst eine Verbindung brach, und Ersatz nicht zur Verfügung stand.
Man darf selbst davon ausgehen, daß derartige Tauwerksverbindungen an Bord durchaus üblich waren.
Sie waren preiswert, man konnte sie schnell herstellen und an vielen
Positionen einsetzen. Von Nachteil waren natürlich geringere Bruchlast
und kürzere Haltbarkeit im Vergleich mit einem Metallschäkel.
Die Einführung hochmoduler
Hohlgeflechte bietet, zumindest für den Segelsport, eine gute
Alternative zu Metallschäkeln. Dyneema-Hohlgeflechte haben eine enorm
hohe Bruchlast, die den Bruchlasten von Drähten gleicher Stärke nahe
kommt, besitzen erheblich geringeres Gewicht und sind leicht zu einem
Schäkel, beliebigen Durchmessers, zu verarbeiten.
Wie man aus mantellosem
High Modulus (HM) Tauwerk, z.B. Gleisteins Dyna One oder dem
vergleichbaren Material von Liros, ein schäkelartiges Gebilde höchster Güte und Festigkeit herstellen kann, das geht so:
Ein Meter, bei den ersten Übungen gern 20 cm mehr,
6 bis 8 mm starkes , mantelloses Dyneema Tauwerk (LIROS/ Gleistein) wird gefaltet, so daß oben ein kleines Auge entsteht.
Die beiden Enden werden miteinander verspleißt, daher darf das
Ende, das in die Stehende Part eingeführt wird etwa 5 cm kürzer
gehalten werden (liegt daran, weil die Stehende Part das andere Ende
„schluckt“, sich aufbauscht und dadurch kürzer wird).
Das um ca 5 cm kürzere Ende wird in einen Hohlfid
gelegt. Der Hohlfid wird unmittelbar hinter dem geformten Auge in die
Stehende Part eingeführt und tritt nach ca 20 cm, bzw. gewünschter
Schäkelgröße, aus dieser mit dem anderen Ende heraus.
Wie oben angeführt, sollte man
ausreichend langes Tauwerk nehmen, da es leichter fällt, den Endknoten
aus zwei „ etwas längeren “ Enden zu legen.
Das vorher mantellose Tau besteht jetzt
aus „Mantel und Kern“. Unterhalb dieses Abschnitts, der gleichzeitig
die Größe (Umfang) des Dyneema-Schäkels bezeichnet, stehen nun zwei
Parten zur Verfügung, aus welchen der "Diamant-Knoten" zu legen ist.
Nachdem der "Diamant", Bucht für Bucht, durchgeholt und zu einem
kompakten, festen Knoten geformt wurde, ist der "Schäkel"
gebrauchsfertig.
Da der Mantel sich auf dem Kern verschieben läßt (gegen den Knoten und zurück zum Auge) , ist auch die Größe des Auges veränderbar.
Das Auge wird vergrößert, indem der Mantel, vom Auge weg, zum Knoten hin, verschoben wird.
Der Knoten wird durch das Auge gesteckt,
der Mantel Richtung Auge glattgestrichen. Das Auge verkleinert sich und
liegt unterhalb des Knotens fest um den Spleiß.
Das Öffnen des „Schäkels“ erfolgt auf umgekehrtem Wege, indem man das Auge durch Herausziehen der festen Part so weit vergrößert, bis es über den Knoten geführt werden kann.
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