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Wie jeder andere Beruf, besaßen auch die seemännischen Berufe Seemann, Takler und Segelmacher spezielles Handwerkszeug.
Marlspiker__Pricker__17_ab.jpgEine Unterscheidung hinsichtlich der Werkzeuge innerhalb dieser drei Berufe ist nicht erforderlich, da in diesen Handwerken weitgehendFidMGRb.gif funktionsgleiche Werkzeuge benutzt wurden. Wie der Segelmacher in seinem Kreefbüdel Marlspiker Fid und Kleedkeule mit sich trug, so besaßen Seemann und Takler Segelmacherhandschuh, Fetthorn und Bankhaken.

Anzuführen ist allerdings, daß der Takler an Land in der Werft beschäftigt war und auch nicht jedes Segelschiff einen gelernten Segelmacher an Bord hatte. Ein Vollmatrose war in der Lage, die Tätigkeiten aller drei Handwerke auszuführen: Er war Seemann, Takler und Segelmacher zugleich. Seemännische Werkzeuge gibt es offenbar, seit Tauwerk auf Schiffen unter Segeln Verwendung fand. Der Fid zum Spleißen von Fasertauwerk, die Kleedkeule zum Bekleeden von Leinen und Trossen, wie auch der Drehknüppel für das Aufsetzen von Bändseln, sind seit dem 15.Jh. nachweisbar. Schiffsfunde aus dieser Zeit belegen dies.


Bemerkenswert ist, daß die Werkzeuge der Seeleute sich bis heute in Form und Funktion nahezu unverändert erhalten haben. Ein scharfes Scheidemesser ,Web_Bildera1a_013ab.gif ein Fid, aus Holz oder Bein gedreht ; ein metallenerMesser__L__wen__3_.jpg Marlspiker und ein Pricker genügten, um die Arbeiten an Bord eines Segelschiffes ausführen zu können. Natürlich befand sich , vom Schiffseigner gestelltes, Handwerkszeug an Bord.
Allerdings zogen es Seeleute gern vor, ihr eigenes zu benutzen, denn damit arbeitete es sich am besten. Das hier gezeigte Besteck, bestehend aus Marlspiker, Messer und Pricker, ist aus der Zeit um etwa 1870 und stellt die seemännische Grundausstattung dar.
Die Takler der Werften trugen oft mehrere Werkzeuge mit sich, an einem "Riggergürtel". Dies war ein etwa 15 Zentimeter breiter, schwerer Ledergürtel mit mehreren aufgenähten Ösen und Futteralen. Darin steckten Marlspiker unterschiedlicher Größen, Pricker, Fid, Messer , Kneifzange und Drehknüppel.
Ein Fetthorn mit Talg und darin steckenden Segelnadeln, sowie Takelgarn und Bändselgut gehörten ebenfalls oft an den Riggergürtel. Der alte Brauch, ausgewählte Werkzeuge "am Mann" zu tragen, findet seine Fortsetzung bis in unsere Zeit hinein.

Auf Handels- und Marineschiffen nähen Matrosen sich noch immer Lederfutterale, die Marlspiker, Pricker, Fid und Messer aufnehmen und zusätzlich in einer Lederschlaufe einen modernen Seitenschneider stecken haben.

Der Segelmacher

Auf den großen Segelschiffen gehörte ein Segelmacher grundsätzlich zur Stamm- Mannschft, denn seine Arbeit war ständig gefordert.Fetthorn.1903.09__1__Kopie.gif Sein Arbeitsplatz war, Fetthorn.1909__2__Kopie.gifje nach Wetterlage, an Deck oder in der Segelkoje.

"Die Segelkoje liegt mitt-schiffs. Sie ist, außer den Ladeluken, der größte Raum der `Pamir`. Zwei Drittel des Raumes sind von den aufgetuchten Segeln ausgefüllt. Sie liegenin langgestreckten Ballen so gestaut, daß man die eingenähten Zeichen lesen kann, die angeben, wohin das Segel gehört: zum Beispiel `K.U.B.27`. Das heißt: Kreuz-Unter-Bramsegel angefertigt 1927. Die eine Wand der Segelkoje ist ganz mit eingebauten Spinden ausgefüllt. Sie enthalten das `Geschirr` des Segelmachers. Garnstränge, Leder zum Besatz der Lieken, allerlei Schäkel und Kauschen, Stahlringe, große Dorne aus poliertem Holz, Marlspieker aus Stahl, Zangen und anderes Werkzeug.""Hauser, Heinrich: Die letzten Segelschiffe, S.Fischer Verlag/ Berlin 1931

An Bord der Segler befanden sich meist einige Segelmacherbänke, Werkbänke, auf welchen man beim Nähen der Segel saß und die zudem, praktisch geordnet,Segelhandsch.Svensson__5__Kopie.gif das erforderliche Handwerkzeug aufnahmen. Wichtigste Werkzeuge des Segelmachers waren zwei Segelmacherhandschuhe, eine leichtere Ausführung für das Nähen des Segeltuches und eine schwere für das Lieken (Verstärken der Seiten des Segels durch Tauwerk).Sail.Bootsmannsnaht_Kopie.gif

Segelnähen war eine kraftzehrende Arbeit, denn mitunter mußte die Segel-nadel durch bis zu sieben übereinander liegende Lagen (z.B. an den Schot-hörnern) des "Tuchs", gedrückt werden.

Genäht wurde mit doppelt gelegtem Segelgarn unterschiedlicher Stärken.


Die besten Segelnadeln wurden in England produziert, waren in ihren Größen, dem zu nähendem Tuch angepaßt und besaßen grundsätzlich dreikantige,Sail.Rundnaht.gif lange Spitzen. Die Nadelgröße war gleichzeitig ein Maß für die Anzahl der Stiche in der Segelnaht: "Sieben Stiche auf eine Nadellänge". So ein alter Segelmacher, der schon lange in "Fiddlers Green" weilt.

Ganz spezielle Werkzeuge des Segelmachers waren eine Segelmacherzange und ein weniger bekannter "Dreher".Die Segelmacherzange besaß zwei Funktionen:

1. Bei schweren Arbeiten, z.B. an den Lieken, diente sie zum Herausziehen der durchgedrückten Nadel.

2. Da einer ihrer Backen abgerundet war, konnte sie kraftsparend als Hebel (Drehbewegung der Hand) zum Straffziehen der Segelnaht benutzt werden.

Dreher_Kopie.gifDer Dreher arbeitete ebenfalls nach dem Prinzip der Hebelwirkung und wurde zum Straffziehen der Segelnaht eingesetzt.
Der Arbeitsvorgang sah so aus, daß zunächst etwa sieben Stiche entlang der Segelbahn genäht wurden, wobei jeder der Stiche mit Muskelkraft angezogen worden war. Nach dem letzten der etwa sieben Stiche belegte man, z.B.mit Marlspikerschlag, das Segelgarn unmittelbar hinter dem letzten Stich und holte diesen Abschnitt der Segelnaht durch.
Das Segelnähen war allerdings eine Tätigkeit,Segelhandsch.Svensson__4__Kopie.gif zu der auch fähige Mat-rosen herangezogen wurden und oft griffen selbst Kapitäne zu Segelnadel und Segel-macherhandschuh.
Ruhige Wochen in den Passatregionen wurden gern genutzt , um an Deck die Besegelung zu überholen und das schwere Tuch für die Schlechtwettergebiete klarzumachen.

 

 

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